Maßnahmen gegen Corona: Wie die Maskenpflicht befolgt wird

Seit Montag gilt in fast allen Bundesländern eine Maskenpflicht. Aber halten sich die Leute auch daran? Unsere Korrespondent*innen haben nachgeschaut.

Zwei Polizeibeamte stehen vor drei Personen die auf der Bank vor einer Straßenbahnhaltestelle sitzen

Die Polizei in Baden-Württemberg kümmert sich um die Einhaltung der Maskenpflicht Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Um das Coronavirus einzudämmen, sollen die Deutschen Maske tragen – seit Montag sind sie in den meisten Bundesländern sogar dazu verpflichtet. Ohne Mund-Nasen-Bedeckung darf man weder einkaufen noch Straßenbahn oder Bus fahren. Verstöße wirken sich nicht nur negativ auf das Infektionsgeschehen aus, sondern auch auf den Geldbeutel, denn vielerorts drohen Geldstrafen. Aber zeigt das auch Wirkung?

Bochum, Nordrhein-Westfalen

Am Montagmorgen um kurz nach zehn ist der Bochumer Hauptbahnhof leer. Nur vereinzelt laufen Menschen durch Eingangshalle und zu den Gleisen, eine Maske vor Mund und Nase trägt etwa die Hälfte. Andere lassen den Schutz lieber ums Kinn baumeln – dabei weist schon die digitale Fahrplantafel auf die seit dem heutigen Montag geltende „Verpflichtung zur Mund-Nase-Bedeckung“ hin.

Die Pflicht gilt in Nordrhein-Westfalen im Nahverkehr, beim Einkaufen, in Praxen von Ärzt*innen – eben überall dort, wo der vorgeschriebene Corona-Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. In der leeren Bahnhofshalle aber halten viele die Maske anscheinend für unnötig.

Anders sieht es auf den Bahnsteigen aus: An Gleis drei Richtung Düsseldorf haben plötzlich fast alle etwas vor Mund und Nase – notfalls ein Tuch oder einen Schal. Ein Paar, das ein Gleis weiter mit Kleinkind im Buggy ohne Masken in die „Glückauf-Bahn“ des privaten Betreibers Abellio springt, fällt auf: Direkt werden sie von einem Mitarbeiter angesprochen. Hektisch ziehen sie Masken aus der Tasche, winken damit.

In der Fußgängerzone lässt die überwältigende Mehrheit die Maske dagegen vor dem Gesicht baumeln, hält sie in der Hand – oder hat sie vielleicht in der Tasche.

Vor Geschäften wie dem Fahrradladen „Balance“ bilden sich lange, auseinandergezogene Schlangen. Und im Rewe-Supermarkt gilt nicht nur Einkaufswagenpflicht – „Einkaufen nur mit Maske“ mahnt schon ein Schild an der Eingangstür. Ein Mitarbeiter mit Maske und Handschuhen spricht alle Kund*innen an, die ohne Mund-Nase-Schutz in den Laden wollen. Fast alle zaubern dann etwas hervor – im Notfall reicht auch ein Tuch.

Einzelne tragen den Schutz aber nach Art von CDU-Ministerpräsident Armin Laschet: Der hatte es vor einigen Wochen geschafft, sich beim Besuch des Klinikums Aachen mit einer Maske fotografieren zu lassen, aus der seine Nase herausschaute.

von Andreas Wyputta

Rendsburg, Schleswig-Holstein

Ein Rinderschädel, das Symbol des Wacken Open Air, ziert die Stoffmaske, mit der sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf der Internetseite der Staatskanzlei präsentiert. Dabei gilt die Pflicht zur Bedeckung im Nord-Bundesland erst ab Mittwoch: Schleswig-Holstein ist damit das letzte Land, das den Maskenzwang einführt.

Gelten soll die Regelung dann in Läden, Bussen und Taxen. Der späte Zeitpunkt solle „den Bürgerinnen und Bürgern Zeit geben, sich auf die neue Situation einzustellen“, so Günther. Auch ohne Pflicht sind schon jetzt viele Menschen mit verdeckter Mund- und Nasenpartie unterwegs. Supermärkte bieten ihren Kund*innen Einweg-Masken für den Einkaufsbummel an.

von Esther Geißlinger

Karlsruhe, Baden-Württemberg

Das Leben ist nach Karlsruhe zurückgekehrt, wenn auch verhalten. Die Stadt ist im Umland beliebt für ihre Fußgängerzone, doch am Montag sind die Straßenbahnen Richtung Innenstadt leer. Immerhin die meisten der verstreuten Insassen tragen ein Stück Stoff oder Flies vor dem Mund. Die Kontrollen scheinen am ersten Tag der Mundschutzpflicht noch locker gehandhabt zu werden.

Auch in den Geschäften sind Masken nun vorgeschrieben. In einem Musikladen hat ein Mitarbeiter sein schwarzes Halstuch deshalb in Biker-Manier über die Nase gezogen.

Professionellere Masken bekommt man etwa in der „Tragware“, einem Geschäft für nachhaltige Produkte von der Handtasche bis zur Bratpfanne. Die Masken, die man hier erwerben kann, stammen aus regionaler Produktion, der Preis von 10 Euro liegt dafür aber auch im oberen Segment.

Auch Einmalschutzmasken werden vielerorts angeboten. Im Stadtbild dominieren aber die „Stofflappen“, deren Wirkung teils angezweifelt wird.

Das Gegenteil ist aber auch nicht besser: Ein Argument gegen eine Maskenpflicht ist, dass damit ohnehin knappe Maskenbestände weiter schrumpfen könnten. Läuft man durch Karlsruhe, drängt sich der Verdacht auf, dass da durchaus was dran sein könnte: Vor allem Ältere tragen auffallend oft Masken in Krankenhaus-Blau.

von Benno Stieber

Erfurt, Thüringen

Im Eingangsbereich der Erfurter Edeka-Filiale steht eine Schaufensterpuppe. Sie trägt ein knallgelbes Poloshirt, einen Einkaufskorb zu ihrer Linken – und einen Mundschutz. Vor ihr thront ein großes Schild: „Einkaufen nur mit Korb und Mundschutz möglich“.

Das Mannequin scheint Wirkung zu zeigen – auch wenn es nur halb so respekteinflößend aussieht wie manch ein Sicherheitsmitarbeiter, der derzeit in anderen Geschäften auf Coronaschutzmasken kontrolliert: In diesem Supermarkt trägt jedenfalls jede*r einen Gesichtsschutz.

von Luisa Kuhn

Frankfurt am Main, Hessen

An diesem Montag sind deutlich mehr Menschen mit Gesichtsmasken unterwegs, als in den Vortagen. Viele tragen sie „auf Halbmast“, also unter dem Kinn. Erst unmittelbar vor dem Einsteigen in Busse und Bahnen oder beim Betreten der Geschäfte wird dann der Atemschutz hochgezogen. Vor allem bei Männern ist das Model „Halstuch“ beliebt. Ein stylisches Tuch um dem Hals gebunden, das sich leicht über Mund und Nase hochziehen lässt.

Auf der Zeil, der in besseren Zeiten umsatzstärksten Verkaufsmeile in Deutschland, schlendert ein Mittfünfziger im Busines-Outfit; an der rechten Hand baumelt die Maske. Er hält sie am Gummiband, das eigentlich hinter die Ohren gehört.

Im Asiashop drückt sich in den ohnehin engen Gängen eine Mitarbeiterin vorbei, den Mundschutz nach unten geschoben. Auf einer Bank sitzt ein junger Mann mit einem Kaffee to go, er hat die Maske neben sich gelegt.

Trotz der „Teilöffnng“ ist an diesem Montag wenig los. Den Parfumladen an der Ecke darf man nur mit Maske betreten. Der freundliche Verkäufer bittet, zunächst die Hände zu waschen und zu desinfizieren, erst dann beginnt er das Verkaufsgespräch.

Sehr viel laxer geht es in der legendären Kleinmarkthalle zu, in der Gourmets und Gastronomen Obst, Gemüse und Fleisch einkaufen. An einem Stand arbeitet ein Metzger, die Maske hängt an einem Ohr, weil sie ihn so weniger behindert. Sein Nachbar hält offensichtlich gar nichts von Schutzmaßnahmen. Er zeigt unbeeindruckt sein Gesicht.

Nebenan bietet ein Copyshop Masken zu Verkauf. Zehn Stück der einfachen kosten zehn Euro. Gegen Mehrpreis kann man edlen Mundschutz individuell bedrucken lassen. Zum Beispiel mit der Botschaft „Abstand halten!“ Vor der traditionsreichen Samenhandlung in der Töngesgassse warten schon am frühen Morgen Kunden. Nur vier dürfen auf einmal rein. „Batavia-Pflanzen sind für Wochen ausverkauft“, sagt der Chef. Dank Corona haben die Menschen Zeit zum Gärtnern. Ob er Menschen ohne Schutzmaske wieder wegschickt? „Nein, das ist nicht mein Job,“ sagt er und verweist auf die Kompetenzn der Ordnungskräfte.

von Christoph Schmidt-Lunau

Helmsbach, Bayern

Ein Baumarkt in der oberbayerischen Kleinstadt Miesbach südlich von München. Der Landkreis Miesbach galt zeitweise als einer der Corona-Hotspots Bayerns. Die Einkaufswagen vor dem Eingang sind abgezählt. Wer reinwill, muss sich einen nehmen, pro Wagen sind nicht mehr als zwei Kunden erlaubt. So ist gewährleistet, dass die maximale Kundenzahl im Markt nicht überschritten wird.

An diesem Montagmittag sind alle Einkaufswagen im Einsatz. An der Tür wird man freundlich begrüßt: „Darf ich bei Ihnen desinfizieren?“, fragt ein Baumarktmitarbeiter und wischt über den Griff des Wagens. Auf Wunsch werden sogar die Hände desinfiziert. „Sie müssen nur die Maske aufsetzen“, sagt seine Kollegin zu einem Kunden, „sonst wird’s teuer.“ In der Tat: Mit 150 Euro Buße aufwärts müssen Kunden seit heute rechnen, die gegen die Auflagen verstoßen, beim Ladenbesitzer geht es sogar in die Tausende.

Hier im Baumarkt nimmt man es schon seit der Wiedereröffnung vor einer Woche sehr ernst mit allen Auflagen. Die Angestellten trugen von Beginn an Mundschutz. Sogar der Gabelstablerfahrer draußen auf dem Parkplatz trägt jetzt eine Maske. Auch die Kunden halten sich an das Vermummungsgebot. „Leit, gebt’s Obacht“, schallt zudem in regelmäßigen Abständen eine Ansage durch den Markt und bittet darum, möglichst bargeldlos zu zahlen und einen gewissen Abstand zum Gegenüber einzuhalten.

Das ist der Punkt, der offensichtlich am schwersten fällt. Die Auslegung von 1,5 Metern Mindestabstand variiert stark. Oft sind es nur 50 Zentimeter – teils weil die Gänge zu schmal sind, teils weil die Menschen nicht bereit sind, auch mal an einer breiteren Stelle zu warten, um andere vorbeizulassen.

In den Supermärkten ist die Veränderung noch stärker zu spüren. Beispiel Hausham, eine Gemeinde noch ein paar Kilometer weiter im Süden: Hier trugen vergangene Woche nur vereinzelte Kunden Maske oder Schal, von den Mitarbeitern niemand – trotz „Mundschutzgebots“. Jetzt, wo aus dem Gebot eine Pflicht geworden ist, halten sich fast alle an die Regel.

Ein Mann, der den Supermarkt ohne Mundschutz betreten hat, erschrickt nach ein paar Metern, als er die vermummten Gestalten um sich herum sieht, kramt in seiner Tasche und holt eine Skimaske heraus. Nur an der Kasse steht eine Kundin unmaskiert. Sie unterhält sich mit der Kassiererin, die zwar eine Maske trägt, sie sich aber nicht über die Nase gezogen hat. Sie klagt, wie anstrengend die Maske sei, wenn man den ganzen Tag reden müsse. Eine Kundin habe sich schon beschwert, dass sie die Maske nicht ordentlich trage. Der habe sie gesagt: „Dann setzen Sie sich mal hierher.“

von Dominik Baur

Aktualisiert am 28.04.2020 um 18:06 Uhr

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

wir pausieren vorübergehend die Kommentarfunktion: Wir freuen uns darauf, bald wieder von Euch zu hören.

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Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz