Machtkampf bei Volkswagen: Betriebsratschefin schließt betriebsbedingte Kündigungen aus
VW plant Werksschließungen und will zigtausende Stellen abbauen. Betriebsratschefin Daniela Cavallo kämpft derweil um Joberhalt und Altersteilzeit.
Foto: Michael Matthey/dpa
rtr | Volkswagen-Betriebsratschefin Daniela Cavallo schließt betriebsbedingte Kündigungen bei Europas größtem Autobauer aus. „Meine Linie ist klar“, sagte sie am Montag nach einem Besuch im VW-Werk in Hannover. „Wir haben eine Beschäftigungssicherung erkämpft und wir werden auch in Zukunft dafür kämpfen, dass Veränderungen sozialverträglich stattfinden.“
Dabei sei es wichtig, dass auch weiterhin Altersteilzeit und insbesondere das Blockmodell angeboten werden können. „Wenn das fällt, dann werden wir über andere Maßnahmen sprechen müssen, und dafür stehe ich als IG-Metall-Mitglied nicht zur Verfügung“, sagte sie. Auch Werksschließungen erteilte sie eine Absage. Das sei für sie keine Option, betonte Cavallo.
Von den außerordentlichen Betriebsversammlungen bei Volkswagen erwarte sie, dass sich der VW-Vorstand vor der Belegschaft erkläre. Dabei gehe es nicht nur um mögliche Werksschließungen oder einen massiven Arbeitsplatzabbau. „Ein Zukunftsprogramm kann ja nicht dadurch alleine entstehen oder bestehen, dass man über Arbeitskostenreduzierung und Personalabbau spricht und Standorte infrage stellt“, sagte Cavallo.
VW-Chef trifft Belegschaft
Die Autoindustrie stehe vor schwierigen Herausforderungen, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies. Deutschland sei etwa bei den Energiekosten nicht wettbewerbsfähig. Dazu komme der Wettbewerb durch chinesische Autobauer. Die Europäische Union habe mit den Zöllen auf Elektroautos aus China eine Lösung gefunden, die zu einer fairen Wettbewerbssituation führe. Lies forderte die EU auf, Zölle auch auf Hybridautos aus China zu verhängen.
Am Dienstag stellt sich VW-Chef Oliver Blume bei einer außerordentlichen Betriebsversammlung in Wolfsburg den Fragen der Mitarbeiter, anschließend stehen weitere Betriebsversammlungen an den anderen Standorten an. Die Belegschaft kritisierte im Vorfeld die „desaströse Kommunikation nach außen durch den Vorstand“.
Blume hatte am Freitag in einem im Intranet veröffentlichten Interview die Lage bei VW als „mehr als kritisch“ bezeichnet. Er will die Kapazitäten in den europäischen VW-Werken um 500.000 Fahrzeuge jährlich senken und stellte die langfristige Fertigung in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm zur Disposition. Zudem sollen die Kosten deutlich reduziert werden. Im Juli war der Vorstand mit seinen Plänen jedoch im Aufsichtsrat gescheitert.
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