Lohneinbußen für Volkswagen-Manager : Der Witz des VW-Vorstands
Die Konzernspitze protzt damit, die Bosse des Autobauers würden sich „überproportional“ an Einsparungen beteiligen. Das ist völlig überzogen.
Foto: Annette Riedl/dpa
D ie Tarifverhandlungen bei VW waren nicht nur die längsten, sondern auch die härtesten in der Konzerngeschichte. Der kurz vor Weihnachten doch noch gefundene Kompromiss zwischen IG Metall und dem Vorstand des Wolfsburger Autobauers ist aber kein Grund zum Jubeln, sondern eher zum Durchschnaufen. Immerhin hat die Gewerkschaft das Schlimmste verhindern können. Dass sie angesichts der großen Zugeständnisse, zu denen sie sich gezwungen sah, darauf bestanden hat, auch 4.000 VW-Manager ökonomisch mit in die Pflicht zu nehmen, ist dabei mehr als angemessen.
Angestachelt von den Eigentümerfamilien Porsche und Piëch ist der Vorstand mit maximalem Drohpotenzial in die Verhandlungen gegangen. Offenkundiges Ziel war es, die Macht der IG Metall zu brechen. Wäre das gelungen, hätte das nicht nur für die VW-Belegschaft gravierende negative Folgen gehabt. Dass es die Gewerkschaft mit größter Mühe geschafft hat, betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen zu verhindern, ist ein großer Erfolg. Er wurde allerdings teuer erkauft.
Die 1,5 Milliarden Euro jährlich, die die rund 140.000 Arbeitnehmer:innen nun leisten sollen, sind ein verdammt hoher Beitrag für die Zukunft von VW. Dass der Vorstand damit protzt, er und das Management würden sich „überproportional“ an der Kostenreduzierung beteiligen, ist ein Witz. Zehn Prozent weniger für die VW-Oberen in den kommenden zwei Jahren wirkt zwar auf den ersten Blick viel. Aber auch damit verdienen Vorstandsmitglieder immer noch das Hundertfache oder mehr des Durchschnittslohns bei VW.
Das steht in keinem vernünftigen Verhältnis. Es waren nicht die „normalen“ Beschäftigten, die VW in die Krise geführt haben, sondern unter anderem das Management. Überhaupt nicht mehr nachvollziehbar ist, dass die Eigentümerseite weiterhin nicht zu einem Renditeverzicht bereit zu sein scheint. Für das vergangene Geschäftsjahr erhielt sie 4,5 Milliarden Euro. Das Geld könnte VW jetzt gut gebrauchen.
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