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Lebende WM-Legende Lionel Messi„Messi schaute, lächelte und lauschte“

Weltmeister Argentinien bleibt weiter in der Geiselhaft von Lionel Messi. Eine WM ohne den achtmaligen Weltfußballer ist weiterhin unvorstellbar.

Wie lange Lionel Messi noch Fußball spielen soll? „Bis dass der Tod uns scheidet“ würden die zahlreichen Messianisten vermutlich mit der Hand auf der Brust sagen. Anmar Al Haili ist einer von ihnen. Vor einem halben Jahr erklärte der Besitzer des saudischen Klubs Al Ittihad: „Wenn Leo bereit ist, bei Al Ittihad zu unterschreiben, würde ich ihm einen Vertrag anbieten, bei dem er so viel verdienen könnte, wie er will, und so lange, wie er will – sogar auf Lebenszeit.“

Messi mag während dieser Weltmeisterschaft seinen 39. Geburtstag feiern, dass ihm seine Mitmenschen irgendwelche Beschränkungen auferlegen, muss der achtmalige Weltfußballer nicht befürchten. Seine Einsatzzeit bei diesem Turnier bestimmt er sowieso selbst. Der argentinische Nationaltrainer Lionel Scaloni versicherte vor wenigen Tagen der heimischen Sportzeitung Olé: „Er wird so lange spielen, wie er will, denn wir wissen bereits, was er kann, und es ist nicht überraschend, dass er seine sechste Weltmeisterschaft bestreitet.“ Wäre ja auch noch schöner, wenn der Trainer festlegen wollte, wann und wie lange Messi auf dem Platz steht.

Es ist davon auszugehen, dass Messi beim Auftaktspiel gegen Algerien am Mittwoch (3 Uhr MESZ) herzlich gern und lange dabei sein will. Die spannendere Frage ist, ob Scaloni ein weiteres Mal ein taktisches Meisterwerk gelingt. Vor vier Jahren führte er das argentinische Team um den genialen Standfußballer Messi quasi in Unterzahl zum Weltmeistertitel. Es war die Verbindung des Heldenfußballs mit der Kraft des Kollektivs. Ein formidabler Spagat, der vier Jahre später gewiss nicht einfacher zu bewältigen ist.

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Die taz bei der Fußball-WM

Der Ball ist rund und die taz ist ihm dicht auf den Fersen. Unsere Reporterin Alina Schwermer ist auf einem Roadtrip (meist) per Bus und berichtet in Reportagen und in ihrem Blog – manchmal auch aus den Stadien, aber noch viel öfter über alles drumherum. Alle Spiele werden von ausgeschlafenen tazler:innen für Sie hier in „Alle Spiele“ kurz zusammengefasst. Dann gibt es das ganz geheime Tagebuch von Fifa-Dingsbums Gianni Infantino. Und alles andere rund um die WM finden Sie hier.

Aber die Bedeutung von Messi geht freilich weit über Argentinien hinaus. Schon bei der Premiere der aufgeblasenen Klub-WM im vergangenen Jahr in den USA unternahm Fifa-Chef Gianni Infantino für den besseren Umsatz alles, damit der Senior aus Argentinien dabei sein konnte. Bevor sich sein Verein Inter Miami wie eigentlich üblich über den Gewinn der Meisterschaft für die Klub-WM qualifizieren konnte, ließ es sich Infantino nicht nehmen, im Stadion von Miami selbst die frohe Kunde zu überbringen: „Aufgrund eurer herausragenden Leistung in diesem Jahr habt ihr es verdient und ihr seid qualifiziert für die Fifa Klub-WM 2025.“ Das Werturteil des Fifa-Bosses ersetzte sportliche Qualifikationskriterien. Messi ist immer gut genug.

Ist eine WM ohne Messi möglich?

Und so kam freilich auch bei der Eröffnungskonferenz dieser WM die Frage auf, wie wichtig denn allein die Präsenz von Messi für dieses Turnier sei. Eine WM ohne Messi mag und will sich immer noch niemand vorstellen, auch Infantino nicht.

Wenn man das Alter von Messi berücksichtigt, ist seine Bilanz in der zweitklassigen Major Soccer League nach wie vor sehr beachtlich. In diesem Jahr hat er für Miami nur eine Partie verpasst und in 14 Spielen 12 Treffer erzielt und sieben Torvorlagen erbracht. Ein gewisser Respektabstand ihm gegenüber ist allerdings auch festzustellen. Und wird er doch mal zu Fall gebracht, straft sein Blick die Gegenspieler härter als jeder Schiedsrichterpfiff.

Was die Zahlen über den derzeitigen Wert von Messi erzählen? Das Portal „transfermarkt.de“, das buchhalterisch den Transferwert eines jeden Spielers berechnet und dabei sportliche Leistungen und Lebensalter miteinbezieht, kommt bei Messi auf blasphemische 15 Millionen Euro. Nur zwei Feldspieler im deutschen WM-Kader weisen einen geringeren Wert auf.

Aber mit Zahlen lässt sich das Phänomen Messi freilich auch anders erzählen. In der WM-Qualifikation, die Argentinien souverän und mit großem Vorsprung als Erster in der Südamerikagruppe sicherte, erzielte Messi wieder einmal die meisten Treffer (8) von allen Teilnehmern. Aus historischer Perspektive sind seine Statistiken eh einzigartig. Beim letzten Freundschaftsspiel gegen Island vor einer Woche traf Messi direkt nach seiner Einwechslung per Elfmeter. Im 199. Länderspiel für Argentinien war es sein 117. Treffer. Nach Verbandsangaben hat die „Albiceleste“ noch nie einen älteren Torschützen gehabt.

Messis Vertrag bei Inter Miami läuft noch bis Ende 2028

Die Fußballheiligen Pelé und Maradona haben jeweils mit 36 Jahren ihr letztes Spiel als Fußballprofi bestritten. Lionel Messi, 38, und Cristiano Ronaldo, 41, scheinen sich nun einen Legenden-Wettstreit zu liefern, wer denn eigentlich länger kann.

Und Messi muss in diesen Tagen nicht viel tun, um göttergleich verehrt zu werden. Dass er einem im Rollstuhl sitzenden Journalisten aus Venezuela auf eine Frage geantwortet und diesen damit so glücklich gemacht hat, wird selbst von den Nachrichtenagenturen gefeiert. „Messi schaute, lächelte und lauschte, während er einen Ball unterschrieb“, beschreibt etwa die Deutsche Presse-Agentur die Szene. Der so reichlich beschenkte Journalist bedankte sich entsprechend auf Instagram: „Leo, falls du das liest … was schon zu viel des Guten wäre …“

Nach der WM ist für Messi übrigens noch lange nicht Schluss. Sein Vertrag bei Inter Miami läuft noch bis Ende 2028. Dem saudischen Vereinsfußball kann er also erst einmal nicht helfen. Aber Saudi-Arabien unterstützt er als Tourismusbotschafter weiter nach seinen Möglichkeiten. Für den schlecht beleumundeten WM-Gastgeber 2034 ist jedes Messi-Tor bei dieser WM beste Werbung.

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4 Kommentare

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  • Die beste Antwort zum Artikel lieferte der Umschriebene selbst - „Lionel Messi hat Argentinien in seinem 200. Länderspiel [mit seinem ersten Hattrick bei einer WM] zum Auftaktsieg gegen Algerien geführt und Miroslav Kloses WM-Rekord eingestellt.“ Highlights: www.sportschau.de/...-algerien-100.html

  • Ohne die Vorlagengeber wär Messi auch nichts. Übertriebener Hype um einzelne Millionäre wie Ronaldo oder Messi. Und gelbe und rote Kartenschutz traurig.

  • Ihr Kommentar: Argentinien gewann die WM 2022 quasi in Unterzahl ist ja nun wirklich völlig falsch. Messi hat bei der WM in 7 Spielen 7 Tore geschossen und 3 Torvorlagen gegeben und wurde 5 mal Man of The Match und als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Klar ist Messi beim Pressing und defensiv eine starke Einschränkung aber seine offensiven Qualitäten sind immer noch Weltklasse.

  • Standfussball von Messi? Nix da; Er betreibt vielmehr genialen walking football, immer schon, und dann plötzlich zack, kleine Tempoverschärfung und Tor