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Landwirtschaft in afrikanischen StaatenKlimafreundlicher Anbau macht Ernährung sicherer

Landwirtschaft muss mit den Folgen des Klimawandels umgehen können. Eine Studie zeigt, wie das Farmen in Marokko, Senegal und Ägypten gelingen kann.

In vielen afrikanischen Staaten ist Landwirtschaft noch immer von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung und bildet für viele Menschen die Existenzgrundlage. Immer wieder aber erleben Far­me­r*in­nen Nahrungsdefizite. Grund dafür: der Klimawandel. Klimafreundliche Landwirtschaft – Climate smart agriculture (CSA) – soll die Widerstandsfähigkeit gegenüber der Klimakrise stärken und Ernährung sichern. Die Landwirtschaft wird klimaresilienter, gleichzeitig werden die Produktivität der Farmen gesteigert und negative Umweltauswirkungen reduziert. Wie gut das klappt, haben nun Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung und Transformationsökonomien (IAMO) analysiert.

Der Klimawandel habe die Verletzlichkeit der afrikanischen Landwirtschaft erhöht, sagen die Wissenschaftler in einer neuen Veröffentlichung. Die Möglichkeiten zur Anpassung seien aber limitiert. Zum Beispiel sei Regen häufig die einzige Quelle für die Bewässerung des Anbaus. Gegenüber natürlichen Klimaschwankungen und dem menschengemachten Klimawandel sei die Landwirtschaft in afrikanischen Staaten oft enorm sensibel.

Das IAMO hat daher untersucht, wie die Übernahme von insgesamt acht möglichen CSA-Praktiken die Nahrungsknappheit in von Landwirtschaft lebenden Haushalten in Marokko, Ägypten und Senegal reduzieren kann. Zu diesen Praktiken gehören etwa Methoden zur Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit, Gülleausbringung oder anpassungsfähige Samensorten. Auch Wettervorhersagen, Direktsaatverfahren, Bewässerung, Züchtung und Ernteversicherung sind Teil der CSA-Strategien.

Wenn Far­me­r*in­nen sie anwenden, sollen sie Risiken, die sich durch den Klimawandel ergeben, besser managen können. Die Farmen könnten diverser produzieren und allgemein produktiver wirtschaften, schreiben die Autoren der Studie. Die Befolgung der CSA-Methoden könnte die Ernährungssicherheit weiter verbessern. Es spiele jedoch eine besondere Rolle, wie viele der Praktiken die Far­me­r*in­nen jeweils umsetzen.

Mindestens vier CSA-Praktiken müssen es sein

Heißt also: Für das beste Ergebnis sollen die Far­me­r*in­nen mehrere Arbeitsweisen gleichzeitig umzusetzen. Drei oder weniger hätten kaum einen Einfluss auf die Ernährungssicherheit. In diesem Fall seien die Erträge noch immer stark durch sozioökonomische Faktoren bestimmt. Also: die Größe der Farm, verfügbare Arbeitskraft und Einkommensquellen.

Die Wissenschaftler fordern staatliche Förderprogramme für eine klimaresiliente Landwirtschaft

Farmer*innen, die vier oder mehr CSA-Praktiken umsetzten, würden hingegen merkliche Verbesserungen der Ernährungssicherheit spüren. „Die Studie zeigt, dass individuell zugeschnittene Verfahren, die verschiedene CSA-Praktiken gezielt kombinieren, nicht nur die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Produktion im Kontext des Klimawandels erhöhen können“, sagt Mawussi Kossivi Soviadan, Wissenschaftler am IAMO. Die Klimaanpassungsstrategien würden auch zum wirtschaftlichen Erfolg landwirtschaftlicher Betriebe beitragen. Das wirke sich positiv auf das Einkommen und die Ernährungssicherheit der landwirtschaftlichen Betriebe aus.

Die Wissenschaftler sind sich einig: Die Anwendung von CSA steigert die Ernährungssicherheit in den untersuchten Ländern signifikant. Daher brauche es staatliche Förderprogramme für eine klimaresiliente Landwirtschaft. Die jeweiligen Staaten sollen so Werbung für die langfristigen Vorteile der CSA machen, Far­me­r*in­nen bei Schwierigkeiten mit neuen Anbaumethoden unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre Arbeitskräfte produktiv einzusetzen. Dafür sollten zum Beispiel Möglichkeiten für praxisorientiertes Lernen geschaffen werden, etwa Bauernfeldschulen und Schulungsinitativen für die Agrarwirtschaft.

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