Ernährungsindustrie in den USA: Greenwashing bei Fleisch und Milch
Klimaneutral bis 2030: Mit solchen Umweltversprechen wirbt die Ernährungsindustrie. Eine Studie aus den USA äußert nun große Zweifel.
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kna | Wie wirksam sind die Umweltversprechen der Fleisch- und Milchindustrie? Forschende aus den USA werfen den Produzenten vor, ihre Produkte selbst als deutlich nachhaltiger und umweltfreundlicher darzustellen, als sie wirklich sind. So seien 98 Prozent aller Klima- und Umweltversprechen der größten Fleisch- und Molkereiunternehmen irreführend oder ließen sich nicht belegen.
Für die am Mittwoch im Fachjournal Plos Climate veröffentlichte Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 1.233 Versprechen der weltweit 33 größten Unternehmen der Branchen. Mit 841 habe sich der Großteil dieser Versprechen auf Klimamaßnahmen bezogen. Dabei legten sich 17 Unternehmen auf ein Jahr fest, in dem sie Netto-Null-Emissionen erreichen wollen. 356 aller Versprechen wurden mit Belegen versehen, wobei gut die Hälfte davon auf internen Pilotprogrammen oder Fallstudien basierte.
Beschränkung auf umstrittene Maßnahmen
Insgesamt wiesen 1.213 der 1.233 Versprechen mindestens ein Anzeichen von Greenwashing auf, erklären die Autoren. So beschränke sich das Versprechen für Netto-Null-Emissionen häufig auf den Ausgleich von CO2-Emissionen durch sogenannte Klimakompensationen, also die finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten andernorts. Die Wirksamkeit dieser Praxis für den Klimaschutz wird von Umwelt- und Verbraucherschützern allerdings kritisch gesehen. Eine Festlegung auf ein Zieljahr wie 2030 oder 2050 in gut 38 Prozent der Versprechen könne zudem kaum belegt werden.
Die Autoren weisen darauf hin, dass aus der Landwirtschaft mindestens 16,5 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stammten. Dabei stechen insbesondere die ressourcenreiche Fleisch- und Milchwirtschaft als Emittenten hervor. In der Branche gebe es daher, ähnlich wie bei den Mineralölkonzernen, das Bestreben, gegenüber den Verbrauchern einen Willen zu mehr Klimaschutz zu bekunden.
„Nachhaltigkeitsberichte stärken die öffentliche Wahrnehmung und können das Image eines Unternehmens verbessern, wodurch es für Investoren attraktiver wird“, heißt es in der Studie. Im Fleisch- und Milchsektor sei das deswegen problematisch, da Unternehmen, die Greenwashing betrieben, weiterhin Akzeptanz und Geld erhielten, obwohl der Sektor im Vergleich zur restlichen Lebensmittelproduktion besonders umweltschädlich sei.
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