Kulturschiff MS Stubnitz: Prekär am Pier
Ausgezeichnet als bester Club Hamburgs und doch immer nur Provisorium: Das Kulturschiff „MS Stubnitz“ sucht weiter nach einem sicheren Heimathafen.
Foto: Christian Charisius/dpa
Ein 2.500 Tonnen schwerer Stahlkoloss, der Denkmal, Kulturort und Dauerbaustelle zugleich ist: 1964 lief die „MS Stubnitz“ in der Volkswerft Stralsund als Kühl- und Transportschiff für die DDR-Hochseefischerei vom Stapel, heute ist sie ein industriegeschichtliches Denkmal und eine der profiliertesten Subkulturbühnen der Stadt.
Erst vor kurzem zeichnete das Hamburger Clubkombinat die „MS Stubnitz“ als besten Club des Jahres aus und kürte sie im Publikumsvoting zum Lieblingsclub der Hamburger:innen, dazu kommen immer wieder Bundespreise für ihr anspruchsvolles Live-Programm.
Nach dem Ende der DDR-Hochseeflotte 1990 blieb das Schiff vor der Verschrottung bewahrt und verwandelte sich 1992 in einen beweglichen Kulturraum. Über Jahre hinweg steuerte die „Stubnitz“ als wanderndes Projekt Hafenstädte wie Rostock, Rotterdam, Newcastle oder Dunkerque an. Seit 2013 hat sie in Hamburg festgemacht. Aus dem vorübergehenden Gastspiel wurde eine Dauereinrichtung – allerdings ohne fest zugesicherten Heimathafen und mit immer prekärer Zukunft.
Weil das Schiff an seinem damaligen Liegeplatz am Kirchenpauerkai neuen Wohnquartieren weichen musste und dort als zu laut eingestuft wurde, liegt es nun am Cruise Center am Baakenhöft. Aber auch dort läuft die Genehmigung nur bis 2028.
Verlässliche Förderung fehlt
Hinzu kommt, dass die betagte Schiffstechnik dauernd instandgehalten werden muss. Anfang Januar muss die „Stubnitz“ wegen eines Ruderschadens in die Bredo Werft nach Bremerhaven verholt werden, in Hamburg war kein Werfttermin mehr aufzutreiben.
Die Reparatur finanzieren die Hamburgische Bürgerschaft mit 110.000 Euro, der Verein aus Eigenmitteln und nun auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 6.700 Euro, aus Lotterieerträgen der Glücksspirale, wie die Stiftung am Montag mitteilte.
Spätestens Ende Januar soll das Schiff dann zurück sein. Aber um den Betrieb dauerhaft abzusichern und das anstehende 35. Jubiläumsjahr vorzubereiten, fehlen dem gemeinnützigen Trägerverein noch jährlich rund 350.000 Euro an verlässlicher Sockelförderung. Das Team legt seine Instandhaltungs- und Personalkosten jetzt transparent auf der eigenen Website offen, um weitere Unterstützer:innen zu gewinnen.
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