Konzertempfehlungen für Berlin: Lasst uns in Resonanz gehen
Ein Symposium lädt zum Thema Improvisation und Resonanz. Das CTM Festival geht in die Zielgerade. Auch Punk empfiehlt diese schöne Konzertkolumne.
Foto: Christoph Voy
I n Sachen Kommunikation hapert es ja gerade vielerorts. Vielleicht würde Musik helfen, genauer gesagt geschmeidiges Zusammenspiel oder vielleicht gar Improvisation. Ein bisschen wäre das ja wie Mannschaftssport – ohne, dass eine:r gewinnen will.
„Wenn man in einer Gruppe spielt, müssen alle ihre Wahrnehmungen in Resonanz zueinander bringen“, konstatiert Schlagzeuger und Perkussionist Lê Quan Ninh. Zusammen mit Charlotte Hug – Bratschistin, Vokalistin und Trägerin des Schweizer Musikpreises 2025 – wird er zum Auftakt von „Symposium: Improvisation und Resonanz“ auftreten. Im Anschluss soll es ein Gespräch geben, auch darüber, wozu man noch so in Resonanz gehen kann außer zu anderen Menschen. (Exploratorium, 30. 1., 20 Uhr)
Und schon ist auch das CTM Festival wieder auf der Zielgeraden. Keine Sorge, wer es noch nicht geschafft hat: Das letzte Wochenende hält noch einiges bereit, auch jenseits des eigentlich ausverkauften Abschlusskonzerts, auf das so mancher bereits ein Jahr gewartet hat. 2025 musste nämlich die US-amerikanische Gitarristin und Sängerin Emma Ruth Rundle krankheitsbedingt absagen. Doch vielleicht geht tickettechnisch spontan ja etwas.
Einst prägte Rundle mit ihrem Gitarrenspiel den Sound der Postrockband Red Sparowes oder den artrockigeren der Band Marriages. Auf ihrem letzten Solorelease „Music From The Bella Vista“ (2025) sorgen Klavierimprovisationen und Field Recordings hingegen eher für eine meditative Anmutung. Vorab gibt es die Livepremiere des Albums „Lunng“ von Sam Slater (der nicht zuletzt für die Filmmusik zu „Joker“ einen Grammy bekam), bei der auch die isländischen Komponisten und Cellistin Hildur Guðnadóttir auf der Bühne stehen wird. (Volksbühne, 1. 2., 20 Uhr)
Mischung aus Punk und Deutschrock à la Ton Steine Scherben
Für eine ganz eigene Mischung aus Punk und Deutschrock à la Ton Steine Scherben steht das Berliner Duo Milliarden. Vor gut 10 Jahren erregten das Duo mit seiner eigenhändig gebastelten EP „Kokain und Himbeereis“, die es nach Konzerten verkaufte, einiges Aufsehen. Seither erschienen zwar vier Alben, doch jetzt geht das Duo mit dem Debüt auf Jubiläumstour – der erste Abend ist bereits ausverkauft, für den zweiten gibt es noch Tickets. Und das Vinyl, das es im Bundle gibt, wird immer noch in Handarbeit zum Unikat. (Festsaal Kreuzberg, 5. 2. + 6. 2., 20 Uhr)
„Es kann nicht immer so weitergehn“ – die Punkband mit dem tollen Namen pogendroblem sagt, wie es ist. Doch tatsächlich geht es ja nicht immer so weiter; vielmehr wird vieles immer schlimmer. Dass die Kölner Band sich auf Zeitdiagnostisches versteht, zeigt nicht zuletzt ihr gerade erschienenes Album „Great Resignation“. In diesem ist Fragmentierung ein großes Thema – nicht nur die gesellschaftliche, sondern auch die unserer innersten Regungen – ein bei aller Düsternis durchaus vergnügtes Amalgam aus Punk, poppigen Moment, krautigen Beats und einer Prise Hamburger Schule. (Cassopeia, 5. 2., 20 Uhr)
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