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Komponistin und Suffragette Ethel SmythKampf um Freiheit

Von männlichen Komponisten ihrer Zeit an den Rand gedrängt, wird die Musik der Suffragette Ethel Smyth aktuell neu entdeckt. Sie zu hören, lohnt sich.

Romantische Musik und Frauenrechte gehen nicht zwingend zusammen. Im Fall der britischen Komponistin Ethel Smyth aber schon.

Die Tochter einer Mittelschichtsfamilie in Kent war seit ihrer Jugend mit Erwartungen konfrontiert, die konträr zu den eigenen Interessen lagen. Als Mädchen sollte sie ein Instrument lernen, doch dass Smyth professionelle Ambitionen am Klavier entwickelte, passte nicht ins viktorianische Bild der Eltern. Die beendeten den Unterricht.

Ethel Smyth verweigerte sich darauf so konsequent, dass sie schließlich in Leipzig Komposition studieren durfte.

Das Album

Ethel Smyth, Amanda Maier, Edward Grieg:

„Beyond Horizons“. Liv Migdal, Mario Häring (Hänssler)

Ausgegrenzt, doch Vorbild

Von männlichen Kollegen wie Johannes Brahms wurde sie kaum ernst genommen. Die Vorurteile gegenüber komponierenden „Frauenzimmern“ hielten sich damals hartnäckig.

Gleichwohl nahm sie sich Brahms in ihrer Musik zum Vorbild. Ihre Sonate für Violine und Klavier, 1887 in Leipzig uraufgeführt, ist dabei kein virtuoses Paradestück, mit dem Interpreten vor allem ihr technisches Können demonstrieren, sondern von zurückgenommen konzentriertem Ausdruck. Im positiven Sinn kann man von „ernster Musik“ sprechen.

Die Violinstin Liv Migdal spielt das Werk auf ihrer CD „Beyond Horizons“ mit wenig Vibrato und nuanciertem Klang, changiert ohne Anstrengung von hell zu dunkel. Keine lieblichen Melodien, eher ein Gespräch in Tönen, mit dem Pianisten Mario Häring als Partner auf Augenhöhe. Migdal setzt so ihren Einsatz für aus dem Blick geratene Komponisten fort.

Vergangenes Jahr war eine Einspielung mit Musik des Komponisten Paul Ben-Haim, der vor den Nazis nach Palästina floh und dort seinen Stil radikal erneuerte. Smyth engagierte sich später bei den Suffragetten.

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