Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen: Grüne gewinnen in drei Städten

Aachen, Bonn und Wuppertal bekommen grüne BürgermeisterInnen. SPD verteidigt die Hochburg Dortmund knapp, CDU gewinnt in Düsseldorf.

eine Frau reckt einen Blumenstrauß hoch

In Siegerlaune: Sibylle Keupen (Grüne), künftige Oberbürgermeisterin von Aachen Foto: Marius Becker/dpa

DÜSSELDORF/BERLIN dpa/taz | Bei den Oberbürgermeister-Stichwahlen in Nordrhein-Westfalen haben sich die Grünen gleich in drei Städten durchgesetzt. In Aachen, der Heimatstadt von Ministerpräsident und CDU-Möchtegernvorsitzendem Armin Laschet, ließ die Grünen-Kandidatin Sibylle Keupen mit knapp 70 Prozent ihren CDU-Konkurrenten Harald Baal deutlich hinter sich. In Bonn setzte sich die Grünen-Kandidatin Katja Dörner mit gut 56 Prozent gegen Amtsinhaber Ashok-Alexander Sridharan (CDU) durch.

Auch in Wuppertal gewann der Kandidat der Grünen. Uwe Schneidewind, langjähriger Chef des renommierten Wuppertaler Instituts für Klima, Energie und Umwelt, lag nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit 53,5 Prozent der Stimmen vor Amtsinhaber Andreas Mucke (SPD), der nur auf 46,5 Prozent. kam.

Die Studentenstadt Münster, in der sich die Grünen ebenfalls Chancen ausgerechnet hatten, wird aber weiterhin von einem CDU-Politiker regiert: Markus Lewe (CDU) behauptete sich in der Stichwahl mit 52,6 Prozent der Stimmen gegenüber dem Grünen-Kandidaten Peter Todeskino.

SPD und CDU haben in den beiden am stärksten umkämpften Städten jeweils einen Erfolg erzielt. Während die SPD ihre Herzkammer Dortmund verteidigte, eroberte die CDU das Rathaus in Düsseldorf zurück und stellt nun erstmals wieder in der Landeshauptstadt eines großen deutschen Flächenlandes den Oberbürgermeister. Die CDU-Kandidaten gewannen auch in Oberhausen und Münster.

In der einzigen nordrhein-westfälischen Millionenstadt Köln bleibt die parteilose Henriette Reker im Amt. Nach Auszählung fast aller Stimmbezirke lag sie am Sonntag nach Angaben der Stadt mit über 60 Prozent der Stimmen uneinholbar vor ihrem SPD-Herausforderer Andreas Kossiski. Reker war im Wahlkampf von den Grünen und der CDU unterstützt worden.

CDU verpasst auch mit Grünen-Unterstützung den Sieg

In Dortmund siegte der SPD-Kandidat Thomas Westphal mit 52 Prozent der Stimmen. Das Duell in der größten Stadt des Ruhrgebiets war mit Spannung verfolgt worden: Der CDU-Mann Andreas Hollstein hatte im ersten Wahlgang zwar rund zehn Prozentpunkte Abstand zu Westphal. Doch die in Dortmund deutlich gestärkten Grünen – im ersten Wahlgang noch mit eigener Kandidatin – hatten für diesen Sonntag eine Wahlempfehlung für Hollstein abgegeben und mit ihrem Wunsch nach einem Politikwechsel im Rathaus begründet. Seit 1946 stellt die SPD in der „Herzkammer der Sozialdemokratie“ permanent den Oberbürgermeister.

In Düsseldorf gewann der CDU-Politiker Stephan Keller die Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Geisel von der SPD. Der 50-jährige Stadtdirektor von Köln lag nach Auszählung von 438 der 454 Stimmbezirke am Sonntagabend uneinholbar bei knapp 55,4 Prozent. Geisel kam auf 44,6 Prozent. Er gestand seine Niederlage ein und beglückwünschte seinen Herausforderer. Sechs Jahre nach der Übernahme durch die SPD kommt das Oberbürgermeisteramt in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt damit wieder in CDU-Hand.

Weitere Erfolge verbuchte die CDU in der Ruhrgebietsstadt Oberhausen und im bürgerlichen Münster: Oberhausens Oberbürgermeister Daniel Schranz bekam 62,1 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer Thorsten Berg (SPD) lediglich 37,9 Prozent. Oberhausen war jahrzehntelang eine Hochburg der SPD.

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