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Kommentar Trump feuert TillersonOrganisiertes Chaos

Dorothea Hahn

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Dorothea Hahn

Rex Tillerson muss sein Amt als Außenminister verlassen. Das verdeutlicht nur wieder einmal, dass Donald Trump alles allein entscheiden möchte.

W enige Tage nachdem Wirtschaftsberater Gary Cohn seinen Hut nahm, hat US-Präsiden Donald Trump jetzt seinen Außenminister Rex Tillerson gefeuert. Beides spricht nicht nur von der absolut vertikalen Organisation der Regierungsspitze, an der der Chef allein entscheidet. Sondern auch über das organisierte Chaos, das Trump goutiert und das seine Macht vergrößert.

Bei den jüngsten Abgängen aus der US-Spitze kommt hinzu, dass mit den beiden Männern zugleich die beiden obersten Repräsentanten von zwei wirtschaftlichen Giganten aus der Regierung verschwinden: Wall Street und die Ölindustrie.

Es gibt keinen Anlass, Tillerson hinterherzuweinen. Er war als Außenminister schwach, ineffizient und bei entscheidenden Fragen abwesend. Und er hat sein Ministerium auf eine Art ausgehöhlt und ausgehungert, die langfristige Folgen hinterlassen wird. Er hat qualifizierte langjährige Diplomaten aus der Regierung gedrängt, hat Spitzenpositionen und Positionen verwaist gelassen und es bis heute nicht geschafft, Botschaftsposten in wichtigen alliierten Staaten zu besetzten – darunter Südkorea, Saudi-Arabien und Deutschland. All das ist nicht Diplomatie, sondern diplomatisches Versagen.

Trump feuert hochrangigen Tillerson-Mitarbeiter

Nach der Entlassung von Außenminister Rex Tillerson hat US-Präsident Donald Trump einen der ranghöchsten Mitarbeiter des State Department gefeuert: Staatssekretär Steve Goldstein wurde am Dienstag entlassen, wie er gegenüber AFP in Washington bestätigte. Goldstein hatte sich zuvor gegenüber Journalisten kritisch über Tillersons Entlassung geäußert. (afp)

Aber immerhin ist Tillerson – und das dürfte sein größtes Problem mit Trump gewesen sein – ein unabhängig denkender Kopf. Er ist ein Mann mit Prinzipien, und er hat das getan, was in normalen Regierungen die Qualität der gemeinsamen Arbeit verbessert: Er hat Trump im Zweifelsfall auch mal widersprochen. Er hat ihm andere Wege vorgeschlagen, die Trump freilich nicht eingeschlagen hat. Stattdessen setzt Trump auf Leute, die bar jeder internationalen Erfahrung sind.

Jetzt ergänzt der US-Präsident seine Laienspielschar um einem Geheimdienstler. Mike Pompeo hat sich im letzten Jahr für die Position „qualifiziert“, weil er Trump immer zur Verfügung stand und weil er ihm nicht widersprochen hat. Für den Iran und andere Brennpunkte der Welt bedeutet das nichts Gutes.

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Dorothea Hahn

Dorothea Hahn Korrespondentin

Kommt aus Köln. Ihre journalistischen Stationen waren Mexiko-Stadt, Berlin, Paris, Washington und New York.
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5 Kommentare

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  • Bei Trump habe ich das Gefühl er denkt er sei immer noch bei seiner Reality-Show wo er einmal pro Woche zu jemanden sagen muss: "You're fired!"

  • Der "Moron" Zwischenfall war sicherlich nicht gut für das Arbeitsverhältnis Trump-Tillerson; zu der Entlassung führte er jedoch nicht.

     

    Neben den in dem Artikel genannten Gründen (und noch einigen anderen) war ein entscheidender Fehler von Tillerson, daß er auf Konfrontationskurs zu Nikki Haley ging (US Botschafterin bei der UN).

     

    So hatte Trump letzten Endes nur die Wahl: entweder neuer Außenminister oder neuer UN-Botschafter...

  • Hm, ich denke, auch ein US-Präsident hat so etwas wie eine "Richtlinienkompetenz". Wenn Tillerson ein Eigenleben entwickelt, mit dem er Trump in die Quere kommt, muß er mit so einer Konsequenz rechnen.

    Sein schlimmster Fehler war wohl, Trump einen Dummkopf (einigen Quellen zufolge "fucking moron") zu nennen. :) https://www.youtube.com/watch?v=E5IQnQhzMSI

    • @jhwh:

      Die Wahrheit auszusprechen beeinträchtigt ja die Richtlinienkompetenz nicht ;)

      • @dasOimel:

        Der uebliche Gag waere nun zu antworten, "Aber das war Geheimnisverrat!" - andererseit trifft es das aber eigentlich auch nicht...