Kampf gegen „Wokeness“: Weißes Haus will weißere Museen
Die Museen sollen „positivere“ Geschichten erzählen, findet die Trump-Regierung. Historiker:innen protestieren gegen „ideologische Attacke“.
Foto: Rahmat Gul/ap
Angekündigt hatte es sich schon länger: Im Sommer vergangenen Jahres äußerte sich US-Präsident Donald Trump zur angeblich falschen Darstellung der Geschichte des Landes in den großen Washingtoner Museen. Die Smithsonian-Stiftung, die vor allem in Washington mehrere Häuser betreibt, sei „außer Kontrolle“, klagte er damals auf eigenem Social-Media-Produkt „Truth Social“. Alles drehe sich dort darum, „wie schrecklich unser Land ist, wie schlimm die Sklaverei war und wie wenig die Unterdrückten erreicht haben – nichts über Erfolge, nichts über Strahlkraft, nichts über Zukunft“.
Damals kündigte Trump eine „Überprüfung“ an. Das Smithsonian erhielt vier Monate Zeit „polarisierende oder ideologisch beeinflusste Sprache durch einheitsstiftende, historisch korrekte und konstruktive Beschreibungen“ zu ersetzen. Der Smithsonian-Etat stammt wesentlich aus Bundesmitteln – Trump könnte also am Geldhahn drehen.
In dieser Woche nun wurde nachgelegt: Kaum zufällig am 4. Juli, an dem sich die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten zum 250. Mal jährte, veröffentlichte das Weiße Haus einen „Report“. Darin wird dem „National Museum of American History“ – Teil des Smithsonian-Geflechts – unter anderem „ideologischer Aktivismus“ attestiert.
Statt dem „amerikanischen Volk verstehen zu helfen“, wo das Land herkomme, „was es so besonders mache und warum es erhaltenswert sei“, heißt es in dem 162-seitigen Papier, erzähle das Museum „die amerikanische Geschichte als politisches Werkzeug“. Anthea Hartig, seit 2019 seine Direktorin, habe ausdrücklich erklärt, eine ihrer Rollen sei es, Forschung und Lehre zu verbinden mit Aktivismus und dem Eintreten für soziale Gerechtigkeit.
Widerspruch von Expert:innen
Scharf kritisiert hat den „Report“ wiederum die Organization of American Historians (OAH), die größte Vereinigung von Geschichtswissenschaftler:innen im Land. Die Administration präsentiere eine maskierte „parteiische ideologische Attacke“. Das neue Papier sei nur das jüngste Kapitel einer „breiter angelegten, systematischen Kampagne“.
Was Trump und die Seinen als „Weglassen ruhmreicher Kapitel“ der US-Geschichte betrachten, ist aus Sicht der Historiker:innen gerade die Anerkennung von „Konflikt, Kampf und Diversität“; also „der Komplexität“, die stets die „amerikanische Erfahrung definiert“ habe.
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