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IOC führt Geschlechtertests wieder einKulturkampf wird olympische Disziplin

Frauen müssen sich künftig vor Olympia einem Geschlechtertest unterziehen. Grundlage für die Entscheidung ist eine konstruierte Bedrohung.

Regiert mit harter Hand: IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat den „Schutz des Frauensports“ ganz oben auf ihre Agenda gesetzt Foto: Peter Kneffel/dpa

D ie Rolle rückwärts ist vollbracht. Neun Monate wurde sie einstudiert. Am Donnerstag konnte Kirsty Coventry, die Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, sie erstmals vorführen. Von nun an, so verkündete sie, müssen sich Frauen wieder einem Geschlechtertest unterziehen. Diesen hatten die Sportverbände einst in den 1960er Jahren obligatorisch eingeführt, ehe er in den späten 1990er Jahren vom IOC als rückständig bewertet und abgeschafft wurde.

Anfangs schaute das medizinische Fachpersonal noch in die Hosen, künftig soll ein einmaliger Speicheltest klären, wer denn wirklich eine Frau ist. Menschen mit intergeschlechtlichen Anlagen und einem Y-Chromosom sollen schon bei den nächsten Olympischen Sommerspielen 2028 genauso wenig antreten dürfen wie trans Sportlerinnen.

Überrascht dürfte von der Entscheidung niemand sein. Schon der Name der Arbeitsgruppe, die Kirsty Coventry wenige Monate nach ihrer Wahl im vergangenen Juni einsetzte, gab das Ergebnis vor: „Working Group on the Protection of the Female Category“. Dass der Sport von trans Frauen und intergeschlechtlichen Menschen, deren Anteil im Leistungssport im Promillebereich liegt, bedroht ist, war bereits eine kühne Grundannahme.

Den Ausschluss von Sportlerinnen nun als ein Ergebnis zu präsentieren, das auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse gefällt wurde, die in der Arbeitsgruppe zusammengetragen wurden, zeugt von einer gewissen Unverfrorenheit. Der Ausschluss ist vielmehr Ergebnis eines Kulturkampfes, der auch den Sport erreicht hat und besonders intensiv bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris entbrannte.

Thema im US-Wahlkampf

Über die zwei Boxerinnen Imane Khelif aus Algerien und Lin Yu-ting aus Taiwan wurde damals jede Menge Hass ausgeschüttet. Als Männer wurden sie beschimpft, die Frauen verprügeln würden. Grundlage dafür waren zweifelhafte und intransparente Geschlechtertests eines korrupten und suspendierten Boxweltverbandes, der von einem Freund Wladimir Putins geführt wird.

Donald Trump befeuerte die Debatte für seinen Wahlkampf und höhnte über die spätere Goldmedaillengewinnerin Khelif. Die Entscheidung des IOC ist, wie der US-Präsident und Kulturkämpfer Trump am Donnerstag betonte, Resultat seines Dekrets vom Februar, mit dem er Schulen und Universitäten den Entzug von Fördermitteln ankündigte, sollten sie trans Sportlerinnen an Frauenwettbewerben teilnehmen lassen. Trump hatte auch erklärt, für die Olympischen Spiele in Los Angeles keine trans Sportlerinnen einreisen zu lassen.

So eindeutig wie Kulturkämpfer sehen Wissenschaftler die Angelegenheit nicht. Das zeigt dieser Tage der Fall der taiwanesischen Boxerin Lin Yu-ting. Nachgereichte medizinische Unterlagen bewegten den Weltverband World Boxing dazu, Lin Yu-ting entgegen dem ersten negativen Testergebnis doch als weiblich einzustufen. Intergeschlechtlichkeit und ihre Auswirkungen auf den Sport sind ein komplexes Feld, das mit binärem Denken nicht zu erfassen ist.

Allgemein vorstellbar sollte sein, wie beschämend und beeinträchtigend solche Prozeduren für Betroffene sein können. Welchen Preis möchte man für das propagierte Mehr an Fairness zahlen, wenn Gewinnerinnen im Leistungssport sowieso im Vergleich zur Konkurrenz von besonders vorteilhaften Ausnahmekörpern profitieren?

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taz-Sportredakteur
Jahrgang 1971, bis Ende März 2014 frei journalistisch tätig. Seither fest mit dem Leibesübungen-Ressort verbunden.
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26 Kommentare

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  • Da es für die Betroffenen schwer ist, keine Frage.

    Aber am Ende muss man die Frage stelle, was der Frauensport will:



    Frauen fördern und eine Chance geben oder integrativ über derartige Themen hinwegsehen?

    Man kann es hier nicht allen recht machen. Und ich bin der Meinung, es ist sinnvoller es für 95% der Frauen gerecht zu machen, statt 5% im Fokus zu haben, und der Rest muss eben damit leben mit der Unfairness die damit einhergeht. ( Richtige Zahlen hier bitte einsetzten)

    Ich kann nur sagen:



    Ich war auf einem Amateur-Turnier im Kampfsport mit Trans, etc. alle nett, super Event , keine Frage., von der Seite sofort wieder.



    Gewonnen haben aber in 3 von 3 Kategorien Transfrauen, bei vielleicht 5 Anwesenden auf 100…. Und das lässt mich als Frau in einem eh schon männerdomimierten Sport etwas ratlos zurück. Im Verein sind wir auch nur 5 Frauen auf um die 30 Männer… da sind wir schon unterlegen.

    Und das heißt: ich werde als cis-Frau in meinem Nischensport kaum Chancen haben. Entweder sind es Männer, oder Transfrauen. Das ist für mich bitter.

    Ich kann den Sport also nur aus Spaß an der Freude machen. Plätze, Gewinne, Medaillen. Keine Chance.

  • Bei einigen Kommentaren zu diesem Thema habe ich seit jeher wiederholt den Eindruck, dass manche gar nicht den Unterschied zwischen Transgeschlechtlichkeit und biologischer Intergeschlechtlichkeit wahrnehmen.

    • @Waldreamer:

      Auf meine trifft das sicher zu, danke für den Hinweis!

  • "Menschen mit intergeschlechtlichen Anlagen und einem Y-Chromosom sollen schon bei den nächsten Olympischen Sommerspielen 2028 genauso wenig antreten dürfen wie trans Sportlerinnen."

    Stimmt das denn?

    Oder sollen sie einfach nur in der Kategorie mit anderen Y-Chromosom-Trägern antreten?

  • Entschuldigung, aber so nobel die Intention des Artikels auch ist, so unsinnig ist die Argumentation, dass binäres Denken und Kategorien nicht weiterhelfen würden. Es ist nunmal so: im Sport gibt es diese Trennung, würde man sie aufheben, gewännen nur Männer, logisch. Also entweder schafft man eine dritte Kategorie oder man testet. Oder man lässt das mit dem Sport und den Wettkämpfen einfach sein. Aber so zu tun, als wäre doch alles easy und die Frauen sollen sich mal nicht so haben, erweist dem Feminismus und Transaktivismus einen Bärendienst.

  • Wieso werden nur Frauen getestet?

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Es nicht notwendig ist, Männer zu testen, da es keine Zugangsbeschränkungen für Männer-Wettbewerbe gibt.

      cis Männer müssen nicht geschützt werden, weil sie im Sport die leistungsfähigste Gruppe sind. Bisher konnten etwa trans Männer auch mit Hormontherapie bei den Männern starten, ein therapeutic use exemption vorausgesetzt.

      • @gyakusou:

        "cis Männer müssen nicht geschützt werden, weil sie im Sport die leistungsfähigste Gruppe sind."

        Das ist gleich doppelt merkwürdig. Einmal hängt es natürlich von der Sportart ab. Warum sollten z.B. Frauen schlechter schießen können?



        Und zum Anderen impliziert es, dass homosexuelle Männer weniger leitungsfähig sind.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Der Gegensatz zu cis ist trans, nicht homo.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Schießen gehört wie Darts oder Schach zu den 5% der Sportarten, bei denen körperliche Leistungsfähigkeit hinsichtlich Kraft oder Ausdauer einen untergeordnete Rolle spielt. Da können Frauen heute schon in gemischten Wettbewerben gegen Männer antreten.

          Es geht in der Diskussionen um Sportarten, wo ermittelt wird, wer am schnellsten rennt, am höchsten springt oder am weitesten wirft.

          Und wo habe ich impliziert, dass homosexuelle Männer weniger leitungsfähig sind? Homosexuelle Männer sind meist auch cis Männer.

          • @gyakusou:

            Ich möchte mich entschuldigen, dass ich Cis falsch gedeutet habe. Ich bin da wohl nicht auf dem Laufenden. Ist auch nicht ganz einfach, bei den immer wieder auftauchenden neuen Begriffen den Durchblick zu behalten. Zu meiner Zeit war der Begriff Bio-Männer.

            Aber zum eigentlichen Thema. Das Problem ist, dass man von XX und XY ausgeht. Das sagt allerdings nur einen kleinen Teil aus. Schon weil die Bandbreite sehr groß ist. Mit 1,50m Körpergröße wird man es z.B. kaum in die Basketball Nationalmannschaft schaffen. Egel ob XX oder XY.

            Bei TS ist viel wichtiger, ob und wie lange eine Hormonbehandlung stattfindet. Die Auswirkungen sind gravierend und nach längerer Behandlung liegt eine Frau mit XY in der normalen Bandbreite von Frauen mit XX. Es gab ja auch Reglungen, die das Berücksichtigen. Leider haben "Aktivisten" beider Seiten die sachliche Herangehensweise durch ideologische Kämpfe ersetzt. Das Ergebnis ist eine Diskriminierung von TS und IS.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              Das ist halt die Frage, ob jahrelange Hormonbehandlung wirklich ausreicht, um vorherige körperliche Vorteile auszugleichen. Da tun sich alle Studien schwer das nachzuweisen, auch weil es immer nur wenig Studienteilnehmer gibt und keine Leistungssportler dabei sind.

              Ich bin da skeptisch, denn diese Logik muss im Umkehrschluss selbstverständlich auch für trans Männer gelten, also die Transition von Frau zu Mann. Und ich bezweifle, dass jemand, der die weibliche Pubertät durchgemacht hat, irgendwann körperlich 1 zu 1 mit cis ("Bio") Männern mithalten kann. Auch mit jahrelanger Testosteron-Behandlung.

              • @gyakusou:

                "Das ist halt die Frage, ob jahrelange Hormonbehandlung wirklich ausreicht, um vorherige körperliche Vorteile auszugleichen."

                Nach meiner Erfahrung ist das so. Und wie gesagt. Innerhalb von XX und XY gibt es auch große Unterschiede. Wer exakt gleiche Vorrausetzungen will, müsste Menschen gegeneinander antreten lassen, die im Labor gezüchtet wurden.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Homosexuelle Männer mit XY-Chromosomen sind auch Cis-Männer - daher verstehe ich nicht, inwiefern aus der von Ihnen zitierten Passage folgen soll, ihnen werde ihre Leistungsfähigkeit abgesprochen?

  • Ich war gespannt, ob der Artikel ein gutes Argument liefert, aber leider nein. Nur „es ist kompliziert“ und Kritik an der Testprozedur.

    Habe selber nichts beizutragen, was nicht schon gesagt worden wäre, aber kurz wiederholt: separater Frauenleistungssport kommt Frauen zugute, indem er Menschen des körperlich weniger leistungsfähigen Geschlechts nur untereinander antreten lässt.

    Gäbe es einen fairen Weg, Transfrauen einfach in den Frauensport zu integrieren, hätte ich überhaupt nichts dagegen, aber es ist halt nicht fair.

    „Kulturkampf“ kann man wohl beiden Seiten vorwerfen.

    • @Hinkelstein:

      Einige Argumente, die Sie hier vermissen, finden Sie vielleicht hier im Tagesspiegel



      .



      www.tagesspiegel.d...port-15392440.html



      .



      Z.B., dass ein körperlicher Vorteil für Transfrauen äußerst schlecht belegt, in manchen Fällen eigentlich widerlegt ist.



      .



      Oder zu den Folgen von verpflichtenden Geschlechtstest über den Sport hinaus.



      .



      Lesenswert!

      • @ke1ner:

        Habe ihn gelesen, enthaltene Argumente: Erstens, es sei nicht anhand von Beispielen zwingend belegt, daß dieser Genotyp (welcher denn? Ich dachte es gebe verschiedene Arten von Intergeschlechtlichkeit) Vorteile bringe. Schwach. Und das zweite: Weil eine andere Frau irgendwann mal noch schneller gelaufen sei als Semenya, könne man ihr keinen Wettbewerbsvorteil attestieren. Sowas unlogisches hab ich lange nicht gehört.

        Abgesehen davon das selbe wie dieser Artikel: It’s complicated und Kritik an der Testprozedur. Kein Lösungsansatz. Würde ich insgesamt überhaupt nicht als ‚lesenswert‘ bezeichnen.

    • @Hinkelstein:

      Das habe ich bei vergleichbaren Artikeln auch schon geschrieben: Ich würde mir wünschen, dass Kritiker von Geschlechtertests und Zugangsbeschränkungen mal ganz detailliert erläutern, wie sie sich den Umgang mit Frauenwettbewerben vorstellen.

      Soll jeder, der sich als Frau fühlt und bezeichnet, bei den Frauen starten dürfen? Oder erst nach jahrelanger Hormontherapie? Nur wenn die Transition schon vor der Pubertät begonnen wurde? Soll es gemischte Wettbewerbe geben?

      Aber da kommen selten Vorschläge und Argumente.

      • @gyakusou:

        Ja. Um nochmal auf den Begriff des „Kulturkampfes“ zu sprechen zu kommen: Aus meiner Sicht ist das Nervige, daß Kritiker automatisch im rechten und transfeindlichen Milieu vermutet werden. Aber ich z.B. bin linksgrün und wünsche Transmenschen das allerbeste. Aber ist es angemessen, Systeme, die 99,999% der Menschen gerecht werden, zu kippen, weil sie für die Ausnahmen nicht passen? Ich finde (zumindest in einem Fall wie diesem, wo es um sowas unwichtiges wie Sport geht) nicht. Keine olympische Goldmedaille zu gewinnen ist ein zumutbarer Schicksalsschlag. Dann geht das halt nicht.

  • "Intergeschlechtlichkeit und ihre Auswirkungen auf den Sport sind ein komplexes Feld, das mit binärem Denken nicht zu erfassen ist."

    Blöderweise kann man bei einem Frauenwettkampf entweder mitmachen dürfen oder halt nicht. Da die Entscheidung binär ist läßt sich das komplexe Feld schwer abbilden.

    Und nach dem Eigenempfinden kann man nicht gehen. Jede halbwegs trainierte/talentierte Transfrau (ohne medizinische Geschlechtsanpassungen) ist den anderen Teilnehmerinnen einfach haushoch überlegen. Jede als Frau geborene Frau braucht da gar nicht mehr mitmachen. Das kann es ja auch nicht sein...

  • Ich denke es ist aussichtslos die Fragen nach "Geschlechtertests" zu diskutieren oder zu bewerten ohne dem sehr grundsätzliche Überlegungen voran-zu-stellen.

    1.) Wir unterscheiden heute in sehr vielen Disziplinen zwischen Wettbewerben unter Frauen und Wettbewerben unter Männern.

    2.) Das wurde so eingeführt weil Frauen sonst dort wo Männer im Schnitt physische Vorteile haben erst gar nicht antreten brauchen, da chancenlos.

    Wenn wir heute anfangen zu sagen "Geschlecht" im juristischen Sinne ist frei wählbar und bioloigisches Geschlecht nicht prüfen.

    Dann:

    A.) Kann jeder mänliche Athlet als "Frau" unter der schächeren Konkurenz biloligischer Frauen starten und in vielen Disziplinen dort um ein vielfaches leischter gewinnen.

    B.) Die Unterscheidung zwischen Frauen und Männer -Wettbewerben verliert dann seinen ursprünglichen Sinn.

    C.) Dann müsste man die Unterscheidung zwischen Frauen und Männer eigentlich aufgeben und beide Geschlechter in den gleichen Wettbewerben starten lassen.

    D.) Was bedeutet das es in Disziplinen mit physichen Vorteilen für Männer sehr bald keine weiblichen Athleten mehr geben wird weil diese recht chancenlos sind.

    Bitte mal drüber nachdenken, Danke.

    • @Jörg Heinrich:

      So ganz will ich mich dem nicht anschließen, dass Frauen schwächer als Männer sind. Es lassen sich Kategorien bilden (für Personen beliebigen Geschlechts) nach Gewicht, Körpergröße, evtl. Muskelumfang oder eben anderen Größen, die ungefähr gleichstarke Personen zusammenbringen. Im Prinzip auch Gruppen gleich starker Personen aufgrund der Ergebnisse vorheriger Wettbewerbe.



      Ihre systematischen Überlegungen finde ich übrigens hilfreich und gut nachvollziehbar.

      • @Brombeertee:

        Wie sollen gemischte Wettbewerbe mit unterschiedlichen Kategorien in der Praxis funktionieren? Bei identischem Gewicht, Körpergröße, Armlänge usw. ist ein cis Mann trotzdem stärker und schneller als cis Frauen im Leistungssport.

        Außerdem überfordert es gerade kleine Sportarten, statt zwei Wettbewerben (Männer/Frauen) jetzt 5 oder 10 Kategorien zu haben.

        Und Frauen werden von dieser Zersplitterung massiv benachteiligt, weil sie dann nur noch in den unteren Kategorien antreten und alle Top-Kategorien mit den besten Athleten mit der meisten medialen Aufmerksamkeit rein von Männern dominiert werden. Noch mehr als jetzt schon.

    • @Jörg Heinrich:

      Nicht zu vergessen ist auch noch der Schutzgedanke in Kampfsportarten, die sowieso schon ein hohes Verletzungsrisiko bergen, da biologische Frauen in der Regel gegenüber biologischen Männern neben der geringeren Kraft auch einen fragileren Knochenbau haben. Bitte Beispiele wie den Kampf Couchkartoffel Raab gegen Regina Halmich außen vorlassen, es geht hier um Leistungssportler.

      • @Wurstfinger Joe:

        Ein gutes Beispiel ist dafür übrigens der MMA-Kampf zwischen Fallon Fox und Tamikka Brent, der mit erheblichen Verletzungen für letztere endete.

    • @Jörg Heinrich:

      Es sind nicht einmal nur Sportarten mit physischen Vorteilen für biologische Männer. Selbst im Schach gibt es keine Frau unter den ersten 100 der geschlechtsneutralen Weltrangliste (und noch ein gutes Stück darunter). Um Frauen nicht komplett als Mitstreiter zu verlieren, gibt es im Schach offene Turniere (geschlechtsunspezifisch) und Frauenturniere. Wäre vielleicht auch für die Leichtathletik etc. eine Option, um den Mann/Frau-Gegensatz etwas abzumildern.