Gratulationsschreiben an Epstein: Trump klagt nach Schlappe weiter gegen „Wall Street Journal“
Das „Wall Street Journal“ berichtete über eine Verbindung des US-Präsidenten zu Sexualstraftäter Epstein. Trotz einer ersten Schlappe vor Gericht gibt Trump nicht auf.
dpa Der juristische Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Wall Street Journal geht in die nächste Runde. Nach einer ersten Schlappe für Trump vor Gericht im April reichte der Republikaner am Mittwoch eine überarbeitete Klage gegen die Herausgeber der Zeitung ein, wie das WSJ berichtet.
Im Kern geht es dabei um die Veröffentlichung eines Gratulationsschreibens an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Trump behauptet, dadurch verleumdet worden zu sein. Vor wenigen Wochen war die Klage von einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Florida vorläufig abgewiesen worden.
Richter Darrin P. Gayles urteilte, Trump habe nicht plausibel darlegen können, dass die Zeitung mit der Veröffentlichung des Schreibens an Epstein in „böswilliger Absicht“ gehandelt habe. Bestimmte Kriterien seien zudem „bei Weitem“ nicht erfüllt worden.
In der nun überarbeiteten Klage heißt es den Angaben nach, das Wall Street Journal habe in mehreren Punkten in böswilliger Manier gehandelt. Zudem wird darauf verwiesen, dass der US-Präsident eine Beteiligung an dem Brief mehrfach dementierte. In der Klage fordert Trump wie auch zuvor einen Schadenersatz in Milliardenhöhe.
Immer wieder Klagen
Die US-Zeitung hatte 2025 von einem angeblichen Glückwunschschreiben an Epstein zu dessen 50. Geburtstag im Jahr 2003 berichtet, das den Namen Trumps trägt. Die Zeitung stellt so eine weitere Verbindung zwischen Trump und dem US-Finanzier her. Der 2019 in Haft gestorbene Epstein betrieb über Jahre einen Missbrauchsring, dem eine bis heute unbekannte Zahl von Frauen und Mädchen zum Opfer fielen.
In dem Brief mit anzüglichem Inhalt sollen mit einem Marker die Umrisse eines Frauenkörpers gezeichnet worden sein – die Zeitung berief sich auf Einblick in Dokumente. Trump bestreitet, Urheber gewesen zu sein. Das WSJ zählt zum Portfolio des Medienmoguls Rupert Murdoch.
Immer wieder geht Trump rechtlich gegen ihm unliebsame Medien vor. Die britische Rundfunkanstalt BBC verklagte er zuletzt auf insgesamt 10 Milliarden US-Dollar. Auch gegen die New York Times reichte Trump bereits mehrfach Klagen ein.
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