Global Disability Summit: Menschen mit Behinderung leben laut Studie deutlich kürzer
Eine Unicef-Untersuchung sieht weltweit Defizite bei der Inklusion. Der Gipfel für die Rechte von Menschen mit Behinderungen soll daran etwas ändern.
Foto: Roberto Pfeil/dpa
epd | Menschen mit einer Behinderung haben einer Untersuchung zufolge im weltweiten Durchschnitt eine um 14 Jahre geringere Lebenserwartung. Die von der Unicef koordinierte Studie, die vom deutschen Entwicklungsministerium im Auftrag gegeben wurde, soll am Mittwoch auf dem Weltgipfel für Menschen mit Behinderung in Berlin vorgestellt werden, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. In den ärmsten Ländern betrage die Schere bei der Lebenserwartung sogar 23 Jahre, während der Abstand in den reichsten Ländern 10 Jahre sei.
Die geschäftsführende Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sagte dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“, zwar hätten 192 Länder die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen unterzeichnet, auch Deutschland. Trotzdem sei die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in keinem Land der Welt zu 100 Prozent umgesetzt. „Kein Land der Welt ist komplett barrierefrei“, sagte Schulze.
Laut der Studie gibt es weltweit erhebliche Unterschiede beim Zugang zu Therapien und Hilfsmitteln, wie das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ berichtet. Während in den reichsten Ländern 88 Prozent der Menschen mit Behinderung die erforderlichen Hilfsmittel wie Prothesen, Rollstühle und Hörgeräte erhalten, sind es in den ärmsten Ländern nur 11 Prozent.
Zum am Mittwoch beginnenden dritten globalen Gipfel für die Rechte von Menschen mit Behinderungen („Global Disability Summit“) werden mehr als 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus rund 100 Ländern in Berlin erwartet. Zur Eröffnung sprechen unter anderem der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), König Abdullah II. von Jordanien und die stellvertretende UN-Generalsekretärin Amina Mohammed. Ziel der zweitägigen Konferenz ist es, konkrete Fortschritte bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf den Weg zu bringen.
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