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Getötete Journalin Galizia auf MaltaGericht hält Unternehmer Fenech nicht für den Mörder

Die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia recherchierte zu Schmiergeldzahlungen von Fenechs Unternehmen und wurde ermordet. Fenech soll es nicht gewesen sein.

Es war der längste Mordprozess in der Geschichte Maltas: Angeklagt war Yorgen Fenech, einer der vermögendsten Männer des Inselstaates. Der Hauptverdächtige an dem Mord an der Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia wurde am Mittwochabend freigesprochen. Eine Jury befand mit acht zu einer Stimme, dass Fenech weder Beihilfe zum Mord noch kriminelle Verschwörung nachzuweisen sei.

Der 44-jährige Geschäftsmann Fenech war bereits 2019 festgenommen worden, als er versucht hatte, Malta mit seiner Jacht zu verlassen. 2025 kam er gegen Kaution auf freien Fuß, am 1. Juli 2026 begann die Hauptverhandlung. 55 Tage verbrachten die Geschworenen im Gerichtssaal, hörten die Aussagen von mehr als 100 Zeugen an, darunter Polizeibeamte, verurteilte Mörder, der ehemalige Stabschef des Premierministers, Keith Schembri, sowie Fenech selbst. Am Ende war er ein freier Mann. Die Angehörigen Caruana Galizias brachen im Gerichtssaal in Tränen aus.

Fenechs Großvater Tumas hatte eine der heute größten Unternehmensgruppen Maltas gegründet. Fenech übernahm diese 2013. Eins davon heißt „17 Black“. Die Journalistin Caruana Galizia hatte vor ihrem Tod dazu recherchiert. Das Datenleak der Panama Papers hatte nahegelegt, dass Fenech Millionen an Schmiergeld an zwei Regierungsmitglieder zahlen wollte, weil er 2013 die lukrative Konzession für Bau und Betrieb eines Gaskraftwerks auf Malta erhalten hatte. Die auf 5.000 Euro pro Tag gesplitteten Summen sollten über Fenechs Offshore-Firma „17 Black“ an die Offshorefirmen der beiden Minister fließen.

Die Staatsanwaltschaft hatte vorgebracht, dass Fenech seinen Fahrer beauftragt hatte, Auftragskiller zu finden und anzuheuern. Der Fahrer wurde 2019 vom maltesischen Präsidenten begnadigt und zum Kronzeugen der Anklage in diesem Fall. Er erklärte den Geschworenen, dass Fenech den Mord persönlich in Auftrag gegeben und ihm 450.000 Euro zur Bezahlung der Mörder übergeben habe.

Attentat mit Autobombe

Im Oktober 2022 bekannten sich die Brüder Alfred und George Degiorgio zu Beginn ihres Prozesses schuldig, den Mord ausgeführt und die Autobombe gezündet zu haben. Sie wurden daraufhin zu jeweils 40 Jahren Haft verurteilt. 2025 waren die beiden Malteser Robert A. und Jamie V. zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie den Sprengstoff für das Autobomben-Attentat beschafft hatten.

Der im Land damals äußerst beliebte Regierungschef Muscat war wegen der Affäre Anfang 2020 zurückgetreten. Eine 2021 veröffentlichte Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Muscats Regierung ein „Klima der Straflosigkeit“ für diejenigen geschaffen habe, die Caruana Galizia zum Schweigen bringen wollten.

„Der heutige Tag hätte Daphne gehören sollen“, heißt es in der Erklärung, die Caruana Galizias Angehörige unmittelbar nach dem Freispruch am Mittwoch verbreiteten. „Ihre Träume und unsere wurden zerschlagen, als sie im Alter von nur 53 Jahren vor ihrem Elternhaus ermordet wurde.“

Sie wäre nicht ermordet worden, hätte sie nicht „die korrupten Verbindungen zwischen Yorgen Fenech, dem damaligen Energieminister Konrad Mizzi und dem Stabschef des Premierministers, Keith Schembri, aufgedeckt,“ so die Familie weiter. Neun Jahre nach Caruana Galizias Ermordung seien die „institutionellen Versäumnisse, die ihren Mord ermöglichten, nach wie vor nicht aufgearbeitet und nicht behoben worden“.

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