Gestrandeter und verstorbener Buckelwal: Was die Senderdaten verraten
Der gestrandete Buckelwal war zwischen seiner Freisetzung und seinem Tod noch kurz aktiv unterwegs. Worauf weisen die Daten seines Senders noch hin?
Foto: Jens Büttner/dpa
dpa | Die Freiheit in der Nordsee konnte der mehrfach an Ostseeküsten gestrandete Buckelwal nicht lange genießen: Das Tier habe nach seiner Freisetzung am 2. Mai wohl nur noch bis zum 6. oder 7. Mai gelebt, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Schwerin. Darauf wiesen die ausgewerteten Daten des Senders hin, den das Tier zuletzt getragen hatte. Danach sei er mehr oder weniger gedriftet beziehungsweise das Signal sei abgebrochen.
Mehr als 200 Kilometer geschwommen
Bis zu seinem Tod hatte der Buckelwal Backhaus zufolge etwa 215 Kilometer zurückgelegt – und war direkt wieder auf Kurs Richtung Ostsee. Dort war er Backhaus zufolge auch wieder langsamer geschwommen und war auch nicht mehr so tief wie zuvor getaucht. Es sei traurig, wie es für das Tier ausgegangen ist. „Er hat die Chance nicht nutzen können“, sagte Backhaus.
Der Tracker hatte Backhaus zufolge bis zum 7. Mai Daten geliefert, darunter Wassertiefe, Temperaturen, Bewegungsabläufe und Geschwindigkeit. Alle Daten sollen noch der Wissenschaft zur Verfügung gestellt werden, hieß es.
Der Tracker der Firma Wildlife Computers war an der Rückenfinne des geschwächten und beim Transport verletzten Tieres befestigt worden, kurz bevor es im Zuge der umstrittenen Transportaktion einer privat finanzierten Initiative ins offene Meer gesetzt wurde.
Der Wal hatte zuvor wochenlang vor der mecklenburgischen Insel Poel gelegen. Die Privatinitiative transportierte ihn mit einem Lastkahn Richtung Nordsee, etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt wurde er im Skagerrak am 2. Mai ausgesetzt.
Etwa zwei Wochen nach Freisetzung tot angespült worden
Knapp zwei Wochen später, am 14. Mai, wurde der oft „Timmy“ genannte Buckelwal – ein Weibchen – tot an der dänischen Insel Anholt angespült. Wie lange er da schon tot war, konnte nicht gesagt werden.
Nach Verlautbarung der Initiative waren anfangs zumindest einige Bewegungsdaten wie Tauchtiefen erfasst worden. Ortsdaten hatte das Gerät demnach nie geschickt, wohl weil es vorab nicht wie eigentlich vorgesehen getestet und initialisiert wurde. Vitalzeichen im medizinischen Sinne wie Herz- oder Atemfrequenz erfasste der Sender gar nicht, dafür wäre eine spezielle Sensorik nötig gewesen.
Der schon stark verweste Kadaver des Wals wurde nach der Strandung auf der dänischen Insel Anholt obduziert, zunächst ohne konkrete Ergebnisse zur Todesursache. Die Überreste des Tieres sollten in Dänemark unter anderem zu Biodiesel verwertet werden.
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