Geiselnahme in der JVA Münster: Polizei erschießt Häftling

Weil er eine Bedienstete als Geisel nahm, ist in der JVA Münster ein Häftling von der Polizei erschossen worden. Die Frau blieb unverletzt.

Uniformierte Einsatzkräfte unterhalten sich neben einem Auto

Nordrhein-Westfalen, Münster: Einsatzkräfte nach der beendeten Geiselnahme Foto: dpa

MÜNSTER dpa/taz | Ein Häftling ist bei einem Polizeieinsatz in der JVA Münster erschossen worden. Das bestätigte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Justizministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Der Häftling soll zuvor eine Bedienstete als Geisel genommen habe.

Die Polizei hatte um kurz vor 10 Uhr morgens via Twitter mitgeteilt: „Einsatzlage beendet. Geisel unverletzt befreit. Der Täter ist bei dem Einsatz ums Leben gekommen.“ Die Polizei war gegen 6.30 Uhr alarmiert worden. Sie war mit einem Großaufgebot an der JVA im Einsatz.

Die Justizvollzugsanstalt Münster liegt mitten in der Stadt. Wegen des Einsatzes war der Straßenverkehr im Umfeld gestört. Details zum Täter wurden zunächst nicht bekannt. Die Geisel blieb nach ersten Angaben unverletzt.

Das Gefängnis in Münster ist nur noch zum Teil mit Gefangenen belegt. Seit Jahren ist ein Neubau im Osten der Stadt geplant. Der Bau soll 2025 bezogen werden.

2016 musste ein Teil der JVA innerhalb von 48 Stunden geräumt werden, weil Teile des denkmalgeschützten Gebäudes als einsturzgefährdet galten. Die Evakuierung des 160 Jahre alten Bereiches hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die rund 500 Häftlinge wurden kurzfristig auf andere Gefängnisse in NRW verlegt.

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