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Französische Verteidigerin KarchaouiÜberall mit Überblick

Sakina Karchaoui sucht die Schönheit der Kombination mehr als den Ruhm. Und ist als weibliche muslimische Fußballerin ein Vorbild in Frankreich.

„Eine Vorlage zu liefern, löst noch mehr Emotionen in mir aus, als selbst ein Tor zu schießen“, sagt Sakina Karchaoui im Interview mit dem französischen Fußballverband und lächelt. Niemanden, der ihrem Spiel zuschaut, kann das wundern. Karchaoui ist eine, die den Überblick behält, die versteht, wer wann wohin zu laufen hat, die in den perfekten Laufweg spielt und die Schönheit einer vollendeten Kombination mehr sucht als den persönlichen Ruhm durch ein Tor.

Dass die Außenverteidigerin neben ihrem Spielverständnis auch mit Ausdauer und physischer Präsenz punktet, zeigen ihre häufigen Aktionen in der Offensive. Beim ersten Spiel des französischen Teams bei dieser EM war ihre Qualität im Angriff besonders gefordert: Gegen England vertrat Karchaoui die verletze Griedge Mbock als Kapitänin und trat im linken Mittelfeld an.

Mit 29 Jahren gehört Karchaoui zu der Generation Fußballerinnen, die im Laufe ihrer ­Karriere große Sprünge in der Professionalisierung des Sports erlebt haben. Karchaoui wuchs in der südfranzösischen Kleinstadt Miramas auf. Erst mit zehn Jahren wurde sie Mitglied beim heimischen Verein US Miramas, vorher war sie Straßenfußballerin und kickte vor allem mit Jungs.

Spät entdeckt

Nach zwei Jahren im Orts­verein entdeckte Montpellier HSC das Talent der damals 13 Jahre alten Karchaoui bei einem Turnier. Sie zog in die Provinzhauptstadt und debütierte mit 16 Jahren für Montpellier in der höchsten französischen Spielklasse, der Division 1 Féminine. Ab 2014 kam sie dort regelmäßig zum Einsatz.

Mit 24 Jahren wechselte Karchaoui zu Olympique Lyon und zog schon nach einer Spielzeit 2021 weiter zu ihrem heutigen Verein Paris Saint-Germain FC. Seit 2012 kommt Karchaoui auch für die Nationalmannschaft zum Einsatz, zunächst in Nachwuchs­teams, mit 20 Jahren zum ersten Mal auch für die A-Auswahl. Die WM in Australien 2023 war Karchaouis fünftes großes Turnier für Les Bleus.

Dass bei diesem Turnier zum ersten Mal in der Geschichte auch Marokko an einer WM teilnahm, erfülle sie mit besonderer Freude, sagte Karchaoui damals auf einer Pressekonferenz. Ihre Eltern sind marokkanische Ein­wan­de­re­r:­in­nen und sie sei stolz auf ihre Wurzeln. Ihren muslimischen Glauben lebt sie offen aus, zum Beispiel über Instagram, wo sie zum Ende des Ramadan im März ein frohes Fastenbrechen wünschte.

In einer Gesellschaft wie der französischen nimmt Karchaoui durch ihre Offenheit eine Vorbildrolle ein, mit der sie zeigt: Weiblich, muslimisch, Kind migrantischer Eltern und als Profifußballerin eine der Erfolgreichsten – aucun problème!

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1 Kommentar

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  • Im Teaser steht, Sakina Karchaoui sei eine muslimische Migrantin. Aus dem Artikel geht allerdings, richtigerweise, hervor, dass sie das Kind von Migranten aus Marokko ist. Sie ist also in Frankreich geboren und Französin. Damit ist sie keine Migrantin. Sie ist eine Französin mit internationaler Familiengeschichte. Ändern natürlich nichts daran, dass sie dadurch und die Art, in der sie lebt und Fußball spielt, ein interessanter Mensch ist. Deshalb danke für den Artikel. Aber gerade die Taz sollte an dieser Stelle ein bisschen mehr Sorgfalt walten lassen.