Frankreichs Rechtsextreme: Katzenmord spaltet Front National
Parteichefin Marine Le Pen zieht aus dem Haus ihres Vaters und Parteigründers Jean-Marie Le Pen aus. Die Gründe liegen im Tierreich.
PARIS taz | Zwischen seinem Dobermann und seiner Tochter musste der französische Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen wählen. Er hat sich für seinen Hund entschieden, und seine Jüngste, Marine Le Pen, zieht aus der Dépendance der väterlichen Villa „Montretout“ in Saint-Cloud bei Paris aus.
Mit 46 Jahren ist es sicher nicht zu früh, wenn die heutige Parteichefin des Front National mit ihren drei Kindern aus dem Elternhaus auszieht. Offenbar brauchte es aber einen Anlass oder Vorwand. Und den hat nun angeblich einer von Vater Le Pens bisswütigen Hunden geliefert, der eine der Katzen der Tochter brutal attackiert und tödlich verletzt hat.
Der Dobermann muss wohl die fremdländische Herkunft der Bengalkatze gewittert und in einem xenophoben Reflex gebissen haben. Da Jean-Marie Le Pen und seine Tochter Marine selber auch in letzter Zeit in verschiedenen politischen Fragen, namentlich wegen der antisemitischen Äußerungen des FN-Gründers, bildlich wie Hund und Katz' waren, brachte der tierische Streit das Fass zum Überlaufen.
Marine Le Pen hat sich unweit der väterlichen Villa ein eigenes Haus mit Umschwung gekauft, in das sie so rasch wie möglich umzieht. Da ihr angeblich wegen zu vieler Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung der Führerschein entzogen worden ist, muss sie in Zukunft allerdings ihren Vater zu Fuß besuchen. Ein Anwaltsbüro, dem sie die Honorare schuldig geblieben sein soll, hat die peinliche Affäre publik gemacht.
Ihr bisheriges Domizil in der Residenz „Montretout“ wird übrigens nicht lange leer bleiben. Die würdige Nachfolgerin ist ihre Nichte Marion Maréchal-Le Pen, die mit ihren erst 26 Jahren bereits als FN-Abgeordnete in der Nationalversammlung sitzt und eine günstige Unterkunft in der Hauptstadt sucht.
Die blonde Enkelin von Jean-Marie Le Pen gilt bereits als politische Bannerträgerin des FN. Sie will zugleich zugleich als Vertreterin der nächsten Generation nach Marine Le Pen die Partei- und Familiengeschichte fortsetzen.
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