Feministische Brennpunkte: Feminist*innen aller Länder, hier braucht es euch
Argentinien, USA, Russland – nahezu überall auf der Welt werden Frauen und Queers entrechtet. Wo Solidarität jetzt besonders notwendig ist.
Inhaltsverzeichnis
Iran
Die Lage: Der Kampf um Gleichberechtigung in Iran geht weit über geschlechtsspezifische Fragen hinaus; er ist zu einem nationalen, zukunftsbestimmenden Thema geworden. Im Kern steht die tiefgreifende Forderung, das Verhältnis zwischen Staat und Bürger neu zu definieren. Dabei steht eine Gesellschaft, die auf Freiheit und Gleichheit zusteuert, einer rechtlich-politischen Struktur gegenüber, die auf institutionalisierter Diskriminierung und Paternalismus beruht: der Islamischen Republik.
Sie ist viel mehr als eine Ansammlung vereinzelter diskriminierender Bestimmungen; sie ist ein Modell sozialer Ingenieurskunst, das Frauen als Bürgerinnen zweiter Klasse definiert und ihr Leben an Bedingungen knüpft. Wirtschaft, Bildung, der Arbeitsmarkt und sogar das soziale Kapital des Landes leiden unter diesem System. Eine Gesellschaft, die die Hälfte ihres menschlichen Potenzials an den Rand drängt, schränkt effektiv ihre eigene Fähigkeit zu Entwicklung, Kreativität und Wachstum ein.
Zum feministischen Kampftag am 8. März wird die wochentaz zur feministaz. Während Rechte von Frauen, trans, inter und nichtbinären Personen weltweit angegriffen und zurückgedreht werden, fragt die Ausgabe, was gegen Ohnmacht und Ratlosigkeit helfen kann. Unsere Antwort: Solidarität. Auf 52 Seiten zeigt die feministaz, wie Solidarität im Großen wie im Kleinen gelebt wird. Auch auf taz.de wird das Thema vier Tage lang begleitet. Das ganze Editorial können Sie hier lesen.
Das braucht’s: Die Menschen in Iran haben in den letzten fünfzig Jahren erlebt, dass Freiheit und Gleichheit nicht durch offizielle Verhandlungen, Wahlgänge oder friedliche Proteste erreicht werden. Der Freiheitskampf ist so zur alltäglichen Praxis geworden und wird spätestens seit der „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung von Frauen und Männern Seite an Seite ausgetragen.
Angesichts fortwährender brutaler Repressionen durch das Mullah-Regime – mitermöglicht zumindest teilweise auch von der EU, die sich immer wieder auf Deals mit der Islamischen Republik einließ – scheint das iranische Volk nun gezwungen, den Preis eines Krieges zu zahlen, um die grundlegenden Rechte zurückzuerlangen, die ihm geraubt wurden. Dabei kann es jede Art feministischer Solidarität brauchen: mediale Aufmerksamkeit, Solidaritätsaktionen, und Widerstand gegen an alle Hinterzimmer-Deals, die kurzfristige geopolitische Stabilität über die Wünsche der Iranerinnen und Iraner stellen. (mqu)
Argentinien
Die Lage: Argentiniens Präsident Javier Milei geht mit der Kettensäge gegen die Rechte von Frauen, queeren und trans Menschen vor. Seit seinem Regierungsantritt 2023 hat er das Ministerium für Frauen, Gender und Diversität geschlossen, Programme für Geschlechtergerechtigkeit, Gewaltprävention und Inklusion gestrichen und Hass verbreitet. Eine Auswertung des Haushaltsentwurfs für 2026 zeigt, dass die Einsparungen der Regierung in den Bereichen Gleichstellung, Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt und Gewährleistung sexueller und reproduktiver Rechte dreimal so hoch sind wie die im restlichen Haushalt.
Ein Prozent der Stellen in den Behörden war bislang für trans Personen reserviert. Die Aufhebung dieser Quote drängt viele von ihnen in die Prekarität. Die Zahl an Hassverbrechen gegen LGBTIQ ist gestiegen. Die Kürzung des Programms Acompañar für Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt erschwert den Zugang zu rechtlicher und psychosozialer Hilfe. Auch Programme für Sexualkunde und zur Prävention ungewollter Schwangerschaften bei Jugendlichen wurden zusammengestrichen.
Das braucht’s: Gegen all diese Angriffe gibt es kontinuierlichen Widerstand. Raquel Vivanco, Gründerin der feministischen Organisation Ahora que si nos ven, hofft dabei auf internationale Soliaktionen, damit ihr Kampf „die ganze Welt erreicht“, sagt sie. Auch finanzielle Unterstützung würde den feministischen Gruppen ermöglichen, „ihre Arbeit fortzusetzen, Gewalt sichtbar zu machen und Betroffenen zu helfen“. (sbo)
China
Die Lage: Offiziell will die kommunistische Parteiführung die Gleichstellung von Frauen. Tatsächlich erlitt der Feminismus in China in den letzten Jahren aber herbe Rückschläge. Die Politik propagiert wieder verstärkt patriarchale Rollenbilder, in gesellschaftlichen Führungspositionen sind Frauen weiterhin stark unterrepräsentiert. Angesichts einer demografischen Krise will die Parteiführung die Geburtenrate im Land erhöhen. LGBTQ- sowie feministische Gruppen, die sich gegen patriarchale Zwänge einsetzen, nimmt sie als direkte Bedrohung wahr und geht besonders vehement gegen sie vor.
Feministische Studentenklubs mussten zuletzt schließen. Zudem hat die Zensur feministischer Inhalte in den sozialen Medien zugenommen. Und regelmäßig werden Frauenrechtlerinnen kriminalisiert, besonders seit im März 2015 die sogenannten Feminist Five in Peking verhaftet wurden. Sie wollten im Vorfeld des internationalen Frauentags Flyer zu sexuellem Missbrauch verteilen. Bei den historischen „Weißpapier“-Protesten gegen die rigide Null-Covid-Politik Ende 2022 in Peking verhaftete die Sicherheitspolizei dann gezielt Frauen. Sie vermutete, dass die Rädelsführer der Demos aus dem feministischen Umfeld stammten.
Das braucht’s: Spendengelder oder Beziehungen ins Ausland werden Aktivistinnen in strafrechtlichen Prozessen erschwerend zur Last gelegt. Nicht immun ist die kommunistische Parteiführung gegen internationalen öffentlichen Druck durch Berichterstattung und Solidaritätsaktionen. (kret)
Europäische Union
Die Lage: Die EU bleibt noch an vielen Stellen hinter dem Eigenanspruch einer „Union der Gleichstellung“ zurück. Besondere Gefahren drohen Frauen und queeren Menschen auf der Flucht. Und die jüngste Reform der EU-Grenzpolitik dürfte diese Lage bald noch verschärfen. Die darin vorgesehenen Schnellverfahren zur Beurteilung von Asylgründen für Menschen aus bestimmten Ländern sollen in Quasi-Haftlagern nahe der Grenzen stattfinden. Menschenrechtler*innen fürchten Zustände, wie einst im Elendslager Moria auf Lesbos.
Pro Asyl sagt: „Damit Frauen etwa erlittene geschlechtsspezifische Gewalt offenbaren können, braucht es Zeit, Sensibilität und eine unterstützende Umgebung.“ Nichts davon dürfte in den Lagern zu finden sein. Queere Geflüchtete dürfte es ähnlich treffen. Zudem müssen sie queerfeindliche Gewalt durch andere Geflüchtete fürchten. Dementsprechend sind Haftlager besonders schlecht geeignet, um solche Gewalt den Behörden gegenüber als Fluchtgrund geltend zu machen.
Das braucht’s: Gerade angesichts der europaweiten Wahlerfolge rechter Parteien ist Solidarität mit Geflüchteten nötig, etwa durch öffentlichkeitswirksame Aktionen oder auch durch Spenden. Organisationen wie zum Beispiel Action for Women oder Odyssea kümmern sich in Griechenland um weibliche Geflüchtete. Das Diotima Zentrum hilft queeren Menschen auf der Flucht. In Deutschland engagiert sich der Verband Queere Vielfalt (LSVD) mit dem Projekt Queer Refugees Deutschland.(fre)
DR Kongo
Die Lage: In der Demokratischen Republik Kongo werden Frauen immer wieder Opfer sexualisierter Gewalt. Sie arbeiten oft mit ihren Kindern auf den Feldern und sind dort oder auf dem Weg zwischen Haus und Feld schutzlos Angriffen von Bewaffneten ausgesetzt, die Lebensmittel plündern oder eine als feindlich angesehene Bevölkerung einschüchtern wollen.
Die gezielte Vergewaltigung von Frauen als Instrument zur gewaltsamen Festigung von Herrschaft über andere Bevölkerungsgruppen hat sich im Land in den Kriegen der vergangenen 30 Jahre fest etabliert. Ein Kriegsverbrechen, das Warlords und Generäle als Belohnung für sich und ihre Kämpfer sehen. Der kongolesische Frauenarzt Denis Mukwege mahnte im Februar 2026 im taz-Interview, Vergewaltigungen nähmen im aktuellen Krieg im Osten Kongos wieder stark zu.
Das braucht’s: Denis Mukwege gründete 1999 im ostkongolesischen Bukavu das Panzi-Krankenhaus zur Heilung und Betreuung von Vergewaltigungsopfern. Für seine Arbeit erhielt er 2018 den Friedensnobelpreis. Unzählige Frauen verdanken dem Panzi-Krankenhaus und ähnlichen Strukturen ihr Leben – etwa auch dem Krankenhaus Heal Africa in Goma. Beide Kliniken sind, wie lokale Frauennetzwerke auch, auf finanzielle Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Kongos Regierung hat zwar einen Fonds zur Unterstützung von Opfern sexualisierter Kriegsverbrechen gegründet, dessen Gelder sind aber in großem Umfang veruntreut worden.(dj)
Gazastreifen
Die Lage: Die humanitäre Situation im Gazastreifen ist weiter katastrophal. Nur auf etwa der Hälfte des Gebiets dürfen sich die palästinensischen Zivilistinnen und Zivilisten noch aufhalten. Dort stehen sie unter der Kontrolle der Hamas, die gegen Dissens brutal vorgeht. Hinzu kommt, dass der Großteil der Wohngebäude zerstört oder schwer beschädigt ist. Müll- und Abwasserbeseitigung funktionieren kaum. Sanitäranlagen werden meist von sehr vielen Menschen benutzt. Die Märkte sind zwar wieder gefüllt, die Güter kosten aber viel Geld. Und nach zwei Jahren Krieg ist ein großer Teil der Bevölkerung ohne Arbeit. Von der humanitären Lage sind Frauen und Kinder besonders betroffen. Hilfsorganisationen warnen etwa vor der Verbreitung von Durchfallkrankheiten, vor allem unter Kindern. Auch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind unter diesen Umständen äußerst kräftezehrend.
Die vorhandenen Daten zeigen eine Übersterblichkeit bei Männern im Gazastreifen. Teils, weil die Kämpfer der Hamas im Normalfall männlich sind. Und weil Männer exponierter sind, etwa wenn sie versuchen, Hilfsgüter zu ergattern oder Verwundeten nach Angriffen zu helfen. Zurück bleiben oft alleinerziehende Frauen und Kinder, die – wie fast überall – armutsgefährdeter sind. Außerdem gibt es Berichte, etwa von der UN, über sexuelle Gewalt seitens israelischer Soldaten gegenüber Frauen. Auch erreichten die taz wiederholt Berichte zu Übergriffen durch Hamas-Kämpfer. Unabhängig bestätigen lassen sie sich nicht.
Das braucht’s: Soll sich die Situation für Frauen und Kinder im Gazastreifen ändern, muss der zugrundeliegende Konflikt gelöst werden. Feministische Solidarität bedeutet hier also, die Zweistaatenlösung einzufordern und medial sowie auf der Straße für Frieden und Gleichberechtigung einzutreten. Bis das erreicht ist, braucht es finanzielle Unterstützung für Organisationen, die daran arbeiten, das unmittelbare Leid der Menschen zu lindern. Cadus etwa. (lks)
Russland
Die Lage: Russlands Gesellschaft erlebt seit einigen Jahren einen beispiellosen Wandel, geprägt von zunehmender staatlicher Reglementierung. Frauen stehen dabei besonders im Fokus. Seit den 1950er Jahren wurden ihre reproduktiven Rechte, insbesondere der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen, nicht derart eingeschränkt wie jetzt, sagt die Feministin und Juristin Julia Ostrowskaja. Privatklinken weigern sich unter dem Druck des Staates immer häufiger, Abbrüche durchzuführen. Staatliche Gesundheitseinrichtungen verzögern die Verfahren übermäßig lange. Das macht Abtreibungen für außerhalb großer Metropolen lebende Frauen zum Privileg.
Seit 2024 gilt zudem ein gesetzliches Verbot für „kinderfreie Propaganda“. Ostrowskaja sagt, diese Maßnahmen seien durch den Geburtenrückgang und Bevölkerungsschwund im Land motiviert. Extrem verschärft hat sich die Lage für queere Menschen. 2023 stufte das oberste Gericht die LGBTIQ-Bewegung als extremistisch ein. Wer sich outet und verdächtigt wird, sich in einer Gruppe zu organisieren, riskiert ein Strafverfahren.
Das braucht’s: Um sich vor staatlicher Verfolgung zu schützen, sind viele feministische und queere Menschen gezwungen, Russland zu verlassen. Im Ausland brauchen sie Unterstützung zum Erwerb eines Aufenthaltstitels. In Deutschland leisten Vereine wie Quarteera Hilfe. Für in Russland verbliebene Strukturen sei es wichtig, dass der Kontakt zu ihnen gepflegt werde, sagt Ostrowskaja. Außerdem brauche es eine solidarische Haltung internationaler Organisationen gegenüber russischen Feministinnen. (vbn)
USA
Die Lage: Kurz nachdem Donald Trump 2025 erneut als US-Präsident vereidigt war, begann er, die frauen- und LGBTIQ-feindliche Agenda der MAGA-Bewegung in Staatspolitik zu übersetzen. Er unterzeichnete einen Erlass, der inter und trans Personen den dritten Geschlechtseintrag im Reisepass verunmöglichen sollte. Und einen weiteren, um ihnen den Zugang zu geschlechtsspezifischen öffentlichen Räumen wie Toiletten oder Sportumkleidekabinen zu erschweren. Flankiert von einer beispiellosen medialen Hetzkampagne gegen die „Gender Ideology“ – die immer wieder in Gewalt mündet – folgten weitere politische Angriffe: Versuche, trans Personen aus dem Militär auszuschließen, sowie ihnen den Zugang zu Geschlechtsangleichungen oder Hormonbehandlungen zu verbauen.
Zeitgleich geht die US-Regierung unter dem Druck der an MAGA maßgeblich beteiligten evangelikalen Christen immer neue Wege, um die reproduktiven Rechte von Frauen einzuschränken. Die Abtreibungspille „Mifepriston“ ist in vielen Bundesstaaten heute schwerer zu erhalten, als noch unter Trumps Vorgänger. Zudem diskutiert die US-Regierung, das Abtreibungsgesetz zur Bundessache zu machen und restriktiv einzuschränken. Tech-Konzerne wie Meta und Google unterbinden derweil den freien Zugang zu Informationen über Abtreibungen mittels Zensur oder KI-generierter Falschinformation.
Das braucht’s: Der Widerstand gegen den antifeministischen Backlash in den USA ist vielfältig, sagt Margaret Viggiani. Sie ist Teil des Vorstands der Radical Women US. Mit ihrer Organisation mobilisiert sie regelmäßig für das Recht auf Abtreibung oder gegen die Entrechtung von LGBTIQ-Personen. Sie sagt, neben politischer Aufmerksamkeit und Soliaktionen sei die Vernetzung mit internationalen Feminist*innen besonders wichtig. „Das gibt uns viel Kraft und zeigt, dass wir nicht allein kämpfen.“ (tba)
Türkei
Die Lage: Unabhängige Frauenplattformen zählen jährlich Hunderte Femizide in der Türkei, meist durch (Ex-)Partner oder Angehörige. Aktivistinnen kritisieren, dass Schutzanordnungen oft nicht durchgesetzt werden und Täter regelmäßig mit Strafmilderungen rechnen können. Der Austritt der Regierung von Recep Tayyip Erdoğan aus der Istanbul-Konvention markierte 2021 einen Wendepunkt. Das international bindende Abkommen gegen Gewalt an Frauen wurde per Präsidialdekret aufgegeben. Der politische Backlash ist ideologisch flankiert. Bereits 2008 rief Erdoğan Frauen dazu auf, mindestens drei Kinder zu bekommen, 2014 bezeichnete er Gleichstellung als „gegen die Natur“. Dieses konservative Narrativ stellt Mutterschaft über Selbstbestimmung. Kurdische Frauenbewegungen werden zusätzlich kriminalisiert, Vereine geschlossen, Aktivistinnen inhaftiert.
In der aktuellen Folge des taz-Podcasts „Fernverbindung“ spricht taz-Redakteurin Anastasia Zejneli mit Korrespondentin Katharina Wojczenko über feministische Kämpfe in Kolumbien.
Queere Lebensweisen werden in der Türkei mittlerweile als Bedrohung „traditioneller Werte“ gebrandmarkt. Pride-Demonstrationen werden verboten oder gewaltsam aufgelöst. Homosexualität ist zwar nicht strafbar, doch umfassender gesetzlicher Diskriminierungsschutz fehlt.
Das braucht’s: Kontinuierliche mediale Aufmerksamkeit, finanzielle Unterstützung unabhängiger Beratungsstrukturen, Schutzprogramme für bedrohte Aktivistinnen. Zudem braucht es politischen Druck auf europäische Institutionen, menschenrechtliche Verpflichtungen einzufordern. Transnationale Netzwerke können dazu beitragen, die Kämpfe türkischer und kurdischer Feministinnen sichtbar zu halten. (dyt)
Sudan
Die Lage: Der Krieg in Sudan hat besonders für Frauen verheerende Auswirkungen. Vor allem die paramilitärische Miliz RSF, die im April 2023 in den Aufstand gegen die Militärregierung trat, setzt Vergewaltigung als eines von vielen Mitteln ein, um ganze Bevölkerungsgruppen zu terrorisieren. Das haben Menschenrechtsorganisationen und die UN dokumentiert. In Sudans Westregion Darfur hat die RSF fliehende Zivilist*innen abgefangen, die Männer getötet und die Frauen vergewaltigt, berichtet Amnesty International über die Eroberung El Fashers im Oktober 2025. Eine Frau zu sein, erhöhe in Sudan deutlich die Wahrscheinlichkeit eines gewaltsamen Todes oder an Hunger zu sterben, berichtete UN Women 2025.
Das braucht’s: Frauen tragen im Wesentlichen, was noch übrig ist von den Basisorganisationen der Demokratiebewegung, die 2019 Sudans damalige Militärdiktatur gestürzt hatte, aber kein Ende der Militärherrschaft herbeiführen konnte. Aus den sogenannten Widerstandskomitees gingen im Krieg die Emergency Response Rooms hervor, die Gemeinschaftsküchen und medizinische Selbsthilfe organisieren. 2025 erhielten sie den Alternativen Nobelpreis. Solche Strukturen gezielt und direkt zu unterstützen, ist die kurzfristig effektivste Form der Solidarität mit Sudans Frauen. Wichtig ist auch Hilfe für Überlebende sexualisierter Kriegsverbrechen, denen die Flucht aus Sudan gelang. Ihre Erlebnisse müssen dokumentiert werden, damit später einmal die Täter verfolgt werden können.(dj)
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