Ergebnis der Social-Media-Kommission : Dann vielleicht doch besser das, was Karin Prien sagt
Seit September beraten Expert:innen über den richtigen politischen Umgang mit den sozialen Medien. Die wichtigste Frage lassen sie einfach offen.
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S eit September 2025 haben sich die Expert:innen getroffen, beraten, abgewogen zu den Gefahren von Social Media für die Jugend. Am Ende konnten sich auch diese klugen Köpfe zu keiner klaren Antwort auf die Frage durchringen: Braucht es ein Social-Media-Verbot für bestimmte Altersgruppen?
Stattdessen nun zwei Alternativen. Entweder ein Mindestalter von 13 Jahren: Das ist heute bei vielen Plattformen schon Standard, wird aber nicht durchgesetzt. Oder aber man guckt sich die Anbieter einzeln an, ohne pauschale Altersvorgabe. Mit anderen Worten: Problem vertagt, beziehungsweise der Ball liegt jetzt wieder im Feld der Politik. Aus einer Fachfrage, bei der man sich endlich eine klare Orientierung gewünscht hätte, ist wieder eine politische geworden. Wir sind – trotz aller geballten Expertise der Expert:innen – also so schlau wie zuvor.
Denn dass die Sache kompliziert ist, das wusste man ja. Gute Argumente gibt es für ein Verbot, gute Argumente gibt es auch dagegen.
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Dafür: Schutz vor Mobbing, Gewalt, Fake News, süchtig machenden Funktionen wie Endlos-Scrolling. Vor allem, wenn man sich nicht sicher sein kann, wie schnell und wirksam nun tatsächlich datenschutzkonforme Technik für eine Altersverifikation bereitgestellt wird, die zudem – wie in Australien der Fall – nicht einfach umgangen wird.
Gegen eine Altersgrenze kann man wiederum das Teilhabeargument zu Felde führen. Social Media, heißt es dann oft, biete gerade auch der queeren Jugendlichen auf dem niedersächsischen (oder wo auch immer) Dorf einen digitalen Treffpunkt. Und überhaupt, das verschiebe doch nur wieder den Druck weg von den Plattformen hin zu den Kindern, die ausbaden müssen, dass die Erwachsenen eine bessere digitale Welt nicht hinbekommen.
Eine klare Entscheidung bleibt aus
In dem Sinne zeigt das Ringen der Expert:innenkommission, wie verflixt schwierig dieser Abwägungsprozess ist. Vermutlich gibt es kein ganz Richtig und kein ganz Falsch bei der Frage nach einer Altersgrenze. Dennoch hätte man eine klare Entscheidung erwarten dürfen.
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hat sich bereits für die Variante mit einer Altersgrenze von 13 Jahren für Social-Media-Accounts ausgesprochen. Leider muss man wohl sagen: In Anbetracht der Alternativen wäre das der richtige Weg. Denn die präventiven Maßnahmen, die die Expert:innenkommission vorschlägt, sind zum einen enorm umfangreich und zum anderen weder finanziert noch mit Personalressourcen abgesichert.
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