ESC in Burgas: Kein Sängerkrieg
Der Eurovision Song Contest hat eine neue Regel. Länder im Krieg dürfen den Wettbewerb nicht ausrichten. Israel wird nicht explizit als Grund genannt.
afp/taz Nach heftigem Streit über die Teilnahme Israels beim Eurovision Song Contest (ESC) im Mai haben die Veranstalter:innen nun entschieden, dass Länder im Kriegszustand nicht Gastgeber des Musikwettbewerbs sein dürfen. Entsprechende neue Regeln wurden am Mittwochabend von der Europäische Rundfunkunion (EBU) veröffentlicht.
Demnach darf ab sofort auch kein Land den ESC ausrichten, wenn „eine heikle geopolitische Lage oder eine sonstige Situation die Sicherheit oder Stabilität des betreffenden Staates oder der unmittelbaren Region erheblich beeinträchtigen“, heißt es in der Erklärung.
Kein Land hervorgehoben
In der Erklärung der ESC-Veranstalter wurde kein Land explizit genannt. Allerdings hatte es im Vorfeld des diesjährigen ESC in Wien wegen des Kriegs im Gazastreifen heftigen Streit über die Teilnahme Israels gegeben. Fünf traditionelle Teilnehmerländer, darunter Spanien und die Niederlande, boykottierten deshalb die Veranstaltung.
Das diesjährige Siegerland war erstmals Bulgarien mit Sängerin Dara und ihrem Partylied „Bangaranga“. Im nächsten Jahr soll der Wettbewerb in der Küstenstadt Burgas stattfinden, wie am Donnerstag bekannt wurde.
Zweitplatziert in Wien war, wie auch schon 2025, Israel. Damit verpasste das Land relativ knapp den Sieg und so auch die bisher bestehende automatische Berechtigung, den Wettbewerb im Jahr darauf ausrichten zu dürfen. Nach den neuen Regeln wäre dies aktuell nun nicht mehr möglich.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert