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Donald Trumps UN-Rede Der Hegemon tritt um sich

Leon Holly

Kommentar von

Leon Holly

Der US-Präsident bleibt sich mit seiner Rede vor der UN-Generalversammlung selbst treu. Er lügt und droht in gewohnter Manier.

D ie Rede von US-Präsident Donald Trump vor der UN-Generalversammlung kann man offenbar so oder so lesen. So freute sich ein Kommentator der „Tagesschau“ über den sanfteren Ton, den Trump im Vergleich zum vorigen Jahr angeschlagen habe. Es ist eben alles relativ, so scheint es, denn Trump ist Trump und er lieferte erneut eine Tirade ab, die gespickt war mit wilden Drohungen und Lügen, etwa über eine sich angeblich abkühlende Erde.

Die US-Kriegsverbrechen werden keineswegs dadurch weniger schlimm, dass sie von präsidentiellen Präsidenten mit der nötigen Gravitas und Würde des Amtes begangen werden. Wenn Donald Trump am Rednerpult der Vereinten Nationen mit der „Auslöschung“ des Iran liebäugelt, dann muss man diese genozidale Sprache auch als solche benennen. Genauso wie die brutale Belagerungstaktik, die die USA gegenüber Kuba fahren, und die den Menschen auf der Insel den Tod bringt.

Der US-Präsident forderte die Staaten zum Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag auf. Vielleicht sollte man internationale Organisationen auch danach bewerten, ob Supermächte wie die USA sich ihrer bedienen können, um unter dem Deckmantel des Universalismus ihre eigenen Interessen durchzusetzen, oder ob die Mächte darauf abzielen, sie zu zerstören. Die Feindseligkeit diverser US-Regierungen gegenüber dem Internationalen Strafgerichtshof IStGH – auf dessen Anklagebank Trump nicht als erster US-Offizieller gehört – können sich die Rich­te­r:in­nen auf jeden Fall als Gütesiegel an die Robe heften.

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Wenn Trump sagt, der Iran verhalte sich schlecht, nicht, weil man in Teheran stark und selbstbewusst ist, sondern weil die Islamische Republik schwach und verzweifelt sei, dann ist das eigentlich eine gute Beschreibung der US-Regierung, seiner selbst also. Leider ist der morbide Hegemon noch immer bis an die Zähne bewaffnet, und so ist der Verfall eine blutige Angelegenheit. Stoppen kann man diesen Koloss kaum von außen, sondern nur mit einer neuen Politik in den Vereinigten Staaten selbst.

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Leon Holly

Leon Holly

Schreibt über gesellschaftliche Konflikte und internationale Politik, mit besonderem Fokus auf die USA und die Levante. Von 2023 bis 2024 Volontär der taz Panter Stiftung. Davor Studium der Politikwissenschaft und Nordamerikastudien in Berlin und Paris.
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7 Kommentare

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  • Fossibaerin

    "Die Feindseligkeit diverser US-Regierungen gegenüber dem Internationalen Strafgerichtshof IStGH – auf dessen Anklagebank Trump nicht als erster US-Offizieller gehört – können sich die Rich­te­r:in­nen auf jeden Fall als Gütesiegel an die Robe heften."

    Das trifft es genau, besser kann man es nicht mehr ausdrücken.

  • Josef 123

    Vielleicht sollte sich die TAZ der Boykottinitiative amerikanischer Medien anschließen. Außer Empörung wird durch solche Artikel nichts bewirkt. Und deutsche Empörung nutzt eh nichts, wählen werden wieder die Amerikaner.

    • Perkele

      @Josef 123:

      Doch, auch deutsche Empörung nutzt sehr wohl etwas. Einerseits wird unsere luschige Regierung aufmerksamer weil die Bevölkerung grummelt, andererseits wird der Nationalstolz der Amerikaner berührt und das merken doch einige Amis. Die meisten mögen es gar nicht, wenn ihr Land lächerlich gemacht oder verachtend betrachtet wird - insbesondere von Ausländern.

      • Josef 123

        @Perkele:

        Meinen Sie ernsthaft, ein einziger Trumpwähler richtet sich danach, was deutsche Medien, Kommentatoren oder auch Politiker sagen? Das halte ich für Wunschdenken.

        • Perkele

          @Josef 123:

          Das denke ich so einfach nicht, das sage ich aber auch gar nicht. Es macht den Amis allerdings sehr wohl etwas aus, wenn man negativ über die USA denkt, spricht oder berichtet. Der Grund dafür liegt derzeit in Trump und seinem Regime. Wenn man das immer wieder so wahrnimmt, dann kann es sehr wohl sein, dass einige Leute nachdenklich werden und ihn nicht weiter unterstützen.

  • Perkele

    Die gesamte Welt sollte dafür beten, dass es bald eine US-Amerikanische Regierung gibt, die den Namen verdient. Nicht ein Regime, wie es derzeit amtiert und nicht einmal die grundsätzlichen Prinzipien von Anstand, Zivilisation und Freiheit kennt.

  • Kaboom

    Trump hat in aller Regel keinen blassen Schimmer, wovon er redet. Muss er auch nicht, denn er weiß, dass seine Anhänger ihm jedes Wort glauben, völlig egal, welchen Mumpitz er verzapft.