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Demo gegen Abwicklung eines HU-Instituts„Archäologie bleibt!“

Seit Wochen kämpfen Studierende der Humboldt-Universität um den Erhalt des Archäologie-Instituts. Am Donnerstag demonstrierten sie gegen Kürzungen.

„Was wird hier kaputtgespart? Forschung, Bildung, Gegenwart!“, ruft Elis über das Mikrofon auf dem Vorplatz der Humboldt-Universität (HU). Unter den Linden antwortet eine laute Menge der Archäologiestudentin mit Jubel und Applaus. An den T-Shirts der Demonstrierenden glänzen rote Pins in der Sonne. „Archäologie bleibt!“, steht darauf. Geschätzt mehr als 200 Menschen haben sich am Donnerstagmorgen vor dem HU-Hauptgebäude versammelt, um gegen die Schließung des Archäologischen Instituts mit seinen zwei Studiengängen zu demonstrieren.

Was wird hier kaputtgespart? Forschung, Bildung, Gegenwart!, ruft Elis über das Mikrofon auf dem Vorplatz der Humboldt-Universität

Seit über sechs Wochen kämpfen die Studierenden um den Erhalt ihres Instituts und des traditionsreichen Studiengangs Klassische Archäologie und des seltenen Studiengangs für Nordostafrikanische Archäologie an der HU.

Im März hat die HU das geplante Aus des Instituts für Archäologie bis Mitte 2030 angekündigt. Grund dafür sind die drastischen Kürzungen in Höhe von 8 Millionen Euro im akademischen Bereich, die im letzten Hochschulvertrag beschlossen wurden. Das Institut für Archäologie soll in ein Institut für Altertumswissenschaften an der FU „neuaufgestellt“ – so das offizielle Wording der HU – werden.

Das Wochenende vor der Demo hatten die Studierende mit Flyer- und Plakataktionen verbracht: auf dem Campus der FU, vor der Humboldt-Universität und sogar auf der Museumsinsel. An diesem Demotag sind Professor*innen, Dozierende, wissenschaftliche Mitarbeitende und etwa 20 Archäologiestudierende der FU gekommen, um die Demonstrierenden zu unterstützen.

„Bleibt laut in den Gremien und auf den Straßen“

„Bleibt laut in den Gremien und auf den Straßen! Viel Erfolg!“, ermutigt die Menge Benjamin, ein Student der Hochschule für Technik und Wirtschaft, am Mikrofon. Eine ähnliche Mobilisierung war an der HTW schon einmal erfolgreich gewesen, erinnert er. Im April hatten dort die Studierende den Erhalt der Studiengänge Konservierung/Restaurierung/Grabungstechnik erkämpft.

Die Studierenden der HU hoffen nach wie vor auf das Weiterbestehen ihres Instituts. Doch habe die Arbeitsgruppe aus Studierenden und Mitarbeitenden der Fakultät, die eine Alternativlösung finden sollte, feststellen müssen, dass ein Erhalt ohne massive Einsparungen in anderen Instituten nicht möglich sei. Eine minimale Forderung von Studierenden und Mitarbeitenden der Fakultät sei nun die Zusicherung, dass zumindest eine Professur an der HU erhalten bleibt.

Sollte die Neuaufstellung des Instituts doch nicht klappen, fordern die Studierende den Erhalt eines kompletten Archäologie-Studiengangs an der HU. Auch die Überlegung, die Professuren kostengünstiger zu gestalten, sei im Gespräch in einer Gruppe von wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Im Fakultätsrat am 10. Juni sollen alle Vorschläge auf den Tisch kommen. Die Studierenden wollen noch einmal versuchen, ihrer Forderung Gehör zu verschaffen.

Bei einem Zwischenstopp auf den Treppen des Alten Museums haben die Studierenden die Museen im Rücken. Der Direktor der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, Martin Maischberger, wiederholt seine Unterstützung.

Weitere VIP-Gästin der Veranstaltung: Olivia Zorn, die stellvertretende Direktorin des Ägyptischen Museums. Die jungen Demonstrierenden jubeln, als sie die an der HU gelehrte Sudan-Archäologie anspricht. Immer wieder würde für die Sammlungen ihres Museums diese wertvolle Expertise gebraucht.

Mit dieser Demo wollen die Studierenden auch ein Signal an die Politik senden. „Die Kürzungen bedeuten nicht nur irgendwelche Zahlen, die hin- und hergeschoben werden, sie bringen ganze Fächer in Gefahr“, sagt Elis.

Am Mikrofon zitiert eine Studierende Alexander von Humboldt. „Die Deutschen brauchen für jede Dummheit 200 Jahre: 100, um sie zu begehen, und 100, um sie einzusehen“, soll der Naturforscher schon seinerzeit gesagt haben. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft ihres Instituts soll im Herbst 2026 getroffen werden.

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