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Das WM-Tagebuch des Fifa-PräsidentenMein neuer Doppelgänger

Fifa-Präsident Gianni Infantino bedauert das Ausscheiden der Deutschen. Er hat den DFB liebgewonnen. Aber das bringt ihn auf eine großartige Idee.

30. Juni 2026

W irklich schade, dass die Deutschen schon draußen sind. Sie haben so tolle Fans und so großartige Fernsehsender, die den Fußball voranbringen. Dreistellige Millionenbeträge haben sie der Fifa für diese WM überwiesen. Bis zum Viertelfinale hätte ich die DFB-Elf schon noch gern hier gesehen. Das sage ich nicht nur, weil ich meine Tagebucheinträge dieser deutschen Tageszeitung anvertraut habe. Ich mache mir wirklich Sorgen um die Zukunft dieses Teams. Wieder ein Grund, weshalb wir dieses Turnier vielleicht noch größer machen sollten.

Sicherlich, in der Vergangenheit haben die Deutschen vor allem neben dem Platz viele Fehler gemacht. Und ich war der Erste, der ihnen in Katar gesagt hat: Protest schießt keine Tore. Aber sie haben aus ihren Fehlern gelernt. Das ist das Wichtigste im Leben. Sie haben mich verstanden. Nur noch Fußball, keine Politik mehr.

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Mittlerweile habe ich den Eindruck, ihr Präsident eifert mir nach. Er kann fast so viel reden wie ich, ohne etwas zu sagen. Dann hat er auch noch für die WM in Saudi-Arabien gestimmt, das weiß ich wirklich zu schätzen. Das habe ich ihm auch gesagt, und er hat sich darüber sehr gefreut und danach fast so bezaubernd gelächelt wie ich. Überhaupt ist er fast so schlank und sportlich wie ich. Seine Haare trägt er ähnlich kurz.

Wofür die deutsche Niederlage gut ist

Das hat mich auf den grandiosen Gedanken gebracht, ob er nicht das ein oder andere Spiel bei dieser WM für mich abdecken könnte. Jetzt hat er ja viel Zeit und ich würde gern mal mit meinem Privatjet woanders hinfliegen. Immer nur zwischen den USA, Kanada oder Mexiko hin und her pendeln, das langweilt mich doch etwas. Ich lasse mich nicht so gern einschränken. Sicherlich, die Spiele sind alle einzigartig. Jedes einzelne, daran kann ich mich erinnern, aber das Ergebnis habe ich meistens bereits vergessen, wenn ich wieder über den Wolken bin.

Ich würde gern mal mit meinem Privatjet woanders hinfliegen

Die deutsche Niederlage könnte mir ganz neue Möglichkeiten bei dieser WM eröffnen. Vielleicht doch nicht so schade, dass sie draußen sind.

Und dieser eine Spieler, der so viel betet, gefällt mir richtig gut. Er betrachtet alles als gottgegeben. Den Fußball, die WM, die Fifa. Eine fantastische Einstellung. Alles, was die Fifa entscheidet, das weiß ich aus eigener Erfahrung, hat einen Sinn. Der Glauben kann uns so viel geben.

Ich bin in diesen Wochen fast schon zu einem Fan des deutschen Teams geworden. Deren Präsident macht wirklich eine fantastische Figur. Als die deutschen Journalisten von ihm hören wollten, dass er mich bei der nächsten Wahl zum Fifa-Präsidenten nicht unterstützt, hat er gesagt: „Die Bewertung einer Kandidatur ist nicht meine alleinige Entscheidung, sondern obliegt unseren Gremien.“ Was für ein origineller Satz, den muss ich mir merken. Ich muss meine Sekretärin nach seiner Telefonnummer fragen. Den rufe ich gleich mal an.

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Gianni Infantino

Gianni Infantino Fifa-Präsident

In meinem Tagebuch beschäftige ich mich hauptsächlich mit mir selbst. Es geht aber auch um meine Rolle im Fußball und mein Verhältnis zu den anderen Mächtigen in der Welt.
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