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Aus dem Tagebuch des Fifa-PräsidentenUnterwegs mit meinem Fifa-Falken

Gianni Infantino muss oft seinen Privatjet nehmen. Aber er achtet darauf, dass es nicht zu viel wird. Die Erde ist ihm so wichtig wie der Fußball.

1 7. Juni 2026

Ich habe schon auch Spaß an meinem Fifa-Falken. So hat unser fantastischer Partner Qatar Airways meinen Flieger, den sie mir für das Turnier zur Verfügung gestellt haben, inoffiziell getauft. Donald schien mir fast ein wenig neidisch zu sein, dabei hat er von den Katarern gleich einen Jumbojet geschenkt bekommen. Vielleicht liegt es auch nur am Namen. Er steht ja auf Falken. Einen Jumbojet habe ich aus Klimaschutzgründen abgelehnt.

In diesen Tagen muss ich immer wieder an einen meiner allerbesten Freunde denken. Franz, Gott hab ihn selig, hat häufig vom Sommermärchen 2006 in Deutschland, aber mehr noch von seinen Flügen mit dem Hubschrauber von Stadion zu Stadion geschwärmt. Die tolle Landschaft und so. Dazu fehlt mir leider die Muße bei der größten WM. Mein Fifa-Falke bringt es auf 1.000 Kilometer pro Stunde und fliegt meist weit über den Wolken.

Fast ein Portrait
Bild: Rattelschneck
Giannis geheimes Tagebuch

Gianni Infantino ist immer am Ball. Überall. Bei der Fußball-WM in Mexiko, Kanada und den USA natürlich erst recht. Da kommt niemand mehr hinterher. Außer der Fifa-Präsident selbst. Vielleicht. Die taz hat Zugang gefunden zu seinem geheimen Tagebuch. Alle Tagebucheinträge finden Sie hier.

Bestandteil unserer Klimastrategie ist es, dass ich bei der WM maximal zwei Flüge pro Tag mache. Jeder muss sich heute einschränken. Der Fifa-Präsident muss mit gutem Beispiel vorangehen. Gestern bin ich sogar nur einmal geflogen, zu dem Spiel von Messi gegen dieses andere großartige Team. Vom Flughafen zum Stadion waren es noch einmal 50 Kilometer, aber ich habe es abgelehnt, den Hubschrauber zu nehmen. Jeder Einzelne in der Fifa muss zum Umweltaktivisten werden. Die Erde ist das Wichtigste, was wir haben. Weil sie so rund ist wie der Fußball, haben wir das in der Fifa wahrscheinlich am schnellsten begriffen.

Anti-Flug-WM in Katar

Aber es ist nicht alles so einfach, wie es aussieht. Manchmal rollt der Ball anders, als man will. Mir ist das früher oft passiert, weshalb ich heute Fifa-Präsident und nicht Messi bin. Als wir die Anti-Flug-WM in Katar veranstaltet haben, wurde nur über Menschenrechte gesprochen. Wenn jetzt dieses Mal keine Fans aus dem Senegal, der République du Sénégal, der Elfenbeinküste, Ivory Coast und aus der République de Côte d’Ivoire zur WM fliegen, spricht leider niemand über die eingesparten Treibhausgase, sondern es wird wieder nur über Menschenrechte gesprochen. Wir leben in einer schwierigen Welt.

Und man muss trotz alledem anerkennen, Donald hat einen großen Beitrag dazu geleistet, dass diese WM viel klimaneutraler wird als gedacht. Auch unser somalischer Freund und Schiedsrichter Omar Artan trägt dazu bei. Deshalb muss er nicht traurig sein, dass es mit seiner Premiere nicht geklappt hat. Wir haben unsere eigenen Zielmarken unterboten. Eine fantastische Nachricht. Das soll uns erst einmal einer nachmachen, eine WM in drei so großen Ländern zu veranstalten und dabei so klimaneutral zu sein.

Mein Fifa-Falke kann die Bilanz gar nicht mehr trüben. Qatar Airways will ja, dass ich am Freitag wieder beim Katarspiel dabei bin. Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug.

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Gianni Infantino

Gianni Infantino Fifa-Präsident

In meinem Tagebuch beschäftige ich mich hauptsächlich mit mir selbst. Es geht aber auch um meine Rolle im Fußball und mein Verhältnis zu den anderen Mächtigen in der Welt.
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