Comeback von Serena Williams: Die Queen ist zurück auf dem Platz
Die ewige Weltranglistenerste im Frauentennis, Serena Williams, plant ihr Profi-Comeback – mit 44 Jahren. Zuzutrauen ist ihr: alles.
Vor ein paar Tagen wurde bei dem Tennisturnier French Open in Paris der Schweizer Stan Wawrinka mit einer kleinen Zeremonie in den wohlverdienten Ruhestand als Profi verabschiedet. Der Mann hat einiges erreicht in seiner Karriere und seine einhändige Rückhand ist immer noch unvergleichlich. Aber als er dann ausschied gegen einen 15 Jahre Jüngeren, da sah man eben doch, dass der 41-Jährige streckenweise nicht mehr spritzig genug ist, um auf höchstem Niveau mithalten zu können.
Nun hat am Montag ein Star des Tenniszirkus sein Comeback verkündet, der sogar noch drei Jahre älter ist als der vermeintliche Methusalem Wawrinka: Seit der Ankündigung von Serena Williams, vier Jahre nach ihrem eigentlichen Karriereende, nächste Woche beim Turnier im Londoner Queen’s Club auflaufen zu wollen, dreht sich die Tenniswelt um diese Personale.
In London tritt Williams nur im Doppel an, gerüchteweise soll sie eine Woche später auch beim WTA-Turnier in Berlin zu erleben sein. Es deutet einiges darauf hin, dass das für die wohl immer noch bekannteste, nun ja: aktive, Tennisspielerin der Welt eine Art Warm-up ist für die ganz große Wiederkehr Ende Juni beim berühmten Turnier in Wimbledon, und dann eben auch im Einzel. Die amerikanische Tennislegende John McEnroe hat bereits seine Meinung kundgetan, dass jemand wie Serena Williams auch angesichts eines derart für diesen Sport fortgeschrittenen Alters antritt, um zu gewinnen.
Aber soll man ernsthaft glauben, dass sie ihren ersehnten 24. Grand-Slam-Titel doch noch erobern kann?
Wider alle Wahrscheinlichkeiten
Grenzen verschieben und sich zu etwas selbst ermächtigen: In beiden Disziplinen hat sich Serena Williams ihr ganzes Leben lang geübt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Venus, die ein Jahr älter ist als sie und, nebenbei bemerkt, ebenfalls immer noch Tennisprofi ist, hat sie wider alle Wahrscheinlichkeiten das Damentennis und den Tennissport generell umgekrempelt und verändert wie keine Zweite.
In ihrer Jugend wurden sie und Venus von ihrem ehrgeizigen Vater auf den öffentlichen Plätzen in Compton trainiert, einem Vorort von Los Angeles, der zu der Zeit vor allem für Kriminalität und Gangsta-Rap bekannt war. Offener Rassismus traf die beiden zumindest zu Beginn ihrer Profilaufbahnen. Zu sehen ist das in einer Dokumentation über die beiden Schwestern, die aktuell in der Arte-Mediathek abrufbar ist. Später, als Serena Williams sichtbar an Masse zunahm, um ihr Powertennis noch kraftvoller angehen zu können, wurde permanent ihr Körper öffentlich taxiert und bewertet.
Pionierinnen des nicht weißen Tennis
Die Williams-Schwestern waren Pionierinnen in ihrem Sport: Es ist den beiden zu verdanken, dass man sich heutzutage nicht mehr ungläubig die Augen reibt, wenn auch nicht weiße Tennisspieler und -spielerinnen Turniere gewinnen. Die jüngst bei den French Open ausgeschiedene Weltranglistenvierte Coco Gauff und die momentan für ihre Outfits kritisierte wie gefeierte Top-Spielerin Naomi Osaka betonen immer wieder, dass es diese beiden waren, die Williams-Schwestern, die sie glauben ließen, es selbst als Profi schaffen zu können.
Serena Williams, die scheinbar ewige Tennisqueen, kehrt nun also zurück. Als Tennisspielerin und immer noch globaler Superstar, vor allem aber in einer inzwischen wichtigeren Rolle: als Vorbild. Und vielleicht hat John McEnroe recht: Wer sagt denn, dass eine Serena Williams, die Größte auf dem Tennis Court aller Zeiten, nicht am Ende auch ein Comeback für die Ewigkeit hinbekommt?
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