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Chaos bei RegierungsumbauMerz will mit Personalie CDU Rheinland-Pfalz befrieden

Die Mittelstandsbeauftrage Gitta Connemann wechselt vom Wirtschafts- ins Digitalministerium. Auf sie folgt Johannes Steiniger aus Speyer.

Der Regierungsumbau von Friedrich Merz nach dem Abgang des Unionsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn hat Konsequenzen für das von Katherina Reiche (CDU) geführte Wirtschaftsministerium: Die Mittelstandsbeauftrage Gitta Connemann wechselt ins Digitalministerium und ersetzt dort Philipp Amthor, der Bund-Länder-Koordinator im Kanzleramt wird. Neuer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium wird der Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger.

Der 39-Jährige wird dort für die Bereiche Industrie mit Ausnahme der Rohstoffe, Verteidigungswirtschaft und Zukunftstechnologien zuständig sein. Fachlich würde er besser ins Landwirtschaftsministerium passen. Bislang war der Gymnasiallehrer agrarpolitischer Sprecher der Unionsfraktion. Zuletzt hatte er sich mit Blick auf die angespannte Lage der Weinwirtschaft dafür starkgemacht, die Sektsteuer nicht zu erhöhen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die Erhöhung vorgeschlagen.

Mit Steinigers Berufung will Merz den Ärger befrieden, den die Ablösung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder in der rheinland-pfälzischen CDU ausgelöst hat. Schnieder stammt aus diesem Landesverband. Steiniger ist seit 2024 Generalsekretär der CDU in Rheinland-Pfalz. „Für den CDU-Landesverband war unbestritten, dass Rheinland-Pfalz in der Koalition nach den aktuellen Personalwechseln weiterhin stark vertreten sein muss“, sagte Gordon Schnieder, Ministerpräsident in Mainz und Bruder des geschassten Bundesverkehrsministers, zu Steinigers Berufung. „Darauf habe ich in den vergangenen Tagen persönlich gedrängt.“

Der neue Mann in Reiches Ministerium sieht sich offenbar als Brückenkopf seines Landes. Es sei zentrale Aufgabe der Bundesregierung, wieder für Wachstum zu sorgen, so Steiniger. Dazu wolle er einen Beitrag leisten. „In der neuen Funktion an der Schnittstelle von Parlament und Ministerium kann ich diesen Auftrag nun entscheidend mitgestalten. Gerade Rheinland-Pfalz steht für eine starke Wirtschaft mit einem starken Mittelstand und großen Industrieunternehmen“, erklärte er. „Diese Perspektive werde ich gerne in die Bundespolitik einbringen.“

Grüne sehen Reiche geschwächt

Gitta Connemann wird ihr Amt als Mittelstandsbeauftragte ins Digitalministerium mitnehmen. Die 62-Jährige war seit 2025 parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. Die Juristin ist Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, des unternehmerfreundlichen Flügels der CDU.

Die Grünen werten den Wechsel als Schwächung von Bundeswirtschaftsministerin Reiche. „Dass Gitta Connemann ins Digitalministerium wechselt, zugleich aber Mittelstandsbeauftragte bleibt und Katherina Reiche damit die Zuständigkeit für den Mittelstand verliert, zeigt: Friedrich Merz traut seiner Wirtschaftsministerin diesen zentralen Bereich offenbar nicht mehr zu“, sagte der grüne Bundestagsabgeordnete Alaa Alhamwi. Ein bloßes Stühlerücken im Kabinett werde die bisher schwache Regierungsleistung von Merz nicht kaschieren. „Personalwechsel ersetzen keine politische Strategie.“

Die Linkspartei attestiert dem Bundeskanzler angesichts der Personalentscheidungen Führungsschwäche. „Wenn im Kabinett eine Person wegen mangelhafter Amtsführung besonders im Kreuzfeuer stand, dann war es Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche“, sagte der energiepolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag Jörg Cezanne. „Merz hätte Reiche von ihrem Posten entbinden müssen.“

Mit seiner „schlicht unanständigen Behandlung“ des scheidenden Verkehrsministers habe Merz Unmut ausgelöst, der nun durch Steinigers Berufung besänftigt werden solle. „Wäre Bundeskanzler Merz ein Schulleiter, so sollte ihn die Schulaufsicht wegen mangelnder Führungskompetenz zur verpflichtenden Weiterbildung schicken oder sich um geeignete Alternativen bemühen“, sagte Cezanne. „Für Bundeskanzler gibt es aber leider keine Dienstaufsicht – und auch offensichtlich keine Mindestanforderungen an bestimmte Kompetenzen.“

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7 Kommentare

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  • Und als Nächstes will der Kanzler-Azubi bei Indienstnahme der Minister:innen auch noch das vom GG vorgesehene Verfahren missachten. Vereidigung später...



    www.tagesschau.de/...ter-union-100.html

    • @Mondschaf26:

      Merz' Chaos keine Frage:



      Dynamische (Not)Lage.



      So wurden Kosten klein gehalten,



      Die zusätzlich die Meinung spalten.



      /



      "Dennoch kann Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) den Bundestag zu Sondersitzungen einberufen – und ist sogar verpflichtet, dies zu tun, wenn ein Drittel der Abgeordneten, der Bundespräsident oder der Bundeskanzler dies verlangen. Auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2015 verabschiedete etwa der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Abgeordneten mit dem Rat „Schwimmen Sie nicht zu weit raus“ in die Sommerpause."



      Bei morgenpost.de



      Mit einem Post des Vaters Spahn



      Fing die Unions-Krise an.



      Selfies können Ämter kosten,



      Auch den Fraktionsvorsitzposten.

  • Wenn aus den Ostdeutschen Landesteilen Beschwerden kommen das keine Posten mit Ostdeutschen besetzt werden heißt es von Merz man könne auf Regionalproporz keine Rücksicht nehmen.



    Wenn aber aus Nordrheinwestfalen selbiges kommt wird dann doch auf den Regionalproporz Rücksicht genommen und schnell mal ein Pöstchen dafür geschaffen.



    Das sind doch Doppelstandards vom feinsten.

    • @Sapperlot:

      Nicht NRW sondern Rheinland-Pfalz.....vielleicht haben die auch einfach nur lauter geschrien als die Kollegen aus dem Osten...

    • @Sapperlot:

      Und Rheinland-Pfalz



      Hat der Kanzler auch am Hals... 😀

  • Vielleicht braucht das Kabinett noch baldigen Zuwachs aus der 'Berater:innen-Szene', ein zusätzliches Ministeramt für "besondere Aufgaben", nämlich multimediale Kommunikation nach innen und außen.



    Muss ja keine "FJS-Replike" sein oder werden.



    Bei de-academic.com:



    "Sie werden je nach Bedarf eingesetzt. Daher können dieses Amt auch mehrere Personen gleichzeitig innehaben oder es kann Zeiten geben, in denen es keine solchen Minister gibt. Im Laufe der Geschichte war oft der Chef des Bundeskanzleramtes gleichzeitig Bundesminister für besondere Aufgaben. Seit 1953 gab es in der Bundesrepublik insgesamt 20 Bundesminister für besondere Aufgaben."



    Günstig wäre jemand mit Zugang zu Jugendlichen(Sprache).



    Zur Rettung der Demokratie tut jetzt Kreativität not.

  • Viele werden sich darauf einigen können, dass Frau Reiche die Person ist, die ausgetauscht werden könnte und sollte.



    Die steht nicht mal für Land-Wirtschaft.