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Buckelwal TimmyEin Kran und „Hans“ sollen es nun richten

Kommt jetzt mit einem Lastkahn die Wende im Fall des Buckelwals vor Poel? Das Tier soll in einem Stahlbecken auf Reise gehen – so zumindest der Plan.

Der vor etwa drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser fest Foto: Philip Dulian/dpa

dpa | Vor fast einem Monat ist der Buckelwal vor der Insel Poel bei Wismar gestrandet. Diese Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebendigen Tiers ermöglichen. Ein Lastkahn, der den großen Meeressäuger samt Wasser aufnehmen soll, erreichte auf seinem Weg in die Wismarbucht bis zum späten Sonntagnachmittag aus der Elbe kommend den Nord-Ostsee-Kanal. Vom Schubboot „Hans“ geschoben, kam die sogenannte Barge in der Nacht zu Montag in Kiel an.

Nach einigen weiteren technischen Vorbereitungen an dem Lastkahn, die in Wismar erfolgen sollen, war der eigentliche Abtransport des Wals zuletzt frühestens für Dienstag geplant.

Große Hoffnung bei Ansteigen des Pegels

Seit dem Start der Rettungsbemühungen der privaten Initiative Mitte April kam es wiederholt zu Verzögerungen und Planänderungen – unter anderem, weil der Wal sich vor einer Woche nach einem Ansteigen des Pegels selbst in Bewegung gesetzt hatte, später aber wieder festsaß.

Seitdem hat das Team der privaten Initiative dafür gesorgt, dass das Tier auch bei niedrigeren Wasserständen tiefer im Wasser liegt, und eine Rinne bis zur tieferen Fahrrinne gebaggert, gesaugt und gespült.

Durch die mehr als 100 Meter lange Rinne soll der Wal in den absenkbaren Kahn gelotst werden. Das stählerne Becken soll dann von einem Schlepper gezogen in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee starten.

Ein Lastkahn, geschoben von dem Schubschiff „Hans“, fährt auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Hohenhörn Foto: Bodo Marks/dpa

Politiker auf Tuchfühlung

Am Sonntag wurde erneut an der Rinne gearbeitet und der Zustand des Wals kontrolliert. Dabei war auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ins Wasser und auf Tuchfühlung gegangen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte er am Sonntag. „Ich hoffe, dass diese Mission dann irgendwann, möglichst bald, zu Ende ist, und zwar mit Erfolg.“

Der laut Backhaus rund vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden: Am 3. März tauchte er im Hafen von Wismar auf; später saß er weiter westlich vor Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) fest. In den mehr als 50 Tagen seither lag er zu deutlich mehr als der Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er sie gezielt immer wieder aufgesucht haben könnte, weil er schwer erkrankt Ruhe suchte.

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