Bayerns Kultusminister über Schulstart: „Das Masketragen ist eingeübt“

Michael Piazolo sieht positive Entwicklungen im Umgang von Schulen mit Corona. Er spricht über Lüften im Winter und Alleingänge seines Ministerpräsidenten.

Der bayerische Kultusminister trägt Warnweste und hilfte Schülern über den Zebrastreifen

Der Kultusminister als Schülerlotse: Michael Piazolo (Mitte) am ersten Schultag in Bayern Foto: Sven Hoppe/dpa

taz: Herr Piazolo, macht Ihnen Ihr Job eigentlich noch Spaß?

Michael Piazolo: Ja, auf jeden Fall. Und auch wenn ich es mir natürlich anders gewünscht hätte: Momentan ist es eine sehr spannende Zeit.

Man heizt Ihnen aber ganz schön ein. Sie kriegen den ganzen Frust und die ganze Kritik von Schülern, Lehrern und Eltern ab.

Aber das gehört zur Jobbeschreibung. Und es äußern sich ja vor allem immer die Unzufriedenen. Das sind auf der einen Seite diejenigen, die nicht einsehen, dass man überhaupt vorsorgt und dass man damals die Schulen geschlossen hat. Und auf der anderen Seite die, denen wir zu forsch sind. Die dazwischen hört man nicht.

Michael Piazolo, 60 Jahre, von den Freien Wählern, ist seit November 2018 Kultusminister in Bayern.

Können Sie es Eltern und Schülern übelnehmen, wenn sie das, was sie in der zweiten Hälfte des vergangenen Schuljahrs erlebt haben, als komplettes Chaos bezeichnen?

Da würde ich aber schon mal bitten, sich an die Situation zu Beginn der Krise zu erinnern. Damals ging es darum, ob wir genug Intensivbetten haben, wir haben uns vor Szenarien wie in Italien gefürchtet. Dass diese bei uns eingetreten sind, haben wir verhindert. Auch jetzt, wenn wir uns anschauen, was in Österreich, Tschechien, Frankreich oder Spanien los ist, müssten wir doch froh darüber sein, über welche Probleme wir uns hier unterhalten. Natürlich hatten wir kein normales Schuljahr, aber es hat auch einiges funktioniert.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel das Runter- und wieder Rauffahren des Schulbetriebs oder auch ein Abitur ohne Niveau-Abstriche. Natürlich gab es auch Probleme, vor allem beim Lernen zu Hause. Ich will da nichts schönreden. Aber man muss auch bedenken: Digitalisierung bedeutete bislang immer Digitalisierung an den Schulen, nicht außerhalb. Aber wir sind ein lernendes System. Und natürlich sind wir heute weiter, als wir es im März waren.

Welche Lehren haben Sie aus den Erfahrungen seither gezogen?

Das sind ganz verschiedene. Nur ein Beispiel: Beim Wiedereröffnen der Schulen hatten wir den Ansatz, mit den größeren Schülern anzufangen, weil die sich besser an Maskenpflicht und Hygieneregeln halten könnten. Inzwischen haben wir gelernt, dass auch Grundschüler die Masken sehr gut annehmen und dass es bei ihnen psychologisch ganz wichtig ist, sie schnellstmöglich wieder zurück in die Schulen zu holen.

Vor einer Woche hat auch in Bayern die Schule wieder begonnen. Die Schüler ab der fünften Klasse müssen nun auch im Unterricht Maske tragen. Wie kommt das an?

Niemand trägt gern Maske. Aber die Entscheidung wurde beim Schulgipfel von einer breiten Mehrheit getragen, auch die Schülerinnen und Schüler haben gesagt: Wir sind dazu bereit. Wir haben die Maskenpflicht ja auch nur vor dem Hintergrund der Reiserückkehrer eingeführt und deshalb auf neun Schultage befristet. Außerdem ist das Masketragen inzwischen ja eingeübt, auch wenn es im Unterricht selbst neu ist.

In Bayern gibt es jetzt einen Dreistufenplan. Je nach Infektionsgeschehen in einem Landkreis werden die Maßnahmen gelockert oder angezogen – bis hin zur Rückkehr zum sogenannten Homeschooling. Können wir fest davon ausgehen, dass es das nur noch lokal und für kurze Zeit geben wird?

Es gibt in der Pandemie keine Gewissheiten. Angesichts der momentanen Infektionszahlen hoffe ich das natürlich, aber ich kann nicht ausschließen, dass eine Schule auch mal länger als zwei Wochen geschlossen bleiben muss, wenn die Zahlen über einen längeren Zeitraum sehr hoch sein sollten. Zum Glück deutet bis jetzt nichts darauf hin. Wichtig ist auch, dass die Zahlen keinen Automatismus auslösen, sondern Richtwerte sind. Die Entscheidung liegt dann beim jeweiligen Gesundheitsamt und wird unter Berücksichtigung der speziellen Lage vor Ort getroffen.

Kommen wir mit diesem Plan auch durch eine zweite Welle?

So ist er zumindest konzipiert.

Zu den allgemeinen Empfehlungen gehört auch, das Klassenzimmer alle 20 Minuten für fünf Minuten zu lüften. Ist das realistisch – gerade wenn jetzt Herbst und Winter kommen?

Lüften ist einfach ein sehr probates Mittel, das sagen alle Experten. Und auch da gibt es natürlich einen Spielraum. Lüftet man beispielsweise oft, aber nur kurz, oder etwas seltener, aber dafür länger? Die Entscheidung trifft der Lehrer angesichts der Situation im Klassenzimmer. Und ich denke, das geht auch im Winter. Es ist ja jetzt nicht so, dass wir ständig minus 20 Grad hätten. Da muss dann man halt vielleicht die Jacken wieder anziehen oder eine kurze Pause machen und das Klassenzimmer verlassen.

Es sind jetzt auch offenbar sehr effektive Lüftungsanlagen im Gespräch. Werden die in Bayern zum Einsatz kommen?

Nach einer ersten Einschätzung des Gesundheitsministeriums sind diese Raumlüfter nicht erforderlich. Aber da warten wir noch auf weitere Rückmeldungen.

Was wissen Sie denn inzwischen über die Rolle der Schüler als potenzielle Super-Spreader?

Seit einer Weile weisen die Studien stark darauf hin, dass die Ansteckungsgefahr bei den ganz Kleinen recht gering ist und mit zunehmendem Alter der Schüler steigt. Aber da lernen auch die Virologen täglich dazu.

Anfang des Jahres fürchteten Sie noch eine Bedarfslücke von bis zu 1.400 Lehrerstellen zum neuen Schuljahr. Diese haben Sie mit zum Teil unpopulären Maßnahmen wie der Streichung des Sabbatjahrs schließen können, und jetzt fehlen Ihnen trotzdem Lehrer – nämlich die, die wegen Corona zu Hause bleiben.

Ja, leider. Aber natürlich geht die Gesundheit vor. Deshalb haben wir Angehörige von Risikogruppen und Schwangere vom Präsenzunterricht befreit. Die sind aber trotzdem im Dienst. Einen Teil der Arbeit können wir deshalb einfach anders verteilen. Wer nicht in die Schule kommt, kann beispielsweise mehr Korrekturarbeiten übernehmen oder Videoplattformen betreuen, sodass die Kollegen in der Schule etwas entlastet werden und vielleicht die eine oder andere Stunde mehr übernehmen können.

Das reicht aber nicht, deshalb wollen Sie jetzt sogenannte Team-Lehrkräfte re­krutieren. Wie läuft das an?

Wir haben insgesamt 800 solche Stellen geschaffen. Man muss dafür kein ausgebildeter Lehrer sein und arbeitet immer im Team mit einer Lehrkraft, die zu Hause bleiben muss. Wir haben bereits mehrere tausend Bewerbungen bekommen. Jetzt kommt die schwierige Phase, in der wir für die tatsächlich benötigten Fächer in den jeweiligen Regionen geeignete Leute finden müssen. Aber die ersten haben die Arbeit schon aufgenommen, und ich bin zuversichtlich, dass wir recht zügig alle 800 Stellen besetzt haben.

Im Lockdown hätte man eine digitale Infrastruktur gut brauchen können. Jetzt soll alles besser werden. Von einem Digital-Turbo spricht Ihr Ministerpräsident. Ist das mehr als ein Schlagwort?

Ja, natürlich. Wir haben in Bayern ja ohnehin schon mehr gemacht als andere Bundesländer. Da gab es zunächst im Rahmen des Digitalpakts die Leihgeräte für Schüler, jetzt kommen Lehrergeräte dazu, auch bei WLAN soll etwas passieren. Und jetzt kommen durch den bayerischen Turbo eben noch mal knapp 500 Millionen Euro dazu. Damit können wir künftig vor allem auch eine bessere Wartung und Pflege gewährleisten, was bisher ein Schwachpunkt war.

Mitten im Krisenmodus denkt man ungern auch noch an die Langzeitfolgen: Aber welche bleibenden Schäden wird die Krise bei den Schülern hinterlassen?

Da ist zum einen das Lerndefizit. Kein Schüler soll wegen Corona abgehängt werden. Natürlich gibt es da Unterschiede: Schüler, die jetzt in die Abschlussklasse kommen, sind vielleicht in größerer Sorge als Schüler, die noch eine längere Schullaufbahn vor sich haben. Aber im Großen und Ganzen bin ich zuversichtlich, dass wir es schaffen werden, durch Corona entstandene Lücken zu schließen. Das andere ist die Frage, was diese Zeit psychisch und emotional mit den Schülern macht. Das lässt sich sehr schwer fassen, aber wir sollten das nicht unterschätzen. Das fängt schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten wie Einschulungsfeiern oder Abifahrten und Abifesten an, die jetzt alle ausgefallen sind.

Um wen machen Sie sich die meisten Sorgen?

Das ist schwer zu sagen. Vielleicht um die Kleinsten. Für einen Erstklässler, der gerade erst die Schule kennengelernt hat, sind ja ein, zwei Monate noch viel länger als für uns. Das ist das halbe Schulleben. Wir wissen noch überhaupt nicht, was das mit den Kindern macht.

Wie viel Handlungsspielraum hat man eigentlich als Minister neben dem omnipräsenten Ministerpräsidenten Söder?

Natürlich tritt Markus Söder auch bei Schulthemen sehr stark in Erscheinung. Doch das zeigt ja, dass der Ministerpräsident sich für die Themen interessiert und sich mit ihnen beschäftigt. Und es ist jetzt auch nicht so, dass ich mich in letzter Zeit über einen Mangel an Medienpräsenz beklagen könnte. Das Gute ist: Es gibt die Möglichkeit zu viel inhaltlichem Austausch. Man ist zwar nie davor gefeit, dass er auch einmal eine eigene Idee voranbringt und damit an die Öffentlichkeit geht, ohne sich vorher abzustimmen. Aber in der Regel sprechen wir uns sehr gut miteinander ab.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. In den vergangenen Monaten beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Ab wann Spiele wieder vor Publikum stattfinden, ist noch nicht klar.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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