Lernen zu Hause: Das Schul-Experiment

Jahrelang war digitales Lernen für Lehrer:innen und Schüler:innen ein Randthema. Corona ändert das. Alle lernen digital. Geht das?

Ein Junge lernt im Bett mit IPad

Der Shutdown hat auch Vorteile: Unterricht kann so entspannt sein Foto: Karsten Thielker

Mittwochmorgen, 10.25 Uhr. Eigentlich säße Carla* seit 8 Uhr im Philosophieunterricht. Doch ihre Schule, das Berliner John-Lennon-Gymnasium, ist wie alle anderen Schulen bundesweit seit Wochenbeginn geschlossen. Carla hat also ausgeschlafen. Nun schaut sie auf ihr Smartphone – der Unterricht kann beginnen.

Sie tippt auf die Lernapp. Zwei neue Nachrichten sind eingegangen. Eine von der Philosophielehrerin. „Das Philosophieren findet vorerst im stillen Kämmerlein statt und nicht in diskussionsfreudiger Runde. Für Mi findet ihr unter ‚Pläne‘ zwei Aufgaben als Aufträge“, schreibt sie. Die Ergebnisse sind über den gleichen Raum abzugeben. Cordula seufzt. „Mist, bis morgen“. Auch der Englischlehrer hat um 8 Uhr eine Nachricht geschrieben und mehrere Texte hochgeladen. Bis nächsten Montag müssen alle Schüler:innen eine Zusammenfassung schreiben. Um 23.59 Uhr ist Uploadschluss.

Die Schulen sind geschlossen, der analoge Unterricht fällt aus, mindestens bis nach den Osterferien. Vielleicht das ganze restliche Schuljahr. Und plötzlich ist es da: das digitale Lernen, die Bildungsrevolution, wie sie Expert:innen seit Jahren fordern. Ausgerechnet ein Virus schafft, was die Kultusminister:innen seit Jahren nur halbherzig anpacken. Doch sind die Schulen überhaupt darauf vorbereitet?

Auf die Frage antwortet Nico Wirtz mit einem Lächeln. „Gegenüber vielen anderen Schulen haben wir drei Jahre Vorsprung“, sagt Wirtz. Der 48-jährige Sprachlehrer sitzt in einem leeren Klassenzimmer am John-Lennon-Gymnasium in Berlin, hinter ihm ein überdimensionales Whiteboard, im Regal Brockhaus-Bände. „Für uns ändert sich eigentlich nicht viel“, sagt Wirtz. „Schon vor Corona haben wir täglich digitalen Unterricht gemacht.“

Der E-Learning-Lehrer: Umfragen in Minuten

Nico Wirtz ist an der Schule erster Ansprechpartner für seine Kolleg:innen in Sachen E-Learning. Konkret: für die Lernplattform „itslearning“, mit der Wirtz und seine fast 100 Kolleg:innen Materialien verschicken, Hausaufgaben stellen, Arbeiten benoten oder – über die Chatfunktion der Plattform – untereinander oder mit den Schüler:innen kommunizieren. „Umständliche E-Mail-Ketten gibt es bei uns nicht mehr“, sagt er. Jede Klasse, jede Schul-AG, jede einzelne Schülerin könne er direkt ansprechen. „Stellen Sie sich vor, wie lange eine Umfrage unter 850 Schülerinnen und Schüler normalerweise dauert. Bei uns ist das eine Sache von Minuten.“ Für die Arbeitserleichterung seien die Lehrer:innen am JLG heute dankbar.

Wirtz hat sich lange mit verschiedenen Anbietern beschäftigt, ehe er sich vor gut drei Jahren für die kommerzielle Plattform „itslearning“ entschieden hat, die Ende der 90er von norwegischen Studierenden gegründet wurde und heute nach Angaben der Betreiber:innen von sieben Millionen Schüler:innen weltweit genutzt wird. Auch in Berlin gebe es mittlerweile ein paar Schulen, die mit der Plattform arbeiten.

Auch Antoneta Berisha nutzt „itslearning“ für ihren Unterricht. Die Schulleiterin des John-Lennon-Gymnasiums unterrichtet Kunst und Französisch. Auf Ihrem iPad zeigt Berisha, wie das konkret aussieht. „Hier sehen Sie eine Arbeit, die wir zuletzt in meinem Kunstkurs gemacht haben“, sagt Berisha, eine Schwarz-Weiß-Fotografie poppt vor Berisha auf. Die Schüler:innen sollten ein Selfie mit künstlerischem Anspruch machen – und auf die Plattform hochladen. „Fotografie ist für digitales Lernen natürlich sehr gut geignet.“

Die Wissenschaftlerin: Deutschland hinkt hinterher

Berisha weiß aber auch: Ihre Schule ist privilegiert. Alle Schüler:innen hätten Smartphones, in allen Elternhäusern gebe es Laptops oder Tablets. Auch das Geld für die Lernplattform „itslearning“, die sich nach Zahl der Accounts richtet und sich an ihrer Schule auf 6.500 Euro im Jahr beläuft, sei kein Problem. Vor allem aber lobt Berisha ihre Kolleg:innen: „Die meisten haben sich sehr offen für digitales Unterrichten gezeigt.“

Doch damit ist das JLG eher die Ausnahme. Bevor die Schulen schlossen, nutzten ein Viertel der Lehrkräfte digitale Medien täglich im Unterricht, und zwar am häufigsten in Form von Beamer und Smartboard im Frontalunterricht. Internetbasiertes und vernetztes Lernen? Ach was. Nur knapp ein Drittel der Lehrkräfte war der Meinung, dass digitale Medien die Schüler beim Lernen unterstützen könnten. Das zeigt die Internationale Studie zur Medienkompetenz von Schüler:nnen, ICILS.

Die Berliner Erziehungswissenschaftlerin Heike Schaumburg hat über Laptopklassen promoviert und gehört seit 2013 zum deutschen Konsortium von ICILS. Andere Länder seien viel weiter als Deutschland, berichtet sie und verweist etwa auf Dänemark oder Uruguay. Dort nutzen weit über 80 Prozent der Lehrer:innen digitale Lernplattformen für den Unterricht. „In Deutschland fühlen sich nur ein Drittel der LehrInnen kompetent für digitalen Unterricht“, sagt sie. Fortbildungen für digitales Lernen seien bisher nicht verpflichtend, entsprechend habe bei Befragungen nur jede vierte Lehrer:in angegeben, in den letzten zwei Jahren eine solche Fortbildung besucht zu haben.

Aber das, glaubt sie, könne sich jetzt ändern. „Digitaler Unterricht ist ja kein Hexenwerk. Wenn viele Lehrer:innen jetzt gezwungen sind, umzusteigen, und sehen, wie einfach das ist und welche Vorteile es bietet, kann sich digitales Lernen auch in Deutschland verbreiten.“

Der Schuldirektor: Wir müssen umsteigen

Die Basis sei gelegt. Mit dem Digitalpakt Schule, den Bund und Länder im vergangenen Jahr geschlossen haben, stehe das Thema ganz oben auf der politischen Agenda. Viele Bundesländer hätten zudem bereits zuvor kostenlose und für alle Schulen zugängliche Lernplattformen eingerichtet. In Berlin gibt es den Lernraum-Berlin, Rheinland-Pfalz bietet die Plattform Moodle an.

Bisher wurden sie wenig genutzt. Doch wie schnell sich die Schulen gerade wandeln, beobachtet auch Achim Walk. Am vergangenen Wochenende, als klar war, dass ab Montag keine Schüler:innen mehr in den Unterricht kommen dürfen, haben sich die Lehrer:innen an seiner Carl-Orff-Realschule im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim auf die digitale Zukunft eingestellt. Sie baten ihre Schüler:innen, sich auf Moodle anzumelden, ließen sich bei einem technisch fitten Kollegen schulen und meldeten sich ausnahmslos bei einem Chatdienst an, um sich im Kollegium austauschen zu können. Ein Kollege installierte vorsorglich auch ein zusätzliches WLAN-Netz im Lehrerzimmer – namens „Corona“.

„Jetzt haben es auch die Letzten verstanden, dass wir umsteigen müssen“, sagt Schulleiter Walk. Die neue Einsicht bringt den 47-Jährigen einen Schritt weiter hin zu seinem Traum: Unterricht komplett ohne Schulbücher, mit Tablets und schnellem WLAN in allen Klassen. Für ein Viertel der gut 460 Schüler:innen an der Carl-Orff-Realschule ist das schon Realität. Ab nächstem Schuljahr soll es nun in jeder Jahrgangsstufe eine reine iPad-Klasse geben. Ein Drittel der Kolleg:innen würde schon regelmäßig ohne Schulbücher lehren. Dank Corona, davon ist der Sozialkunde- und Geschichtelehrer überzeugt, werden es bald mehr sein.

Der Bund: 5 Milliarden Euro für digitales Lernen

Wenn Schulleiter Walk von seinen Plänen redet, klingt es so, als hätte er gerade die lange ersehnten Mittel aus dem Digitalpakt Schule erhalten. Doch weit gefehlt: Die Carl-Orff-Realschule hat noch keinen Cent erhalten. Schon vor einem Jahr hat er bei der zuständigen Kreisverwaltung sein Medien- und Entwicklungskonzept eingereicht, so Walk. Seither habe er von dem Schulträger nichts mehr gehört. Das erzeugt Frust: „Wer WLAN, Whiteboards oder Beamer in seiner Schule haben möchte, muss kreative Lösungen finden, um das zu finanzieren.“ Auf die Mittel des Digitalpakts könne er nicht warten.

Mit 5 Milliarden Euro unterstützt der Bund seit 2019 das digitale Lernen. Die Länder legen noch einmal 10 Prozent drauf. Fünf Jahre lang fließt das Geld. Doch es fließt spärlich. Rheinland-Pfalz stehen über 240 Millionen Euro für die digitale Ausstattung an Schulen zu. Bisher ausgezahlt: nicht mal eine halbe Million. In anderen Bundesländern sieht es ähnlich aus, wie eine Umfrage der taz ergab. In Bayern sind von 780 Millionen gerade mal 10 Millionen Euro bewilligt worden, knapp über 1 Prozent. Ähnlich viel wie in Niedersachsen, wo gut 6 von 470 Millionen abgerufen sind. Noch niedriger sind die Quoten in Nordrhein-Westfalen und Berlin.

Es ist nicht so, dass die Länder geizen, es liegt vor allem am kleinteiligen Verfahren. In der Regel muss jede Schule, die Geld erhalten will, ein Medienkonzept erarbeiten und darin erläutern, wie Lernplattformen und Laptops den Unterricht bereichern können. Schon daran hapert es. In Bayern haben alle Schulen ihre Hausaufgaben gemacht, in Hessen die Hälfte der Schulen, in Berlin knapp 60 Prozent. Nordrhein-Westfalen strebt an, dass die Schulen bis zum Ende des Jahres ihre Konzepte einreichen. In Niedersachsen müssen dagegen erst Konzepte abgegeben werden, nachdem die Ausstattung steht.

Schließlich sind es die Schulträger, kommunale und private, die Geld beim Land für ihre Schulen beantragen können. Doch viele Anträge sind derzeit unbearbeitet. In Rheinland-Pfalz sind 3 von 17 Anträgen bearbeitet worden, 42 Schulen profitieren davon. 42 von 1.600 in dem Bundesland. In Berlin sind nach Auskunft der zuständigen Senatsverwaltung knapp 200 von 450 Anträgen für gut befunden worden. Der Rest sei noch unbearbeitet oder müsse überarbeitet werden. In Thüringen haben 3 von 35 Schulträgern bisher Zusagen erhalten. Die Mehrzahl, 31 nämlich, hat noch gar keine Anträge eingereicht.

Jedes Land setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Bayern gibt das Geld bisher hauptsächlich für smarte Tafeln und mobile Endgeräte aus, während Nordrhein-Westfalen vor allem die IT-Infrastruktur ausbaut. So ist es auch in Berlin, sehr zum Leidwesen von Nico Wirtz: „Im Endeffekt werden wir dafür bestraft, dass wir uns so früh selbst um die digitale Infrastruktur gekümmert haben.“

Server überlastet

Ob die Regeln im Zuge der Pandemie jetzt vielleicht gelockert würden? Nein, heißt es aus den Ländern. Zudem gebe es erst einmal wichtigere Dinge, nämlich den Unterricht zu sichern. Viele Schülerinnen erhalten also Aufgaben per E-Mail oder haben Arbeitsblätter mitbekommen, wie Carlas Brüder etwa.

Dennoch: Das digitale Lernen nimmt gerade Fahrt auf. Und deshalb sind auch vielerorts die Server ausgelastet. Das sächsische Kultusministerium etwa hat angekündigt, am Wochenende die Serverkapazitäten für die landesweite Lernplattform „LernSax“ zu erhöhen. In den vergangenen Tagen hat sich der Zahl der Nutzer:innen auf rund 308.000 mehr als verdreifacht. Auch das Pädagogische Landesinstitut Rheinland-Pfalz, das die Schulen im Land rund ums Thema IT und E-Learning berät, hat die Serverleistung hochgefahren. Wie im Rest der Republik sind die meisten Lernplattformen durch die hohen Zugriffszahlen überlastet.

Das ist auch am Berliner John-Lennon-Gymnasium nicht anders. Auch der Anbieter der Lernplattform „itslearning“ muss erst seine Kapazitäten ausbauen. Lehrer Nico Wirtz empfiehlt seinen Schüler:innen deshalb, außerhalb der gewohnten Schulzeiten auf das Programm zurückzugreifen. Am Abend zum Beispiel.

Um 22.05 lädt auch Carla ihr letztes Arbeitsblatt hoch. Nicht auf its-learning, sondern auf google drive. Die Deutschlehrerin hatte da eigene Vorstellungen. „So, das war's für heute“, sagt Carla. Morgen geht's weiter. Unterricht in Deutschland ist derzeit vor allem: ein riesiges Experiment.

* Carla ist die Tochter der Autorin und möchte namentlich nicht genannt werden.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte haben sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit soll der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie Anfang Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen: Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 5. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen sollen die Regeln gelockert werden: PatientInnen oder BewohnerInnen sollen wieder durch eine bestimmte Person besucht werden können.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport soll das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt sein. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga darf die Saison ab Mitte Mai mit Geisterspielen fortsetzen – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten. Was alles unter „Großveranstaltung“ fällt, wird noch geklärt.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios sollen die Ländern Lockerungen eigenständig verantworten.

■ Spielplätze sollen unter Auflagen wieder öffnen – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen werden wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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