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Aufklärung mangelhaft

Eine Initiative unterstützt die Familie Taşköprü. Es sei völlig unverständlich, wie ermittelt wurde

Von Andreas Speit

Der 90-seitige Bericht des Hamburger Senats zum NSU liegt schon lange vor. Eine Straße wurde nach dem NSU-Opfer Süleyman Taşköprü benannt. Für die Hamburgische Bürgerschaft und die Polizei scheint der Mordfall abschließend aufgearbeitet zu sein.

Nicht nur die Familie des Opfers sieht hier jedoch mehr als nur Klärungsbedarf. Die „Initiative für die Aufklärung des Mordes an Süleymann Taşköprü“ unterstützt Angehörige der betroffenen Familie bei ihrer Forderung nach einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Die möglichen Unterstützer aus der rechtsextremen Szene müssten endlich auch in Hamburg gesucht werden, sagt Robin Steinbrügge von der Initiative. Von den schon beendeten Untersuchungsausschüssen im Bundestag und in den Landtagen wüsste man, dass in den Mordjahren des NSU Kontakte zur Hamburger Szene bestanden.

Im Schutt der Zwickauer Wohnung des NSU-Kerntrios Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe fanden Ermittler einen Zettel mit Namen von rechtsextremen Organisationen an der Elbe. Das „Mantra in Hamburg: ‚Hier gibt es nicht zu ermitteln‘“ sei nicht hinnehmbar, sagt Steinbrügge. Auch der Einwurf, dass schon über ein Dutzend Untersuchungsausschüsse sich parallel zum Prozess mit dem Skandal befasst hätten, sei als Argument gegen einen Ausschuss nicht zu akzeptieren. Mehr noch: dieser Einwurf sei ein Bumerang. Denn in allen anderen Bundesländern, in denen der NSU aktiv war, haben die Untersuchungsausschüsse zahlreiche neue Erkenntnisse geliefert. „Dass es nun ausgerechnet in Hamburg keinen Ausschuss gibt, ist nicht einfach nur traurig. Es ist verdächtig“, sagt Steinbrügge.

Nicht nur die Spuren nach rechts müssten neu überprüft werden, sondern auch die Arbeit der zwei Ermittlungsgruppen. Bei der zweiten Ermittlungsgruppe, so Steinbrügge, hätten gerade die Hamburger Beamten ein Täterprofiling, in dem Ausländerhass als Motiv begründet wurde, kritisiert und daher nie veröffentlicht.

In der Hamburgischen Bürgerschaft fand sich bisher keine Mehrheit für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Alleine die Partei Die Linke unterstützt die Forderung.

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