Attila Hildmanns Telegram-Account: Dicht gemacht

Der Telegram-Account von Verschwörer Attila Hildmann ​ ist in Teilen gesperrt​. Unbekannt ist aber, wer die Sperrung vorgenommen hat.

Attila Hildmann spricht in ein Mikrofon und trägt ein schwarzes T-shirt mit weiß aufgedruckten Bundesadler

Attila Hildmann bei einer Kundgebung gegen Corona-Einschränkungen Foto: Christophe Gateau/dpa

Seit über einem Jahr verbreitet der Koch Attila Hildmann Hass im Netz: Er postet Hakenkreuze, leugnet den Holocaust und beschimpft Personen des öffentlichen Lebens mit antisemitischen Schmähungen. 100.000 Abon­nen­t:in­nen lesen seine rechtsextremen Inhalte in der Messenger-App. Gegen Hildmann wird wegen Volksverhetzung ermittelt, vor Monaten hat er sich deshalb in die Türkei abgesetzt.

Zwei Kanäle von ihm wurden nun bei Telegram gesperrt. Seit Dienstag ist sein Hauptprofil, sowie ein kleinerer Nebenkanal, über die Telegram-App auf IPhones und vielen Android-Geräten nicht mehr erreichbar. Auf Android-Handys erscheint anstelle der Postings ein Hinweis: „Diese Nachricht kann auf Telegram-Apps, die aus dem Google Play Store geladen wurden, nicht angezeigt werden.“

Über Telegrams Desktop-App etwa ist der Hildmann-Kanal nach wie vor ansteuerbar. Hildmann konnte trotz der Sperre in den Mobilvarianten auch weiter Postings absetzen. „Ganz viele fragen sich, wo ist mein Kanal hin“, hieß es in der vergangenen Nacht in einer Sprachnachricht, in der Hildmann seine Fans aufforderte, den Link zum Ersatzkanal weiterzuleiten.

Natürlich wurde direkt eine Sperrung von Google oder Apple vermutet. Doch Google stellte klar, den Zugang zu Hildmanns Kanal in der App nicht selbst gesperrt zu haben. Man sperre keine einzelnen Inhalte innerhalb von Apps, sondern könne nur insgesamt entscheiden, ob eine App für den Play Store freigegeben werde oder nicht, heißt es von dem Unternehmen.

Apple oder Telegram?

Gegenüber der FAZ teilte ein Apple-Sprecher mit, Apple wolle sich zu dem Fall nicht äußern, verweise aber auf die Apple-Richtlinien. In diesen Richtlinien werde festgehalten, an welche Regeln sich App-Betreiber halten müssen. Mögliche Gründe für eine Sperrung von Hildmanns ­Account finden sich dort, wie der Hinweis: „verleumderische, offensive oder bösartige Beleidigung gegenüber einer bestimmten Person oder Gruppe“ seien verboten.

Ob Apple in diesem Fall aktiv Hildmanns Kanal sperrte, oder ob Telegram den Zugang auf I-Phones gesperrt hat, um nicht gegen Richtlinien zu verstoßen, bleibt zunächst unklar. Telegram hat sich bisher öffentlich nicht geäußert. In der Vergangenheit hat Telegramm ihre Use­r:in­nen stets gewähren lassen. Kein Wunder also, dass sich dort mittlerweile Rechtsextremisten und Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ke­r:in­nen tummeln.

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