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Antisemitismusvorwürfe gegen RapperEcho-Veranstalter entschuldigt sich

Der Chef des Musikindustrieverbands bezeichnet die Auszeichnung von Kollegah und Farid Bang als Fehler. Das solle in Zukunft nicht mehr passieren.

dpa | Der Veranstalter des Musikpreises Echo hat die Trophäe für das als antisemitisch kritisierte Rap-Album von Kollegah und Farid Bang als „Fehler“ bezeichnet.

Das schrieb der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Florian Drücke, am Dienstag in einem Brief an die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch. „Wir entschuldigen uns ausdrücklich dafür – bei Ihnen und allen anderen Menschen, deren Gefühle wir verletzt haben.“

Knobloch hatte die Auszeichnung als „verheerendes Zeichen“ bezeichnet. Gerade erst entstehe in Deutschland die „ersehnte Sensibilität für den erstarkten Antisemitismus in unserer Gesellschaft, insbesondere an Schulen“.

Knobloch habe mit ihrer Kritik vollkommen Recht, so Drücke. „Wir als Vorstand haben das falsch bewertet und wollten uns an der falschen Stelle für die künstlerische Freiheit einsetzen.“ Das Geschehene sei nicht mehr rückgängig zu machen. „Wir können allerdings vermeiden, dass solche Fehler in Zukunft wieder geschehen.“

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6 Kommentare

  • Nilsson Samuelsson

    Hallo Florian!

    Sehr dumm gelaufen bei euch! Doch alles geht! Preis zurückholen! Wie schwer kann das sein? Dann müssen wir gar nicht darauf warten dass die nächsten Fehlern geschehen.

    Einfach machen. Gute Besserung!

  • 9G
    9076 (Profil gelöscht)

    Verstehen kann ich die Aufregung nicht.

    Kunst ist immer ein Abbild der Gesellschaft.

    • Nilsson Samuelsson

      @9076 (Profil gelöscht):

      Ist das Kunst? Oder kann es weg?

  • gerhard S.

    Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt .... Und der Hass, der steigt. Und unsere Wut, sie treibt.“

    Man sollte bei allem -völlig berechtigten- Ärger über diese "Künstler" nicht auch die linksradikalen Bands, wie "Feine Sahne Fischfilet" (von denen obige Zeile und "Deutschland verrecke, das wäre wunderbar! / Heute wird geteilt, was das Zeug hält / Deutschland ist scheiße, Deutschland ist Dreck!“ stammt) ignorieren. Immerhin waren diese nominiert, was schon ebenfalls ein Skandal ist.

    Gewaltverherrlichung, Gewaltaufrufe, Rassismus gleich welcher Art, sind niemals preiswürdig. Die Echomacher und Juroren sind dermaßen völlig daneben, sie sollten rausgeworfen werden.

  • vulkansturm

    Auschwitz als eine Art von Fitnesscenter darzustellen, in dem man einen tollen, "definierten"Körper bekommt ist im Grunde perfider als die plump-blöde Leugnung des Holocausts.

  • Thomas Schöffel

    Soweit ich verstehe, bildet der Echo-Preis einfach nur die Meistverkauften ab, ohne eine künstlerische Bewertung vorzunehmen. Wir sollten uns Sorgen machen, was für "Musikanten" hier eigentlich was texten und wie es dazu kommen kann, daß derartige Texte Anklang finden und auch noch abertausendfach gekauft werden. Es steht doch zu vermuten, daß sich die Geisteshaltung der Protagonisten nicht erst letzte Woche spontan gebildet hat. Daraus ergibt sich doch logischerweise, daß hier ein Potential quasi neben der Öffentlichkeit entstanden ist. Wie aber kann es sein, daß diese „Künstler“ trotzdem bis jetzt völlig unbekannt zu sein schienen ? Das Meistverkaufte unbekannt ? Haben wir nicht gesehen ? Haben wir nicht hingeschaut ? Haben wir uns die Ohren zugehalten ? Wie war das noch mit dem Elefant im Raum ?