Adoptionsrecht für Homosexuelle: Maas plant mehr Gleichberechtigung
Homosexuelle sollen künftig das adoptierte Kind ihrer Partner mit adoptieren können. Justizminister Maas hat einen entsprechenden Plan um dies umzusetzen.
BERLIN dpa | Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will das Adoptionsrecht homosexueller Lebenspartnerschaften gemäß einer Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts verbessern. Ein entsprechender Referentenentwurf sieht vor, dass ein adoptiertes Kind eines Lebenspartners auch von dem anderen Partner adoptiert werden darf. Der Entwurf liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor. Zuerst hatte der Tagesspiegel darüber berichtet.
Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, ein entsprechendes Urteil des Verfassungsgerichts zügig umzusetzen. Demnach ist das Verbot der sogenannten Sukzessivadoptionen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Bis Ende Juni muss der Gesetzgeber eine verfassungsgemäße Regel treffen.
„Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur völligen rechtlichen Gleichstellung von Lebenspartnerschaften“, sagte Maas dem Tagesspiegel. Bestehende Diskriminierungen müssten beendet werden.
Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer mahnte, er sehe keine Notwendigkeit, beim Thema Gleichstellung über die Vorgaben von Karlsruhe hinauszugehen. Im Koalitionsvertrag heißt es, bestehende Diskriminierungen sollten beendet werden. Die Union lehnt eine Öffnung der Ehe und ein ungeschränktes Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ab. Mit weitergehenden Vorstellungen hatte sich die SPD nicht durchsetzen können.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert