40 Jahre Tschornobyl : Nichts gelernt aus dem Super-GAU?
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Die Katastrophe im Atomkraftwerk im ukrainischen Tschornobyl prägte 1986 eine ganze Generation der Umweltbewegung. Wie wirkt sie heute nach?
Eine tödliche Gefahr, die Menschen nicht sehen können, nicht fühlen oder riechen – nur der Ausschlag des Geigerzählers zeigt die Dimension der Katastrophe. Die Rede ist von einem Super-GAU, der Katastrophe, die auf Jahrzehnte die Umweltbewegung und die Energiepolitik geprägt hat und dies bis heute tut.
Am 26. April 1986, also genau vor 40 Jahren, explodiert Block 4 im Kernkraftwerk Tschornobyl. Es folgt eine atomare Katastrophe mitten im Kalten Krieg. Die Region rund um das Kernkraftwerk ist verseucht, eine radioaktive Wolke breitet sich nach Westen aus. Und die Sowjetunion versucht den Fall zu vertuschen.
Die Folgen sind bis heute zu spüren. Rund um das Kernkraftwerk Tschornobyl kann keiner mehr wohnen. Das AKW ist seit Beginn der russischen Vollinvasion am 24. Februar 2022 auch Ziel von Russlands Militär. Der Sarkophag, also eine Art Schutzhülle, wurde im Februar vergangenen Jahres von einer russischen Drohne getroffen. Der Schaden ist immens, laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) kann die Konstruktion die wichtigsten Sicherheitsfunktionen nicht mehr erfüllen und müsste bald repariert werden. Trotz des Super-GAUs und der erheblichen Risiken hält die Ukraine an der Atomkraft fest.
Am 26. April 1986 kam es im ukrainischen, damals sowjetischen Tschornobyl (russisch Tschernobyl) zum Super-GAU. Eine radioaktive Wolke verseuchte große Teile Europas. 40 Jahre später blickt die taz in einem Schwerpunkt zurück und nach vorn. Die taz verwendet bei ukrainischen Orten grundsätzlich die Schreibweise in Landessprache, nicht die russische – so auch bei Tschornobyl.
Wie sieht es in Tschornobyl vier Jahrzehnte später aus? Welche Folgen sind bis heute zu spüren? Und was bedeutet Kernkraft für die Ukraine heute, ein Land im Krieg?
Darüber spricht Tanja Tricarico aus dem Auslandsressort der taz mit dem Ukraine-Korrespondenten Bernhard Clasen in der aktuellen Folge der Fernverbindung, dem Korri-Podcast der taz. Bernhard Clasens Reportage aus Tschornobyl erscheint in der wochentaz-Ausgabe vom 25. April.
Diese Folge der Fernverbindung wurde am 22. April 2026 um 13.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit aufgezeichnet.
Fernverbindung – Der Auslands-Podcast der taz erscheint jede Woche auf taz.de und überall, wo es Podcasts gibt.
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