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+++ Nachrichten im Iran-Krieg +++Iran überlegt noch immer

Pakistan verhandelt weiter über ein neues Treffen von Iran und USA. China fordert Öffnung der Straße von Hormus. Dort steht der Schiffsverkehr praktisch still.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen vor einer möglichen nächsten Verhandlungsrunde in Islamabad Foto: Anjum Naveed/ap/dpa

Trump: Israel hat mich nicht zum Iran-Krieg überredet

US-Präsident Donald Trump ‌ist nach eigenen Worten nicht von Israel zum Angriff auf den Iran überredet worden. „Israel hat mich nicht zum Krieg mit dem Iran überredet, das haben die Ergebnisse vom 7. Oktober getan, zusammen mit meiner lebenslangen Überzeugung, dass der Iran niemals Atomwaffen besitzen darf“, schreibt Trump auf seiner Plattform „Truth Social“. Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, dass Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Trumps Entscheidung beeinflusst hat. (rtr)

Israels Präsident zeichnet Milei mit Ehrenmedaille aus

Der argentinische Präsident Javier Milei ist in Israel mit der Ehrenmedaille des Präsidenten ausgezeichnet worden. Izchak Herzog verlieh ihm die höchste zivile Auszeichnung bei einer Zeremonie in Jerusalem und würdigte ihn als engen Freund Israels. Es ist Mileis dritter Besuch in Israel innerhalb von zwei Jahren. Bei einem Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntagabend wurde die Einrichtung einer direkten Flugverbindung zwischen Tel Aviv und Buenos Aires angekündigt. Zudem unterzeichneten beide Seiten mehrere strategische Abkommen. Milei setzt sich für eine Vertiefung der Beziehungen Israels zu weiteren lateinamerikanischen Staaten ein. Milei bekräftigte außerdem seine Absicht, die argentinische Botschaft künftig in Jerusalem zu eröffnen. Dieser Schritt ist international umstritten. (dpa)

Medien: Neue Verhandlungen Israels mit Libanon am Donnerstag

Die Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon sollen nach israelischen Medienberichten am Donnerstag in Washington fortgesetzt werden. Dies berichteten das israelische Nachrichtenportal „ynet“ und die „Jerusalem Post“. Offiziell gab es zunächst keine Bestätigung dafür. Vor knapp einer Woche hatte sich in Washington die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, mit dem israelischen Vertreter in Washington, Jechiel Leiter, getroffen. Es war das erste direkte Gespräch von Repräsentanten beider Länder seit Jahrzehnten. Auch US-Außenminister Marco Rubio war zugegen. (dpa)

Iran erwägt doch Teilnahme an Friedensgesprächen mit USA

Der Iran erwägt jetzt doch eine neue Runde der Friedensgespräche mit den USA in Pakistan. Die Regierung in Teheran stehe einer Beteiligung „positiv“ gegenüber, sagte ein hochrangiger iranischer Insider am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Vorausgegangen waren Bemühungen der Regierung in Islamabad, die US-Blockade iranischer Häfen zu beenden, die bislang als Haupthindernis für eine Rückkehr des Iran an den Verhandlungstisch galt. Der Insider erklärte, Pakistan unternehme Anstrengungen, um die Blockade aufzuheben und die iranische Teilnahme sicherzustellen. (rtr)

Trump: Vance wird in einigen Stunden in Islamabad landen

Entgegen früheren ‌Äußerungen von US-Präsident Donald Trump wird Vizepräsident JD Vance nun doch in einigen Stunden in Islamabad landen, um die Verhandlungen mit dem Iran fortzusetzen. Das sagt Trump der „New York Post“ und wideruft damit frühere Aussagen. Vance wird von einer Delegation begleitet, der auch Trumps Gesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner angehören. Trump sagt dem Blatt, er sei bereit zu einem Treffen mit den iranischen Anführern, falls es Fortschritte in den Verhandlungen gebe. (rtr)

Podcast Fernverbindung: Ist China der heimliche Sieger im Irankrieg?

Während die USA es sich diplomatisch mit allen verscherzen, tritt China als ruhiger Vermittler auf. Was verspricht sich das Land davon? ➝ Hier geht's zur neuen Folge

Ministerium: Indischer Tanker hat Straße von Hormus durchquert

Ein unter indischer Flagge fahrender Tanker hat am Wochenende die Straße von Hormus durchquert. Das indische Schifffahrtsministerium teilte am Montag mit, das mit Rohöl beladene Schiff mit 31 Seeleuten sei am Samstag sicher durch die Meerenge gefahren – demselben Tag, an dem zwei andere indische Schiffe nach Berichten über iranischen Beschuss umkehren mussten. Das Schiff werde am Mittwoch in Mumbai erwartet, erklärte das Ministerium. Die Gesamtzahl der Schiffe unter indischer Flagge, die die wegen des Iran-Kriegs praktisch blockierte Straße von Hormus bislang sicher durchfahren haben, gab das Ministerium mit zehn an. (ap)

Xi fordert Öffnung der Straße von Hormus

Chinas Präsident Xi Jinping hat die Wiedereröffnung der wegen des Iran-Krieges blockierten Straße von Hormus gefordert. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, erklärte er in einem Telefonat mit dem saudischen Kronprinz Mohammed, die Volksrepublik unterstütze einen unverzüglichen und umfassenden Waffenstillstand sowie alle Bemühungen, den Frieden im Nahen Osten wiederherzustellen. Kronprinz Mohammed erklärte laut einer von Xinhua veröffentlichten Abschrift des Telefonats, Saudi-Arabien wolle den Konflikt durch Dialog lösen und hoffe darauf, dass sich eine weitere Eskalation vermeiden lasse. (ap)

Präsident: Libanon verhandelt für sich selbst

Der libanesische Staatspräsident Joseph Aoun hat ausgeschlossen, dass jemand anderes – wie etwa der Iran – die Interessen seines Landes in Friedensverhandlungen vertritt. Eine libanesische Delegation unter Führung des Diplomaten Simon Karam werde die nächste Verhandlungsrunde mit Israel bestreiten, sagte Aoun am Montag. „Niemand wird sich an dieser Mission mit dem Libanon beteiligen oder dessen Rolle übernehmen.“ Ziel sei es, die Kämpfe zu beenden, einen Abzug des israelischen Militärs aus dem Libanon zu erreichen und die libanesische Armee bis zur international anerkannten Grenze im Süden des Land zu stationieren, sagte Aoun.

Der Libanon habe zwei Optionen: eine Fortführung des Krieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz oder dessen Beendigung durch Verhandlungen. Die Hisbollah hat die Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon abgelehnt, die vergangene Woche begannen. Es sind seit Jahrzehnten die ersten direkten Gespräche zwischen den beiden Staaten, die sich technisch gesehen im Kriegszustand befinden. Ein Termin für die nächste Gesprächsrunde wurde noch nicht bestätigt. (ap)

Netanjahu verurteilt Schändung von Kruzifix durch israelischen Soldaten

Der ‌israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, ‌Außenminister Gideon Saar und das Militär haben die Schändung eines Kruzifixes durch einen israelischen Soldaten im Südlibanon verurteilt. Ein am Wochenende im Internet aufgetauchtes Foto zeigt, wie ein Soldat mit der stumpfen Seite einer Axt auf ein Kruzifix einschlägt. Netanjahu erklärte am Montag auf X, er sei fassungslos über die Beschädigung des ‌christlichen Symbols. Die Tat widerspreche den jüdischen Werten der Toleranz und werde bestraft. Saar nannte das Verhalten schändlich und bat um Entschuldigung. Das Militär teilte mit, der Vorfall werde untersucht. Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, forderte auf X harte und öffentliche Konsequenzen. (rtr)

Pakistanische Regierungskreise: Iran offen für weitere Verhandlungen

Der Iran ist nach Angaben aus pakistanischen Regierungskreisen zu einer Teilnahme an einer zweiten Runde der Verhandlungen mit den USA bereit. Die iranischen Behörden hätten ihre Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, dafür in dieser Woche eine Delegation nach Islamabad zu entsenden, sagten zwei pakistanische Gewährspersonen am Montag. Man sei vorsichtig optimistisch, dass sowohl eine Delegation des Irans als auch eine der USA in die pakistanische Stadt reisen könnte, hieß es. Details zu den Reiseplänen beider Länder würden wegen Sicherheitsbedenken nicht genannt. Zudem riefen die Gewährspersonen Medien auf, nicht über den Zeitpunkt der Verhandlungen zu spekulieren. (ap)

EU bekräftigt ihre Unterstützung für die Zweistaatenlösung

Die EU hat ihre Unterstützung für eine Zweistaatenlösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern bekräftigt. Dies sei die einzige „Möglichkeit für Palästinenser wie für Israelis, in Sicherheit, Würde und Frieden zu leben“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zu Beginn eines Treffens der Globalen Allianz für die Umsetzung der Zweistaatenlösung in Brüssel am Montag. Der Ministerpräsident und Außenminister der palästinensischen Autonomiebehörde, Mohammed Mustafa, sprach von einer „konkreten, wenn auch schmalen Chance“, vom „Krieg zu einem gerechten und dauerhaften Frieden überzugehen“. Mustafa betonte, dass der Gazastreifen nach Beendigung des Kriegs ein „fester Bestandteil des Staates Palästina“ bleiben und die Regierungsgewalt letztendlich an die Palästinensische Autonomiebehörde übergeben werden müsse. (afp)

Iran: Noch keine Entscheidung über Teilnahme an Verhandlungen mit den USA getroffen

Der Iran hat nach Angaben seines Außenministeriums noch keine Entscheidung über eine Teilnahme an weiteren Friedensverhandlungen mit den USA in Pakistan getroffen. „Wir haben keine Pläne für eine zweite Verhandlungsrunde, aber es wurde diesbezüglich noch nichts entschieden“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, am Montag vor Pressevertretern. Die USA meinten es „nicht ernst mit der Diplomatie“, fügte Bakaei hinzu. Er verwies auf angebliche Verstöße gegen die am Freitag vereinbarte Feuerpause. Konkret nannte er einen US-Angriff auf ein Frachtschiff, die Seeblockade iranischer Häfen und die Lage im Libanon. All dies seien „eindeutige Verstöße gegen die Waffenruhe“. (afp)

Libanon: Israel sprengt nach Waffenruhe Häuser in 39 Dörfern

Israelische Streitkräfte haben nach Angaben eines libanesischen Politikers seit der Waffenruhe in der vergangenen Woche in 39 Dörfern im Südlibanon Zerstörungen unterschiedlichen Ausmaßes angerichtet. Ali Hassan Chalil, ein hochrangiger Berater von Parlamentspräsident Nabih Berri, sagt, die israelischen Truppen hätten zivile Wohnhäuser gesprengt. Dies sei ein Kriegsverbrechen. Das israelische Militär erklärt, es gehe gegen die Infrastruktur der Hisbollah im Süden vor. (rtr)

Israelische Armee warnt Vertriebene vor Rückkehr in den Süden des Libanon

Die israelische Armee hat Vertriebene aus dem Süden des Libanon erneut vor einer Rückkehr in dutzende Dörfer gewarnt. „Wir fordern Sie dringend dazu auf, sich nicht südlich der Verteidigungslinie aufzuhalten“, erklärte Armeesprecher Avichay Adraee am Montag im Onlinedienst X auf Arabisch. Die Armee veröffentlichte überdies eine Karte, die die „vordere Verteidigungslinie“ zeigte.

Die Armee begründete ihren Aufruf mit mutmaßlichen Aktivitäten der Hisbollah in dem Gebiet. Die pro-iranische Miliz habe „ihre terroristischen Aktionen unter Verstoß gegen die Vereinbarung für eine Feuerpause fortgesetzt“, hieß es in der Erklärung weiter. Dementsprechend werde die israelische Armee weiter in dem Gebiet im Einsatz bleiben, um die Infrastruktur der Hisbollah zu zerstören und „direkte Bedrohungen für die Gemeinden im Norden Israels abzuwehren“. (afp)

Wieder Zwischenfälle im Libanon trotz Waffenruhe

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge trotz der Waffenruhe im Libanon in der Nacht eine Raketenabschussrampe im Süden des Nachbarlandes angegriffen. Diese sei feuerbereit und eine „direkte Bedrohung für die Ortschaften in Nordisrael“ sowie für Soldaten gewesen, teilte das israelische Militär am Morgen mit. Die Armee werde sich weiterhin gegen Gefahren verteidigen und Sicherheit für israelische Zivilisten und Soldaten gewährleisten, hieß es in einer Erklärung weiter. (dpa)

Hisbollah: Vier israelische Panzer zerstört

Die Hisbollah hat nach eigenen Angaben im Südlibanon vier israelische Panzer zerstört. Kämpfer hätten im Dorf Deir Sirjan Sprengsätze an vier von acht durchfahrenden Panzern eines Konvois angebracht, teilte die Schiitenmiliz am Montag mit. Bei der Detonation seien die Kampffahrzeuge am Sonntag zerstört worden. Es war das erste Mal seit Inkrafttreten einer zehntägigen Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel in der Nacht zum Freitag, dass die Miliz einen Angriff in dem Land für sich reklamierte. Das israelische Militär gab zunächst keine Stellungnahme ab. (ap)

Pakistans Innenminister empfängt Diplomaten aus USA und Iran

Pakistans Innenminister hat bei zwei verschiedenen Treffen diplomatische Vertreter aus dem Iran und den USA empfangen. Dabei sei unter anderem über die Sicherheit in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde gesprochen worden, hieß es in einer Mitteilung. „Wir beten für den Erfolg der zweiten Verhandlungsrunde in Islamabad“, sagte Minister Mohsin Naqvi demnach bei einem Treffen mit der Geschäftsträgerin der US-Botschaft, Natalie A. Baker. Bei einem Gespräch mit dem iranischen Botschafter Resa Amiri Moghadam betonte der Minister die „Notwendigkeit einer nachhaltigen Lösung auf diplomatischem und verhandlungstechnischem Wege“, wie es in der Mitteilung weiter hieß. (dpa)

Israel wirft Iran versuchten Anschlag auf Pipeline in Aserbaidschan vor

Israelische Geheimdienste decken nach eigenen Angaben ein iranisches Netzwerk auf, das Anschläge auf eine Ölpipeline sowie auf israelische und jüdische Ziele in Aserbaidschan geplant hat. Wie Mossad und Schin Bet mitteilen, vereiteln aserbaidschanische Behörden die Pläne der iranischen Revolutionsgarden und nehmen die Mitglieder der Zelle fest. Dabei stellen sie unter anderem Sprengstoffdrohnen sicher. Eine Stellungnahme des iranischen Außenministeriums liegt zunächst nicht vor. (rtr)

Schiffsdaten: Verkehr in Straße von Hormus steht praktisch still

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus steht fast vollständig still. In den vergangenen zwölf Stunden hat es lediglich drei Durchfahrten gegeben, wie Schifffahrtsdaten zeigen. Der mit britischen Sanktionen belegte Öltanker „Nero“ habe den Golf verlassen und die Meerenge passiert. Dies geht aus Satellitenanalysen der Spezialfirma SynMax und Tracking-Daten der Plattform Kpler hervor. Zudem seien ein Chemikalientanker und ein Flüssiggastanker in den Golf eingefahren. (rtr)

China kritisiert US-Beschlagnahmung von iranischem Schiff

China hat die Beschlagnahmung eines unter iranischer Flagge fahrenden Tankers durch die USA kritisiert. Ein Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun, sagte am Montag in Peking, die Straße von Hormus sei eine internationale Wasserstraße. Die ungehinderte Durchfahrt von Schiffen liege im gemeinsamen Interesse der Staaten der Region und der internationalen Gemeinschaft. „Wir hoffen, dass alle Beteiligten verantwortungsbewusst handeln, das Waffenruheabkommen einhalten und eine Eskalation der Spannungen oder eine Verschärfung der Konflikte vermeiden.“ (ap)

Iranisches Militär begründet Zurückhaltung bei US-Zugriff auf Schiff

Das iranische Militär hat eine Begründung für sein Nichteingreifen bei der Beschlagnahmung eines unter iranischer Flagge fahrenden Tankers im Golf von Oman geliefert. Das zentrale Hauptquartier „Chatam Al-Anbija“ erklärte am Montag, es habe von einem Angriff auf die US-Marines abgesehen, die das Schiff enterten, weil sich Familienangehörige der Schiffsbesatzung an Bord der „Touska“ befunden hätten. Um deren Leben zu schützen, das zu jeder Zeit in Gefahr gewesen sei, seien die Reaktionsmöglichkeiten eingeschränkt gewesen. „Chatam Al-Anbija“ drohte damit, in Zukunft „notwendige Maßnahmen gegen das terroristische US-Militär“ zu ergreifen, führte das aber nicht näher aus. (ap)

Irans Präsident fordert Diplomatie trotz Misstrauens

Irans Präsident Massud Peseschkian hat sich trotz großen Misstrauens gegenüber den USA für Diplomatie ausgesprochen. Krieg sei für niemanden von Vorteil, sagte der Regierungschef laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna bei einer Sitzung. „Während man gleichzeitig gegenüber Bedrohungen standhaft bleibt, muss man jeden rationalen und diplomatischen Weg nutzen, um Spannungen zu reduzieren“, sagte Peseschkian. „Gleichzeitig ist Misstrauen gegenüber dem Feind und Wachsamkeit in den Interaktionen eine unvermeidliche Notwendigkeit.“ Im Iran ist der Präsident, anders als in vielen Ländern, nicht Staatsoberhaupt, sondern Regierungschef. Peseschkian gilt im Iran als verhältnismäßig moderater Politiker. Seine Macht gilt als äußerst begrenzt. (dpa)

Sicherheitskreise: Trump prüft Pakistans Rat zu Iran-Gesprächen

Im Ringen um eine Fortsetzung der US-iranischen Friedensverhandlungen will US-Präsident Donald Trump Sicherheitskreisen zufolge Ratschläge des Vermittlers Pakistan prüfen. Der pakistanische Armeechef Asim Munir habe Trump in einem Telefonat gesagt, dass die US-Blockade iranischer Häfen ein Hindernis für die Gespräche sei, erklärt ein pakistanischer Insider. Trump habe zugesagt, diese Einschätzung zu berücksichtigen. (rtr)

Israelischer Soldat beschädigt Jesus-Figur im Libanon

Die israelische Armee bestätigt, dass einer ihrer Soldaten im Südlibanon ein christliches Symbol beschädigt hat. Man nehme den Vorfall äußerst ernst, teilte die Armee am Abend auf X mit. Das Verhalten des Soldaten sei in keiner Weise mit den Werten vereinbar, die von Soldaten erwartet würden. Am Sonntag hatte die Armee ein Foto veröffentlicht, das zeigt, wie ein Mann in israelischer Armeeuniform mit einem Hammer auf eine von einem Holzkreuz gefallene Figur von Jesus Christus einschlägt. Die Armee teilte mit, es sei nach einer ersten Untersuchung festgestellt worden, dass das Bild einen Soldaten im Südlibanon zeige. Gegen die Beteiligten würden angemessene Maßnahmen ergriffen, hieß es von der Armee weiter. Darüber hinaus wolle man die Gemeinde bei der Wiederherstellung des Kruzifixes an seinem Standort unterstützen. Rund jeder dritte Libanese ist Christ. (dpa)

Iran: Noch keine Entscheidung über Teilnahme an Verhandlungen

Der Iran hat nach Angaben seines Außenministeriums noch keine Entscheidung über eine Teilnahme an weiteren Friedensverhandlungen mit den USA in Pakistan getroffen. „Wir haben keine Pläne für eine zweite Verhandlungsrunde, aber es wurde diesbezüglich noch nichts entschieden“, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, am Montag vor Pressevertretern.

Die USA meinten es „nicht ernst mit der Diplomatie“, fügte Bakaei hinzu. Er verwies auf angebliche Verstöße gegen die am Freitag vereinbarte Feuerpause. Konkret nannte er einen US-Angriff auf ein Frachtschiff, die Seeblockade iranischer Häfen und die Lage im Libanon. All dies seien „eindeutige Verstöße gegen die Waffenruhe“.

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag erklärt, eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance an der Spitze werde am Montag in Pakistan eintreffen. Zu den Knackpunkten der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zählen neben der Öffnung der Straße von Hormus die iranischen Vorräte an angereichertem Uran. (adp)

Gerichtsmedizin: Mehr als 3.300 Kriegstote im Iran

Im Iran sind bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen nach Worten eines Mediziners 3.375 Menschen getötet worden. Dabei handele es sich um endgültige Zahlen, sagte der Leiter der iranischen Gesellschaft für Rechtsmedizin, Abbas Masdschedi Arani, laut einem Bericht des Onlineportals „Jamaran“.

Der Gerichtsmedizin zufolge waren unter den Toten 496 Frauen sowie 383 Kinder und Minderjährige. Die meisten Opfer gab es demnach in der Hauptstadt Teheran, Isfahan im Zentrum des Landes sowie der Küstenprovinz Hormusgan.

Die tatsächliche Zahl der Toten dürfte deutlich höher liegen. Aktivisten hatten in ihren eigenen Zählungen schon vor Wochen mehr als 3.000 Tote gemeldet. Die Menschenrechtsorganisation Hengaw mit Sitz in Norwegen berichtete jüngst, dass mindestens 7.650 Menschen ums Leben kamen, darunter 1.030 Zivilisten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Opferzahlen derzeit nicht.(dpa)

Zwei Menschen wegen Vorwurfs der Spionage hingerichtet

In Iran sind mitten im Krieg erneut zwei Menschen unter anderem wegen des Vorwurfs der Spionage für Israel hingerichtet worden. „Die Todesurteile gegen Mohammad Masum-Schahi und Hamed Walidi wurden heute im Morgengrauen vollstreckt“, berichtete die Justizwebsite Misan Online am Montag. Dort hieß es, die beiden Männer seien „Mitglieder eines Spionagenetzwerks mit Verbindungen zum Mossad“, dem israelischen Geheimdienst. Es wurden keine Angaben dazu gemacht, wann sie festgenommen worden waren.

Wie es bei Misan unter Verwendung von Teherans Sprachgebrauch für Israel weiter hieß, waren die beiden Männer wegen der ihnen zur Last gelegten „Zusammenarbeit mit feindlichen Gruppen und dem zionistischen Regime“ sowie wegen des Vorwurfs „Krieg gegen Gott“ (Moharebeh) verurteilt worden. Dabei handelt es sich nach Scharia-Recht um eine Straftat, auf die im Iran die Todesstrafe steht.

Die Behörden in Iran haben seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel am 28. Februar mehrere Hinrichtungen vollstreckt. Seit dem 8. April gilt eine zweiwöchige Waffenruhe, die am Mittwoch endet. Ausländischen Aktivisten zufolge gibt es nur in China mehr Hinrichtungen als in Iran. (afp)

Ölpreis steigt nach Schließung der Straße von Hormus

Die erneute Schließung der Straße von Hormus treibt die Ölpreise am Montag um mehr als 7 Prozent in die Höhe. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte ⁠Brent verteuert sich um 7,26 Prozent auf 96,94 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI steigt um 7,24 Prozent auf 89,92 Dollar. Die USA und Iran werfen sich gegenseitig vor, durch Angriffe auf Schiffe gegen ‌eine Waffenruhe verstoßen ‌zu haben. Am Freitag waren die Ölpreise noch um mehr ⁠als 9 Prozent gefallen.

Am Samstag passieren mehr als 20 Schiffe die Straße von Hormus. Dies ist die höchste Zahl seit dem 1. März, wie aus Daten des Analysehauses Kpler hervorgeht. Die Zunahme des Verkehrs erfolgte vor einer erneuten Eskalation am Sonntag, als die USA ein iranisches Schiff ‌beschlagnahmten und Teheran mit Vergeltung drohte. (rtr)

Außenhandel mit Iran geht zurück

Der Außenhandel mit Iran ist im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Die Exporte sanken vom Vorjahr um ein knappes Viertel auf 961,6 Millionen Euro, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Ausgeführt wurden vor allem Maschinen sowie pharmazeutische und chemische Erzeugnisse.

Umgekehrt kamen aus Iran Importe im Wert von 234,5 Millionen Euro, eine leichte Steigerung um 1,7 Prozent zum Vorjahr. Fast zwei Drittel der Einfuhren waren Nahrungsmittel mit Pistazien an der Spitze. Darauf folgten pharmazeutische Erzeugnisse und Textilien wie zum Beispiel Teppiche.

Damit liegt Iran auf der Liste der wichtigsten Handelspartner auf Rang 72. Vor dem Inkrafttreten umfassender US-Sanktionen im Jahr 2018 war es noch der 51. Platz gewesen.

Im Vergleich zum Jahr 2018 sind die Exporte um 64,3 Prozent und die Importe um 46,8 Prozent zurückgegangen. Im Vorfeld des aktuellen Konflikts sind die Exporte noch einmal deutlich weniger geworden. Für die Monate Januar und Februar 2026 weist die Statistik einen Einbruch um 48,5 Prozent aus. (dpa)

Irans Außenminister wirft USA wenig Ernsthaftigkeit vor

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat den USA vor der von US-Präsident Donald Trump angekündigten zweiten Gesprächsrunde zum Irankrieg in Islamabad mangelnde Ernsthaftigkeit vorgeworfen. Araghtschi äußerte dies laut iranischen Staatsmedien in einem Telefonat mit Pakistans Außenminister Ishaq Dar. Demnach habe er gesagt, dass die Forderungen Washingtons in den Verhandlungen sowie Drohungen gegen iranische Schiffe und Häfen „klare Zeichen“ mangelnder Aufrichtigkeit der USA seien.

Die Äußerungen sind ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Spannungen zwischen Washington und Teheran verschärfen, bevor die Waffenruhe am Mittwoch auslaufen soll. Zudem könnten sie die Pläne für eine neue Verhandlungsrunde zwischen den USA und Iran in Islamabad in dieser Woche beeinflussen. (ap)

Vorbereitungen in Islamabad für neue Verhandlungen laufen

Seitens der pakistanischen Regierung wurde derweil offiziell noch nichts zu neuen Verhandlungen in Islamabad mitgeteilt. Kurz nach Trumps Ankündigung neuer Gespräche hatte das Außenministerium aber mitgeteilt, Ressortchef Ishaq Dar habe in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi betont, ein kontinuierlicher Dialog sei entscheidend, um die Spannungen rasch zu entschärfen und Frieden in der Region zu fördern.

In Islamabad laufen seit Tagen Vorbereitungen für eine neue Verhandlungsrunde. Sicherheitsvorkehrungen waren sichtbar: So wurde die sogenannte Rote Zone mit Botschaften und Regierungsgebäuden, in der bereits die erste Gesprächsrunde stattfand, wieder abgesperrt. Erste Verhandlungen waren eine Woche zuvor ohne konkrete Ergebnisse beendet worden. (ap)

Trump: Iranischer Blockadebrecher gestoppt

Das US-Militär hat Präsident Donald Trump zufolge die Kontrolle über ein iranisches Schiff übernommen, das die Blockade der iranischen Häfen brechen wollte. Man habe es durch ein Loch im Maschinenraum gestoppt, schreibt Trump auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Eine Stellungnahme des Irans liegt zunächst nicht vor. (rtr)

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