Peking und der Irankrieg : Ist China der heimliche Sieger im Irankrieg?
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Während die USA es sich diplomatisch mit allen verscherzen, tritt China als ruhiger Vermittler auf. Was verspricht sich das Land davon?
Wem nützt eigentlich der Irankrieg? Auf den ersten Blick scheint die Antwort auf diese Frage eher knapp auszufallen. Die Weltwirtschaft leidet unter den Folgen der Energiekrise, Iran liegt militärisch am Boden. US-Präsident Donald Trump muss angesichts des in den Vereinigten Staaten unpopulären Kriegs den bisher schlimmsten Imageverlust seiner zweiten Amtszeit hinnehmen.
Doch eine andere Großmacht bringt sich diplomatisch in Position: China. Das Reich der Mitte präsentiert sich als besonnener, verlässlicher Vermittler. Beim Aushandeln der von Pakistan erreichten Waffenruhe soll Peking eine wichtige Rolle gespielt haben. Selbst Donald Trump ist das positiv aufgefallen.
Auch wirtschaftlich steht China im internationalen Vergleich dank seiner Diversifizierung in der Energieversorgung weniger schlecht da. Als wichtige Lieferantin für Solarmodule oder E-Autos wäre die Volksrepublik außerdem eine der Gewinnerinnen im Falle einer sich beschleunigenden Energiewende durch den Ölpreisschock.
Derweil streckt Staatspräsident Xi Jinping die Hände in alle Richtungen aus. Gerade in einer Zeit, in der viele Länder sich ihrer Partnerschaft mit den USA nicht mehr sicher sind, hat China vor allem auch die Golfstaaten oder Europa im Blick. Aufmerksam beobachtet Peking das militärische Vorgehen in Iran, denn dieses birgt wichtige Erkenntnisse für die eigenen geopolitischen Bestrebungen.
Was verspricht sich China von seinem neuen diplomatischen Engagement? Und wie wahrscheinlich ist es, das Peking als heimlicher Sieger aus dem Irankrieg hervorgeht?
Über diese Fragen sprechen Fabian Schroer, Redakteur im Auslandsressort der taz und Ostasienkorrespondent Fabian Kretschmer in der neuen Folge der Fernverbindung.
Diese Folge wurde aufgezeichnet am 15. April um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit.
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