piwik no script img

live +++ Große Trump-Show in Davos +++„Sie können auch Nein sagen, wir werden uns daran erinnern“

US-Präsident Donald Trump zieht in seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum über Europa her – und bekräftigt seinen Anspruch auf Grönland. Die Ereignisse im Live-Ticker.

Me, myself, and I: US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede in Davos Foto: Jonathan Ernst/Reuters

US-Präsident Donald Trump droht, US-Präsident Donald Trump fordert, US-Präsident Donald Trump kündigt an: Seit Montag läuft das 56. Treffen des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos. Mehr als 60 Staats- und Re­gie­rungs­che­f:in­nen nehmen teil, dazu über 1.000 Manager:innen, Superreiche und Ver­tre­te­r:in­nen von NGOs. Trotzdem dominiert der Mann aus dem Weißen Haus das Treffen. Mit Spannung respektive Nervosität wurde dann auch die Rede von Trump am Mittwochnachmittag erwartet. Es wurde ein wirrer Ritt durchs politische Gemüsebeet – mit viel Selbstlob und Attacken auf alles und jeden. Die Nachrichten des Tages im taz-Liveticker.

Da lacht die Atomindustrie – und der taz-Ticker schließt seinen Bauchladen

16.50 Uhr: Auch das noch: Die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zur Atomkraft bei seiner Rede in Davos sorgen für beste Laune bei Ak­tio­nä­r:in­nen der Branche. Am steilsten nach oben geht es für Unternehmen, die kleine Atomreaktoren entwickeln. So gewinnen NuScale Power, Nano Nuclear und Oklo zwischen 5,5 und 7,5 Prozent. Gefragt sind auch die Aktien von Uran-Produzenten und Versorgern wie enCore und Uranium Energy, die um knapp sechs und vier Prozent zulegen.

„Wir setzen sehr stark auf die Welt der Atomenergie“, hatte Trump auf dem Weltwirtschaftsforum gesagt. Wir nehmen derlei geballten Blödsinn zum Anlass, den Liveticker für heute zu schließen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Mehr zum Trump-Auftritt in Davos in Kürze hier auf taz.de. (taz)

Trump halluziniert über Treffen mit Selenskyj

16.30 Uhr: Und noch ein Nachtrag in Sachen Ukraine: Sich „um die Ukraine zu kümmern“ ist nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump Aufgabe der Nato und Europas – und nicht der USA. „Was haben die USA von all dieser Arbeit, all diesem Geld, außer Tod, Zerstörung und kolossalen Geldsummen, die an Menschen gehen, die unsere Taten nicht zu schätzen wissen?“, sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

„Sie wissen nicht zu schätzen, was wir tun, ich spreche von der Nato, ich spreche von Europa. Es ist ihre Aufgabe, sich um die Ukraine zu kümmern, nicht unsere“, sagte Trump weiter. Die USA seien „sehr weit entfernt, ein großer und schöner Ozean trennt uns. Wir haben damit nichts zu tun“, erklärte der US-Präsident.

Gleichwohl verkündete Trump, er wolle sich in Davos mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen, um über eine Beendigung des Krieges zu sprechen. „Ich verhandele mit Präsident Putin, und er will einen Deal. Ich verhandele mit Präsident Selenskyj und ich glaube, er will einen Deal. Ich treffe ihn heute“, sagte Trump.

Die ukrainische Präsidentschaft stellte kurz danach Trumps Äußerung richtig: Selenskyj halte sich nicht in Davos auf, sondern sei in der Ukraine. Der ukrainische Präsident hatte zuvor erklärt, das Weltwirtschaftsforum ausfallen zu lassen und sich stattdessen um die massiven, durch russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur ausgelösten Stromausfälle in seinem Land zu kümmern. Am Mittwoch war fast die Hälfte der Hauptstadt Kyjiw ohne Strom und Heizung. (afp)

Auch die Frage-und-Antwort-Runde ist vorbei

16.10 Uhr: Nach Trumps erratischer Rede folgt die Frage-und-Antwort-Runde mit nicht minder erratischen Ausführungen. Zunächst setzt sich Trump für mehr KI-Zentren in den USA ein. Dann lobt er Außenminister Marco Rubio. Und verkündet: „Wir fördern heute mehr Öl und Gas als je zuvor.“

Daraufhin wiederholt er Teile seiner Rede und betont erneut, dass Grönland nötig ist, damit sich die „Guten“ gegen die „Bösen“ durchsetzen können. Trump behauptet, dass er acht Kriege beendet hätte. Der Moderator fragt, wie wichtig das Board of Peace ist und ob es erfolgreich sein wird, was Trump bejaht. „Wären wir nicht dort reingegangen, gäbe es keinen Frieden im Nahen Osten.“ Zudem behauptet er, dass der Iran nah an der Fertigstellung einer Atombombe war. (kla)

Trump: „Biden ist schrecklich, Powell ist dumm“

15.50 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seine mäanderende Rede beendet. Rund eine Stunde teilte er in Davos gegen alles und jeden aus. „Biden ist schrecklich, Powell ist dumm“, erklärte er etwa mit Blick auf seinen Amtsvorgänger Joe Biden und den FED-Chef Jerome Powell. Auch Rassismus gehörte zu seinem Repertoire. So beleidigte er eine ganze Nation als dumm: Somalier seien laut Trump Menschen mit niedrigem IQ. Überhaupt Somalia: „A country that is not a country.“

In seiner Rede bekräftigte er nicht nur seinen seinen Anspruch auf Grönland mit historischen Anekdoten. Er stellt sich vor allem auch als den großen Wirtschaftsretter dar, der zudem für Sicherheit in den USA sorge. „Washington ist nun sauber und sicher“, sagte Trump. Den ICE-Einsatz in Kalifornien bezeichnet er als „Hilfe“. (kla)

Trump feiert sich für Zölle gegen die Schweiz

15.45 Uhr: „Sie kommen hierher, verkaufen ihre Uhren, ohne Steuer, ohne Nichts.“ Damit begründet US-Präsident Trump seine Zölle gegen die Schweiz. Er will die US-Kassen mit Steuern auf Schweizer Uhren füllen. Das habe Rolex verärgert, sagt Trump. Es gebe viele Orte, die von den USA nicht genug besteuert würden und sich daran bereichern. (kla)

Er will doch nur ein bisschen Eis

15.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seine Besitzansprüche auf die zu Dänemark gehörende Insel Grönland bekräftigt. „Wir müssen Grönland besitzen, um es verteidigen zu können“, sagte er beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Alles, was die USA von Dänemark wollen, „ist dieses Land, auf dem wir den größten goldenen Dom aller Zeiten bauen wollen“.

Er bitte „nur um ein Stück Eis“. Das sei nun wirklich „wenig“ angesichts dessen, was die USA in der Vergangenheit für die NATO geleistet hätten. Zugleich sprach der selbsternannte Friedensstifter Trump von Krieg: „Wenn es einen Krieg gibt, wird viel Action auf diesem Stück Eis ausgetragen.“

Und schließlich die Rolle rückwärts: „Ich muss keine Gewalt anwenden, ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden.“ Das sei wahrscheinlich die wichtigste Aussage, die er gemacht habe, denn: „Die Leute dachten, ich würde Gewalt anwenden.“ Dabei will er doch nur Eis.

Dazu gab es noch einen Satz in bester Mafiosi-Manier: „Sie haben die Wahl. Sie können Ja sagen. Oder Sie können Nein sagen, wir werden uns daran erinnern.“ (kla, ga, rru)

Trump: „Ohne die USA würdet Ihr alle Japanisch sprechen“

15.05 Uhr: Trump fragt das Publikum, ob er über Grönland sprechen soll und behauptet, dass er das Thema eigentlich aus der Rede rauslassen wollte. Um dann über Grönland zu sprechen. Das klingt dann so: „Ich habe großen Respekt vor Dänemark. Aber nur die USA können Grönland schützen.“ Dänemark habe zu wenig in die Verteidiungsinfrastruktur Grönlands investiert. „Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben wir Grönland an Dänemark zurück. Wie dumm waren wir?“, sagte er. Und dann das noch: „Wären wir damals (im Zweiten Weltkrieg) nicht eingeschritten, würdet ihr jetzt alle Deutsch und Japanisch sprechen.“ (kla, ga)

Gekommen, um sich zu loben

14.55 Uhr: US-Präsident Donal Trump startet seine Rede beim Weltwirtschaftsforum mit Lob – Selbstlob natürlich. Er habe „phänomenale Neuigkeiten aus den USA“ mitgebracht, erklärte Trump, um dann über „die explodierende Wirtschaft“ unter seiner Ägide zu mäandern. Er betont, dass die USA weltweit führend seien bei Künstlicher Intelligenz. Die US-Amerikaner:innen seien „sehr zufrieden mit mir“, behauptet der alte Mann aus dem Weißen Haus.

Erwartbarerweise holzt er zugleich vor allem gegen Europa. Der alte Kontinent gehe nicht mehr in die richtige Richtung, sagt Trump. „Ich erkenne es nicht wieder.“ Dabei nennt er erneut eine Masseneinwanderung und den Fokus auf erneuerbare grüne Energien als den falschen Weg.

Trump lobt dabei das Potenzial von Atomkraft, er sei skeptisch gewesen, wegen der Risiken, aber nun sei sie sehr sicher. Grüne Energie in Europa sei der vielleicht größte Hoax, der die Länder zerstöre. Er lobt Bundeskanzler Merz, der einen „great job“ mache, um dies zu korrigieren. Europa sitze auf einer der größten Energiequelle mit Öl in der Nordsee, aber es erlaube nicht, sie zu nutzen. Je mehr Windräder ein Land habe, desto mehr Geld verliere es. (rru, ga)

Buhrufe für US-Handelsminister

14.30 Uhr: US-Handelsminister Howard ⁠Lutnick ist bei einem Abendessen des Weltwirtschaftsforums in Davos ausgebuht worden, berichtet die Financial Times am Mittwoch. Es ⁠sei am Dienstagabend nach aggressiven Äußerungen Lutnicks zu Tumulten gekommen. Bei der vom Chef des Vermögensverwalters Blackrock, Larry Fink, ausgerichteten Veranstaltung hätten Gäste unter lauten Rufen den Raum verlassen. ⁠Gastgeber Fink habe versucht, die Situation zu beruhigen. Details zu ⁠Lutnicks Äußerungen oder den Zwischenrufen wurden nicht genannt. (rtr, taz)

🐾 Macrons Doppelspiel gegenüber Trump

Das Weltwirtschaftsforum in Davos war für Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Dienstag die Gelegenheit, mit bisher ungewohnter Schärfe auf neue aggressive Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu antworten. Er, so Macron, ziehe „den Rechtsstaat der Brutalität“ vor. „Wir wollen nicht eine Weltordnung, die von denjenigen beschlossen wird, die glauben, die lautere Stimme und den stärken Knüppel zu haben.“ Er warnte, ohne jemanden beim Namen zu nennen, vor Annexionsplänen: „Wir haben keine Zeit mit verrückten Ideen zu verlieren, wir dürfen die Büchse der Pandora nicht öffnen.“

Mehr über das Lavieren von Macron zwischen Schmeicheleien und Widerstand im Beitrag des Kollegen Rudolf Balmer auf taz.de. (taz)

Voraussichtlich kein Treffen zwischen Trump und Merz

13 Uhr: Nach einer technischen Panne und einem Flugzeugwechsel ist US-Präsident Donald Trump am Mittwochmittag in der Schweiz gelandet. Dort will er am Nachmittag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rede halten, in der es auch um die von den USA angestrebte Einverleibung Grönlands gehen soll. Wegen Trumps Verspätung soll es nach Informationen aus deutschen Regierungskreisen kein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geben.

Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff empfiehlt der EU unterdessen, auf Trumps jüngste Zolldrohungen gezielt und auf Augenhöhe zu reagieren. „Europas Antwort muss nicht allumfassend sein, sondern smart. Es muss Amerika da treffen, wo es verletzlich ist“, sagte er im Interview mit der Zeit. Das könnten etwa Handelsbeschränkungen für Maschinen oder Zulieferteile für Halbleiter sein. Deutschland sei außerdem führend bei der Herstellung von Industrieklebern, die in fast ⁠allen Produkten vorhanden seien. „Come on, ‍es wird doch nicht so schwer sein, etwas zu finden, auf das die US-Industrie wirklich nicht verzichten kann“, sagte Rogoff. (rru)

„Total bescheuert“: US-Gouverneure über Trumps Grönland-Pläne

12 Uhr: Mehrere US-Gouverneure haben sich besorgt über Donald Trumps Besitzansprüche auf Grönland gezeigt. „Das Grönlandvorgehen des Präsidenten ist total bescheuert“, sagte der demokratische Gouverneur des Bundesstaates Kentucky, Andy Beshear, beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenort Davos. Innerhalb eines Jahres habe Präsident Trump die USA vom Anführer der freien Welt zum „Rüpel auf dem Schulhof“ gemacht. Die US-Amerikaner seien gegen eine Übernahme Grönlands.

Auch Gretchen Whitmer, demokratische Gouverneurin des Bundesstaates Michigan, zeigte sich über den außenpolitischen Kurs der Vereinigten Staaten besorgt. „Wir sind erst im ersten Jahr einer vierjährigen Amtszeit, und das Ausmaß des angerichteten Schadens wird uns noch sehr lange belasten“, sagte sie.

Selbst der republikanische Gouverneur des Bundesstaates Oklahoma, Kevin Stitt, gab zu: „Die Sache mit Grönland ist schon etwas seltsam, denn wir können ja bereits Militärbasen auf Grönland errichten.“ (dpa)

Wirtschaftsministerin Reiche will erst mal nichts tun

11.45 Uhr: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche warnt vor vorschnellen Gegenmaßnahmen Europas gegen die von Donald Trump angekündigten Zölle im Grönlandkonflikt. „Maßnahmen kann ich nur dann ausrollen, wenn ich weiß, was eigentlich auf dem Tisch liegt. Und bis auf Ankündigungen kennen wir nichts“, sagte die CDU-Politikerin auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Sie betonte: „Alles, was dazu führt, Europa nach außen zu spalten oder Uneinigkeit erkennen zu lassen, hilft uns nicht, das schwächt uns.“

Vor allem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich zuletzt dafür eingesetzt, das EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung – die sogenannte Handels-Bazooka – zu nutzen. Damit lägen Gegenzölle sowie Ein- und Ausfuhrbeschränkungen für Waren und Dienstleistungen auf dem Tisch. (dpa)

Nato-Rutte verteidigt Trump in Grönland-Frage

10.30 Uhr: Nato-Generalsekretär Mark Rutte will sich nicht öffentlich zu den Spannungen äußern, die durch die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer Übernahme Grönlands ausgelöst wurden. Er arbeite hinter den Kulissen an dem Thema, könne dies aber nicht in der Öffentlichkeit tun, sagte Rutte bei einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Präsident Trump habe jedoch recht, dass mehr getan werden müsse, um die Arktis vor russischem und chinesischem Einfluss zu schützen. Die Nato arbeite daran, die Arktis-Region gemeinsam zu verteidigen. (rtr)

Spahn warnt EU vor Konfrontation mit Trump

10 Uhr: Im Grönland-Konflikt mit Washington hat Unionsfraktionschef Jens Spahn vor einem zu konfrontativen Kurs gewarnt und die Bedeutung der USA für die Europäische Union und Deutschland betont. „Wir sind in Sicherheitsfragen auf die USA angewiesen“, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk vor dem Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Davos. Spahn verwies auf die Themen nukleare Teilhabe, Ukraine und Russland sowie Geheimdienstinformationen.

Auch der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Armin Laschet, riet zur Besonnenheit und empfahl, die Rede erst einmal abzuwarten. „Leichtfertig jetzt Sprüche machen, sich groß aufspielen, das ist jetzt genau das Falsche“, sagte der CDU-Politiker im ZDF-„Morgenmagazin“. Denn das Risiko sei, dass Trump die Unterstützung für die Ukraine komplett zurückziehe. „Das Wichtigste ist für uns Europäer, dass wir jetzt hier wirklich zu einem gerechten Frieden für die Ukraine beitragen.“

Die Europäer suchen eine Antwort auf Trumps Drohung, mit Zöllen gegen Deutschland und andere Länder vorzugehen für den Fall, dass Dänemark Grönland nicht an die USA verkaufen sollte. Trump argumentiert, dass die USA aus Sicherheitsgründen auf Grönland angewiesen seien. (dpa)

Grünen-Abgeordneter fordert Finanzboykott

9.30 Uhr: Der Grünen-Europaabgeordnete Rasmus Andresen fordert aus Protest gegen den US-Anspruch auf Grönland einen gemeinsamen Finanzboykott der EU gegen Washington. „Europa sollte über einen koordinierten Kaufstopp von US-Staatsanleihen und den gleichzeitigen Aufbau von sicheren europäischen Finanzanlagen (Präsident Donald) Trump massiv unter Druck setzen“, sagte Andresen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch. „Trump würde durch eine finanzpolitische Reaktion viel stärker unter Druck geraten, als wenn man ein wenig an der Zoll-Schraube dreht.“

Die EU-Kommission, die Europäische Investitionsbank und die Europäische Zentralbank „sollten alle Optionen prüfen, um diese Finanz-Bazooka auf den Weg zu bringen“, sagte Andresen. „Wenn Europa den Kauf verlangsamt oder Verkäufe signalisiert, steigt der Renditedruck auf US-Schulden und die Refinanzierungskosten für Staat und Wirtschaft.“

Europa hält demnach etwa zehn Prozent aller US-Staatsanleihen im Umfang von 1,5 Billionen Dollar. Die EU solle „schrittweise die rund 1,5 Billionen US-Staatsanleihen in europäischen Händen umschichten“, sagte Andresen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Aufgrund des Haushalts- und Leistungsbilanzdefizits der USA ist die US-Wirtschaft stark auf ausländisches Kapital angewiesen. (afp)

Trump-Show startet mit Flugzeugpanne

9 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist mit Verspätung zur Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos aufgebrochen. Nachdem seine Präsidentenmaschine Air Force One wegen eines technischen Problems umkehren musste, startete er am Mittwoch gegen 6 Uhr MEZ mit einem neuen Flugzeug in Richtung Schweiz. Nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent wird Trump mit rund dreistündiger Verspätung in Davos eintreffen.

In Davos wird Trumps Rede, die ursprünglich für 14.30 Uhr geplant war, vor dem Hintergrund der Grönland-Krise viel Aufmerksamkeit zuteil. Vor seinem Abflug hatte Trump erklärt, er habe „keine Ahnung“, wie sein Besuch in Davos verlaufen werde.

Trump will in Davos nach seiner Rede am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums mehrere Staats- und Regierungschefs treffen. Dabei soll es auch um die US-Pläne einer Annexion Grönlands gehen. Die USA sind in diesem Jahr mit einer ungewöhnlich großen Delegation in Davos vertreten.

Trump hatte mit seinen jüngsten Zolldrohungen gegen acht europäische Länder, die er als Gegner seines Anspruchs auf eine Übernahme Grönlands ausgemacht hat, heftige Kritik ausgelöst. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete diese als „grundsätzlich inakzeptabel, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden“. (afp)

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare