+++ Corona News vom 25.6. +++: Besser als gar kein Medikament

EU-Behörde empfiehlt die Zulassung des US-Medikaments Remdesivir. Deutschland erhöht WHO-Beitrag. Die Nachrichten zum Coronavirus im Live-Ticker.

Ampullen auf einem Fließband

Das Medikament soll die Krankheitsdauer verkürzen Foto: Gilead Sciences/rtr

Den Live-Ticker bearbeitet Anselm Denfeld.

Weitere Corona-Fälle in russischer Premier-Liga

15.51 Uhr: Kurz nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Russlands Premier-Liga hat ein weiterer Fußballverein mehrere Corona-Infektionen in seiner Mannschaft gemeldet. Es gebe bislang acht positive Fälle beim FK Orenburg, teilte der Erstligist am Donnerstag mit. Betroffen seien sechs Spieler und zwei Vereinsmitarbeiter. Sie seien zurzeit isoliert, hieß es aus der Liga. Der FK Orenburg sollte eigentlich am Samstag gegen FK Krasnodar antreten. Ob das Spiel stattfindet, war zunächst offen.

Zuletzt gab es unter anderen bei Dynamo Moskau Corona-Fälle. Auch der FK Rostow musste schon in Quarantäne. Es gibt bereits Pläne, das am 22. Juli angesetzte Finale zu verschieben. In Russland gibt es täglich mehr als 7.000 Neuinfektionen. (dpa)

Niedersachsen schickt Urlauber:innen nach Hause

15.37 Uhr: Urlaubsgäste aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf müssen in Niedersachsen von ihren Vermieter:innen am Freitag nach Hause geschickt werden. Bleiben darf nur, wer vor dem 11. Juni angereist ist oder wer ein ärztliches Attest vorlegen kann. Das erläuterte eine Sprecherin des Sozialministeriums am Donnerstag.Die Regelung gilt zunächst bis zum 5. Juli. „Von Freitag auf Samstag an darf man Menschen aus den beiden Kreisen kein gewerbliches Bett mehr zur Verfügung stellen – wer das tut, macht sich strafbar“, sagte Ministeriumssprecherin Justina Lethen.

Anders als etwa in Mecklenburg-Vorpommern oder Bayern gilt der Bann in Niedersachsen ausschließlich für Urlauber aus den beiden Kreisen in Nordrhein-Westfalen und nicht auch für Menschen aus anderen Kreisen, in denen der Schwellenwert für Neuinfektionen von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen deutlich überschritten wurde. (dpa)

Weitere knapp 1,5 Millionen Arbeitslose in den USA

15.23 Uhr: In den USA haben wegen der Coronavirus-Krise erneut binnen einer Woche rund 1,5 Millionen Menschen ihren Job verloren. Wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag bekanntgab, meldeten sich vergangene Woche 1,48 Millionen Menschen neu arbeitslos. Das waren zwar rund 60.000 weniger Neuanmeldungen als in der Vorwoche, aber mehr als von Experten erwartet. Seit Beginn der Coronavirus-Krise haben in den USA insgesamt mehr als 47,2 Millionen Menschen ihren Job verloren. Allerdings werden in vielen Branchen auch wieder Beschäftigte eingestellt. Die saisonal bereinigte Arbeitslosenquote für die vergangene Woche ging leicht auf 13,4 Prozent zurück. (afp)

Ebola-Ausbruch im Osten des Kongo für beendet erklärt

15.10 Uhr: Nach fast zwei Jahren ist der tödliche Ebola-Ausbruch im Osten des Kongo für beendet erklärt worden. „Heute feiern wir das Ende der Krise“, sagte am Donnerstag Jean-Jacques Muyembe, der im Kongo unter anderem die Ebola-Bekämpfung leitet. Einer der wichtigsten Lehren des Ausbruchs sei gewesen, dass die Bevölkerung im Kampf gegen die Epidemie miteinbezogen werden müsste, sagte die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation, Matshidiso Moeti. Das sei auch „extrem relevant“ für die Corona-Pandemie. Das Land kämpft derzeit nicht nur mit der Ausbreitung des Coronavirus sondern auch mit einem neuen Ebola-Ausbruch im Westen.

Insgesamt haben sich im Ostkongo laut den Behörden 3.463 Menschen mit Ebola infiziert und 2.280 sind gestorben. Die Bekämpfung war ein extremer Kraftakt, wütete die Seuche doch in einer Region mit schlechter Infrastruktur, großer Armut und etlichen Milizen, die auch Helfer und Kliniken angriffen. Zudem war die Bevölkerung sehr misstrauisch gegenüber den Helfern und der Krankheit. Der Erfolg wird von der Ausbreitung des Coronavirus – derzeit hat der Kongo mindestens 6.213 Fälle verzeichnet – sowie von einem neuen Ebola-Ausbruch im Westen überschattet. Dieser, mit mindestens 17 Fällen und elf Toten, ist der inzwischen elfte Ebola-Ausbruch in dem zentralafrikanischen Land. (afp)

EU-Behörde für Remdesivir als Covid-19-Behandlung

14.45 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA gibt grünes Licht für den Einsatz des Medikaments Remdesivir bei Covid-19-Patienten. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA empfahl eine bedingte Zulassung der Arznei zur Behandlung von erwachsenen Patienten und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit Lungenentzündung, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Ärzte können das Medikament, das den Markennamen Veklury erhalten soll, in Europa verschreiben, sobald es von der Europäischen Kommission genehmigt wurde. Diese folgt normalerweise den CHMP-Empfehlungen.

Remdesivir wird als großer Hoffnungsträger in der Behandlung von Covid-19-Patienten angesehen und ist bereits in einigen Ländern, darunter den USA, in Notfällen zur Behandlung zugelassen. Sein Hersteller, der US-Biotechkonzern Gilead, ist dadurch verstärkt in den Fokus gerückt. Bislang gibt es noch keinen Impfstoff und kein Medikament gegen das neuartige Coronavirus, mit dem sich weltweit bislang rund 9,47 Millionen Menschen angesteckt haben und das etwa eine halbe Millionen Todesopfer gefordert hat. (rtr)

Deutschland stockt WHO-Beitrag auf

13.48 Uhr: Deutschland und Frankreich haben der Weltgesundheitsorganisation ihre Unterstützung im Kampf gegen das Coronavirus versichert. Die Bundesregierung werde ihren finanziellen Beitrag in diesem Jahr auf mehr als eine halbe Milliarde Euro erhöhen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Olivier Veran und WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sitz der Organisation in Genf. Dazu gehöre auch die Lieferung von medizinischer Ausrüstung wie Schutzmasken und Beatmungsgeräte zur Weitergabe an bedürftige Länder. Das sei der höchste Jahresbetrag, den Deutschland jemals an die WHO geleistet habe, und ein klares Signal der Unterstützung. Ähnlich äußerte sich Veran. US-Präsident Donald Trump hatte die US-Beziehungen zur WHO aufgekündigt und wirft ihr vor, zu sehr unter dem Einfluss Chinas zu stehen. (rtr)

Spahn und Gebreyesus nebeieinander am Rednerpult

Gesundheitsminister Jens Spahn mit WHO-Generaldirektor Tedros Gheybreyesus Foto: Denis Balibouse/rtr

Mehrheit der Studierenden würde Präsenzlehre begrüßen

13.30 Uhr: Die Mehrheit der Studierenden in Deutschland würde einer Umfrage zufolge eine Rückkehr zur Präsenzlehre an Hochschulen begrüßen. 56,7 Prozent wünschten sich für das kommende Wintersemester einen Übergang zu den traditionellen Lehrformen, teilte das Unternehmen Studentenrabatt.com am Donnerstag in Köln unter Verweis auf eine eigene repräsentative Umfrage unter 1.000 Teilnehmer:innen mit. 43,7 Prozent würden demnach ein zusätzliches digitales Semester bevorzugen – so wie es in diesem Semester wegen der Corona-Krise an den Hochschulen praktiziert wird. (afp)

Klöckner will mehr dezentrale Schlachtbetriebe

12.41 Uhr: Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen in großen Schlachtbetrieben fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, CDU, ein Umdenken in der Branche. Klöckner sagte der Saarbrücker Zeitung: „Ich bin der Auffassung, dass wir künftig wieder mehr dezentrale Betriebe brauchen und es sie auch geben wird.“ Die Größe der jetzigen Unternehmen habe Auswirkungen auf die Ausbreitung des Virus. An diesem Freitag lädt Klöckner Tierhalter, Schlachtereien, Ernährungswirtschaft und Lebensmittelhandel zu einem Branchengespräch Fleisch ein, um die Lage am Markt zu erörtern. Noch Anfang Mai hatte Klöckner Kritik geerntet, weil sie in einer Fernseh-Kochshow mit Billigfleisch aus einem Discounter gekocht hatte. (dpa/taz)

Thüringer AfD-Antrag gegen Corona-Verordnung scheitert

12.32 Uhr: Die AfD in Thüringen ist vor Gericht mit einem Eilantrag gegen die Corona-Verordnung der Landesregierung gescheitert. Wie der Thüringer Verfassungsgerichtshof am Donnerstag in Weimar mitteilte, wird die Infektionsschutzgrundverordnung bis zur Entscheidung in einem späteren Hauptsacheverfahren nicht vorläufig außer Vollzug gesetzt. Die von der AfD gerügten Grundrechtsverletzungen seien aus Gründen eines effektiven Infektionsschutzes „von eher geringem Gewicht und deshalb vorübergehend hinzunehmen“, erklärte das Gericht. (afp)

Corona-Überraschung: Bestes Abitur in Berlin seit langem

12.30 Uhr: Trotz wochenlanger Schulschließungen und besonderer Umstände bei den Prüfungen wegen der Corona-Pandemie haben Berlins Schüler das beste Abitur seit langem abgelegt. Der Abiturdurchschnitt lag bei 2,3 – nach neun Jahren mit einem Durchschnittswert von 2,4. Das teilte die Bildungssenatorin Sandra Scheeres, SPD, am Donnerstag auf Basis einer Schnellauswertung der Daten mit. Demnach stieg der Anteil derjenigen, die die Reifeprüfung bestanden: Das war bei 96,7 Prozent der rund 14.000 Abiturienten der Fall. 2019 kamen 95,4 Prozent durch. Zudem bemerkenswert: Die Abi-Traumnote 1,0 erreichten in diesem Jahr 2,5 Prozent der Abiturienten nach 2,1 im Jahr 2019. (dpa)

Eine Abiturverleihung auf dem Sportplatz einer Schule

Der Abi-Schnitt ist mit Abstand und trotz Abstandsregelungen besser als in den Vorjahren Foto: dpa

Corona-App wurde bereits 13 Millionen Mal heruntergeladen

12.27 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet auf Twitter, dass die Corona-App bisher 13 Millionen Nutzer:innen hat. Außerdem sei die App neuerdings auch in anderen Ländern verfügbar. (taz)

Prostitution in Österreich ab 1. Juli wieder erlaubt

12.26 Uhr: In Österreich ist die zwischenzeitlich wegen der Coronakrise verbotene Prostitution ab 1. Juli wieder erlaubt. Das Betreten von Bordellen und Laufhäusern werde wieder ermöglicht, bestätigte das Gesundheitsministerium am Donnerstag gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Aktuell würden vom Ministerium gemeinsam mit Vertretern etwa von Beratungsstellen Hygiene- und Schutzempfehlungen erarbeitet. Rund 8.000 Sexarbeiter:innen sind in Österreich registriert. Sie waren von der Coronakrise finanziell besonders stark betroffen und hatten als Selbstständige Anspruch auf Leistungen aus dem Härtefallfonds. „Wir begrüßen es, dass Sexarbeit wieder erlaubt wird“, sagte Eva van Rahden, Leiterin einer Beratungsstelle für Sexarbeiter in Wien. (dpa)

Neuinfektionen in Göttingen wieder knapp unter Grenzwert

12.11 Uhr: In Göttingen ist die Ausbreitung des Coronavirus wieder knapp unter die Grenze für neue Schließmaßnahmen gesunken. Am Donnerstagmorgen wies die Übersicht der Landesregierung für Stadt und Kreis Göttingen 48,8 laborbestätigte neue Sars-CoV-2-Fälle auf 100.000 Einwohner:innen in den vergangenen sieben Tagen auf. In Göttingen schwankt der Wert seit Tagen um die Marke von 50 Fällen. Die Infektionen konzentrieren sich aber auf einen Hochhauskomplex in der Unistadt, der am vergangenen Donnerstag für eine Woche unter Quarantäne gestellt worden ist. Deshalb ist die Lage nach Einschätzung der Stadt beherrschbar. Unter 700 Bewohnern wurden 120 Neuinfektionen festgestellt. (dpa)

Gewalt bei Auseinandersetzungen in London

11.15 Uhr: In London gab es Polizeiangaben zufolge Auseinandersetzungen nach einer unerlaubten Musikveranstaltung. In der Nacht zu Donnerstag sei die Polizei zu der Straßenveranstaltung in Brixton im Süden Londons gerufen worden. Die dort versammelte Menge habe auf die Aufforderung der Polizei, sich zu zerstreuen, nicht reagiert. Vielmehr hätten zahlreiche Personen feindselig reagiert. Einige Polizeiautos seien beschädigt worden. Nicht verifizierte Aufnahmen, die online verbreitet wurden, zeigen, wie eine Gruppe ein Polizeifahrzeug angreift. Es seien mindestens 15 Polizist:innen verletzt worden. Viele Anwohner hätten sich in der Nacht gemeldet und sich über eine große Menschenansammlung, Lärm und Gewalt beschwert, sagte Polizeikommandant Colin Wingrove. Die Polizei habe darauf reagiert. „Solche Versammlungen sind rechtswidrig und stellen ein Risiko für die öffentliche Gesundheit und einen Verstoß gegen Coronavirus-Beschränkungen dar.“

Der Vorfall in London erinnert an die Randale in der Stuttgarter Innenstadt. Dort war es nach einer Drogenkontrolle in der Nacht zum Sonntag zu schweren Ausschreitungen gekommen. (rtr)

Studie: 42 Prozent der Bürger:innen Ischgls infiziert

11.02 Uhr: Im österreichischen Ischgl war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der untersuchten Bürger:innen Antikörper auf das Coronavirus entwickelt. Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion. Auffällig sei, dass von den positiv auf Antikörper getesteten Personen zuvor nur 15 Prozent die Diagnose erhalten hatten, sagte von Laer. „85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht.“

Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. Ischgl mit seinen Après-Ski-Bars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. (dpa)

Das Ortsschild von Ischgl

85 Prozent der Infizierten hatten asympotmatische Verläufe Foto: Jakob Gruber/dpa

Fälle in arabischen Golf-Staaten in einem Monat verdoppelt

10.32 Uhr: Die Zahl der Infektionen in den sechs arabischen Golf-Staaten hat sich in einem Monat auf über 400.000 verdoppelt. Zuletzt lag die Gesamtzahl der Infektionen einer Reuters-Zählung zufolge bei 403.163. 2.346 Todesfälle wurden registriert. Saudi-Arabien ist mit mehr als 167.200 Infektionen und über 1.380 Todesfällen am stärksten betroffen. Die Regierung hatte am Sonntag die dreimonatige Ausgangssperre vollständig aufgehoben. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten kürzlich die Aufhebung der seit Mitte März geltenden nächtlichen Ausgangssperre an, da die tägliche Zahl der Neuinfektionen von einem Höchststand von rund 900 Ende Mai auf durchschnittlich 300 bis 400 in den vergangenen Wochen gesunken ist. Damit besteht lediglich in Kuwait noch eine teilweise Ausgangssperre. Katar, Oman und Bahrain haben keine Ausgangssperre verhängt. (rtr)

Panama tauscht Gesundheitsministerin aus

10.16 Uhr: Inmitten steigender Infektionszahlen muss die Gesundheitsministerin von Panama, Rosario Turner, ihren Posten verlassen. Ihr bisheriger Vize Luis Sucre wird das Amt übernehmen, wie Panamas Staatschef Laurentino Cortizo am Mittwoch auf Twitter schrieb. Die Ministerin war in die Kritik geraten, weil sie vergangene Woche ein Parteitreffen mit mehr als 30 Teilnehmern in einem Restaurant mitorganisiert und damit gegen Corona-Regeln verstoßen haben soll, wie die Zeitung La Prensa berichtete. Sie selbst habe im März die Schließung der Restaurants mit verfügt, schreibt das Blatt. (dpa)

Eiffelturm ist wieder geöffnet, Aufzüge bleiben aber zu

10.10 Uhr: Nach drei Monaten ist der Pariser Eiffelturm wieder für Besucher geöffnet. Niemals zuvor in der Nachkriegszeit war das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt so lange geschlossen. Nun gelten strenge Hygiene- und Sicherheitsregeln für die Besucher. So bleiben die Aufzüge vorerst gesperrt. Der Aufstieg ist somit nur per Treppe und auch nur bis zur zweiten Etage des 324 Meter hohen Turms gestattet. (rtr)

Nobelpreisträger:innen warnen vor Gefahr für Demokratie

10.01 Uhr: Zahlreiche Nobelpreisträger und prodemokratische Organisationen aus aller Welt haben vor den Gefahren der Coronakrise für die Demokratie gewarnt. Die Pandemie sei auch eine politische Krise, die die Zukunft der freiheitlichen Demokratie gefährde, schrieben sie in einem am Donnerstag veröffentlichten offenen Brief. Wenig überraschend sei, dass autoritäre Regime die Lage nutzten, um Kritiker zum Schweigen zu bringen und ihre Macht zu festigen, hieß es in dem Schreiben. Aber auch einige demokratisch gewählte Regierungen schränkten die Menschenrechte ein. Die Demokratie sei weiterhin das effektivste System, um globalen Krisen zu begegnen.

Initiiert wurde das Schreiben vom in Stockholm ansässigen zwischenstaatlichen Demokratie-Institut IDEA und der US-Organisation National Endowment for Democracy. Zu den mehr als 500 Unterzeichnern zählen neben rund 70 Organisationen außerdem 13 Nobelpreisträger sowie knapp 60 frühere Staats- und Regierungschefs. (dpa)

Cecilia Malmström gestikuliert

Auch die Ex-EU-Kommissarin Cecilia Malmström hat unterzeichnet Foto: Virginia Mayo/ap

7-Tage-Wert sinkt in Gütersloh und Warendorf

9.53 Uhr: Im Kreis Gütersloh ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Donnerstag signifikant auf 192,8 gesunken. Das geht aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Im benachbarten Kreis Warendorf sank der Wert auf 50,4, am Tag zuvor lag er bei 66,2. Bund und Länder haben in der Coronakrise vereinbart, dass ab einer Marke von 50 in einem Kreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden. Für die Kreise Gütersloh und Warendorf gilt deshalb zunächst bis zum 30. Juni ein Lockdown. (dpa)

EU-Kommission genehmigt Milliarden-Hilfen für Lufthansa

9.34 Uhr: Die EU hat die milliardenschweren Staatshilfen für die in Schwierigkeiten geratene Lufthansa genehmigt. Wie EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, billigte sie die Finanzspritze mit einem vorübergehenden Einstieg des Staates. Die Hilfen sind demnach an mehrere Bedingungen geknüpft, darunter die Abgabe von Start- und Landerechten in Frankfurt und München, aber auch an ein Verbot der Zahlung von Dividenden und Übernahmen von Wettbewerbern. (afp)

Coronakrise in den USA spitzt sich im Süden wieder zu

6.25 Uhr: Die Coronakrise in den USA verschärft sich erneut dramatisch. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Mittwoch wurden binnen 24 Stunden 35.900 neue Infektionsfälle verzeichnet – fast so viele wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise im April. Besonders deutlich ist der Anstieg der Zahlen im Süden des Landes. So registrieren die Bundesstaaten Texas und Florida derzeit ihre höchsten Infektionsraten seit Beginn der Krise. Beobachter führen dies unter anderem auf eine voreilige Lockerung der Corona-Beschränkungen zurück.

Kritiker geben Präsident Donald Trump eine Mitschuld an den verheerenden Auswirkungen des Coronavirus in seinem Land. Der Rechtspopulist hatte die Gefahr durch den neuartigen Erreger zunächst kleingeredet – und dringt bereit seit Monaten auf eine rasche Rückkehr zur Normalität. Vor einigen Tagen nahm Trump auch seine Wahlkampfkundgebungen auf. (afp)

Anti-Rassismus-Demo und CSD-Zug am Samstag in Berlin

6.20 Uhr: Zwei größere Demonstrationen locken an diesem Wochenende erneut Tausende Menschen in Berlin auf die Straßen. Geplant sind am Samstag eine große Kundgebung gegen Rassismus auf dem Großen Stern sowie ein Zug zum Christopher Street Day (CSD), wie die Polizei mitteilte. Bei beiden Veranstaltungen sollen die Teilnehmer:innen laut Ankündigungen im Internet die Corona-Abstandsregeln beachten.

Demonstrierende halten gemeinsam ein Band

Eine Demonstrantin beim Protest des Bündnisses „Unteilbar“ vor zwei Wochen Foto: Kay Nietfeld/dpa

Zu der Anti-Rassimus-Kundgebung am Großen Stern sind 1.500 Teilnehmer:innen bei der Polizei angemeldet. Es ist aber nicht auszuschließen, dass deutlich mehr kommen. Ab 12.00 Uhr soll der CSD-Zug führt dann mit dem Motto „Berlin Pride 2020“ vom Nollendorfplatz zum Alexanderplatz ziehen. Angemeldet sind 1.000 Menschen, aber auch hier könnten deutlich mehr kommen. (dpa)

Lauterbach: „Leute verhalten sich zunehmend unvorsichtig“

5.02 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält trotz steigender Neuinfektionszahlen weitere deutschlandweite massive Einschränkung des öffentlichen Lebens für ausgeschlossen. „Einen bundesweiten Lockdown, wie wir ihn gehabt haben, wird es nicht noch einmal geben. Solche Maßnahmen sind nicht wiederholbar. Aber es wird dann Beschränkungen geben“, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung. Und: „Die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle steigt. Die Leute verhalten sich derzeit zunehmend unvorsichtig. Wenn man abends vor allem durch Großstädte geht, hat man den Eindruck, dass vor allem jüngere Menschen sich so verhalten, als hätte es Corona nie gegeben.“ Im Herbst wäre dann eine zweite Welle tatsächlich zu erwarten, so Lauterbach. (dpa)

RKI: Die aktuellen Fallzahlen aus Deutschland

5.02 Uhr: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt um 630 auf 192.079, wie Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten zeigen. Weitere 13 Menschen sind nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden dem Virus erlegen. Die Zahl der Todesopfer steigt nach offiziellen Angaben auf 8.927. (rtr)

Tausende Asylsuchende klagen gegen Abschieberegelung

4.28 Uhr: Tausende Asylbewerber:innen klagen gegen eine deutsche Abschiebe-Sonderregelung in der Coronakrise. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jenes Land für Asylanträge zuständig, auf dessen Boden Schutzsuchende zuerst den Boden der Europäischen Union betreten haben. Wenn diese Menschen in andere europäische Staaten wie Deutschland weiterziehen, können diese sie in der Regel binnen sechs Monaten dorthin zurückschicken – danach werden sie selbst für deren Asylantrag zuständig.

In der Corona-Krise hat Deutschland diese sogenannten Dublin-Überstellungen von März bis Juni ausgesetzt. Währenddessen hat das Bundesinnenministerium auch die Sechs-Monats-Frist für vorübergehend außer Kraft erklärt. Bis zum 1. Juni informierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) laut Ministerium rund 21.700 Asylbewerber:innen über die Aussetzung der Frist. Andernfalls wäre in rund 2.600 Fällen die Zuständigkeit für das Asylverfahren an Deutschland übergegangen. Damit weicht Deutschland von der Rechtsauslegung der EU-Kommission ab, nach der die Frist von sechs Monaten weiter gelte. (dpa)

Hochrechnung erwartet fast 400.000 Tote in Südamerika

3.34 Uhr: Die jüngste Hochrechnung des medizinischen Instituts IHME an der Universität in Washington geht davon aus, dass die Zahl der Todesopfer in Lateinamerika bis Oktober auf 388.300 steigt. Laut der Prognose wird Brasilien voraussichtlich 166.000 und Mexiko 88.000 Tote verzeichnen. Ohne Maßnahmen wie das Tragen von Gesichtsmasken könnte sich im schlimmsten Fall die Zahl der Todesopfer in Brasilien auf 340.476 und in Mexiko auf 151.433 erhöhen, heißt es in dem Bericht. Lateinamerika hat sich zu einem Hotspot der Pandemie entwickelt: Große Armut, dichte Siedlungen und mangelnde Gesundheitsversorgung haben zu einer Verdreifachung der Fälle von 690.000 innerhalb eines Monats auf zwei Millionen geführt. (rtr)

Nur 13 Neuinfektionen in Peking nach Virusausbruch

3.12 Uhr: Die chinesische Gesundheitsbehörde meldet binnen 24 Stunden 19 neue Coronavirus-Fälle gegenüber 12 am Tag zuvor. Von den Neuinfektionen sind 13 in Peking, erklärt die nationale Gesundheitskommission, verglichen mit sieben Fällen am Vortag. Insgesamt sind in China nach offiziellen Angaben 83.449 Fälle bestätigt. (rtr)

Fast eine halbe Million Todesfälle weltweit

0.44 Uhr: Weltweit sind mehr als 9,33 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 478.126 sind an den Folgen von Covid-19 gestorben. Das geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters hervor. Seit dem Auftreten der ersten Fälle in China im Dezember 2019 wurden Infektionen in mehr als 210 Ländern und Gebieten gemeldet. Die meisten Infektionen und Todesfälle verzeichnen die USA, gefolgt von Brasilien und Russland. Deutschland liegt in der Statistik auf Position 13. Die Reuters-Zählung basiert auf offiziellen Daten der Länder. (rtr)

Dobrinth für Verlängerung der Regelung zur Kurzarbeit

0.00 Uhr: Wegen der düsteren Aussichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt schlägt der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, eine Verlängerung der aktuellen Regelung für das Kurzarbeitergeld über das Jahr 2020 hinaus vor. Gegenüber Bild sagte Dobrindt: „Die Prognose der Bundesagentur für Arbeit zeigt die Gefahr der Coronakrise für den Arbeitsmarkt. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, ist das ein deutliches Zeichen, dass die Konjunktur langsamer anspringt als erhofft. Hält das an, brauchen wir eine Verlängerung für das Kurzarbeitergeld, um dem Anstieg der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken.“ In der jüngsten Prognose der Bundesagentur wurde für den Sommer 2020 ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 3 Millionen Arbeitslose erwartet. (rtr)

Über 1.000 Todesfälle binnen 24 Stunden in Brasilien

23.20 Uhr: Das brasilianische Gesundheitsministerium meldet 42.725 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 1,188 Millionen. Die Todesfälle stiegen binnen 24 Stunden um 1.185 auf 53.830. Brasilien weist in der Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. (rtr)

Hier finden Sie die Live-Ticker der vergangenen Tage. Alle Texte der taz zum Thema finden sich in unserem Schwerpunkt Coronavirus.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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Bis dahin wünschen wir Euch eine gute Zeit!
Eure taz