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Geld für VerlageHamburg hat ausgeschüttet

Hamburgs neue Verlagsförderung wird erstmals vergeben: 23 Häuser profitieren in unterschiedlicher Höhe.

Schöner kann man ein Wesentliches am hanseatischen Selbstverständnis nicht zusammenfassen, zumindest nicht ehrlicher: Er sei „sowohl Wirtschafts- als auch Kulturförderung“, das sagte am Montag Kultursenator Carsten Brosda (SPD) – und er meinte damit den „Hamburger Verlagspakt“. Dahinter verbirgt sich ein Förderprogramm für kleine und unabhängige Verlage, das Hamburg als erstes Bundesland im vergangenen Mai ins Leben gerufen hatte. Am Montag wurde bekannt, wer in der ersten Vergaberunde den Zuschlag erhalten hat.

Es hätten sich „23 unabhängige Kulturverlage beworben, die nun eine Zuwendung erhalten“, teilte die Kulturbehörde mit; um wie viel Geld es jeweils geht, hängt ab vom Jahresumsatz der Geförderten. Die Spanne reicht den Angaben nach von 10.000 bis 25.000 Euro.

Eine Jury war an der Vergabe nicht beteiligt. Es bekamen nun alle Häuser den Zuschlag, die die Kriterien erfüllten: Gefördert werden mit dem neuen Instrument erklärtermaßen Verlage, die nach EU-Richtlinien als Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitenden gelten; weitere Kriterien: maximal zwei Millionen Euro Jahresumsatz und ein fester Firmensitz in Hamburg seit mindestens drei Jahren. Dreiviertel der Einnahmen müssen aus dem Verlegen von Sachbuch oder Literatur/Belletristik erwirtschaftet werden.

Es darf keine Verbandelung geben mit „religiösen, politischen oder ideologischen Organisationen“, aber auch ein reines Esoterikprogramm wäre ein Ausschlussgrund. Unter den jetzt Bedachten finden sich mit Argument, Edition Nautilus, VSA und der Galerie der abseitigen Künste – organisatorisch verbandelt mit dem verblichenen Laika-Verlag – auch ausdrücklich linke Unternehmungen.

„Bücher sind keine Ware wie jede andere“, so Brosda am Montag, „Verlage sind Unternehmen, in denen gesellschaftlicher Mehrwert entsteht und gesellschaftliche Debatten angestoßen werden.“ Der Verlagspakt trage „maßgeblich dazu bei, die literarische Vielfalt unserer Stadt zu fördern und zu erhalten“. Die nächste Ausschreibung – für den Förderzeitraum 2027/28 – soll im Frühjahr 2027 erfolgen.

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