Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Zehntausende demonstrieren gegen die rechtsextreme AfD
Nach dem Wahlerfolg der AfD haben in Köln Tausende gegen Rechtsextremismus demonstriert. Bundesweit waren seit Sonntag 35.000 auf der Straße.
Foto: Benjamin Westhoff/dpa
Am Dienstag haben mehr als 11.000 Menschen in fünf Städten gegen die rechtsextreme AfD und für die Demokratie protestiert. Anlass war der Wahlerfolg der Neonazis in Sachsen-Anhalt. Die größte Kundgebung fand in Köln statt, wo mindestens 10.000 Menschen unter dem Motto „Stoppt den Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt und überall – Demokratie stärken!“ auf die Straße gingen. Veranstalter*innen sprachen sogar von 15.000 Teilnehmenden. Bei vier weiteren Demos waren bundesweit noch insgesamt 1.000 Menschen auf der Straße.
Seit Dienstag dokumentiert die taz die bundesweiten Demonstrationen. Das Team analysiert Artikel aus Regionalzeitungen, Polizeimeldungen, Versammlungsanmeldungen und – ganz wichtig – Hinweise von Leser*innen, die an demohinweise@taz.de geschickt werden. Seit Beginn der Datensammlung erreichten uns bereits mehrere Dutzend Hinweise.
Empfohlener externer Inhalt
Mindestens 35.000 Menschen haben seit der Wahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag an 45 Veranstaltungen gegen die rechtsextreme AfD demonstriert. Bei einer Fahrraddemo in Schwerin versammelten sich 66 Demonstrierende. Die kleinste von der taz erfasste Demonstration war am Montag in Ludwigslust mit 30 Menschen. In Dresden setzten sich am Montagabend Hunderte Demonstrierende in kleine Kreise, um über ihre Reaktionen auf das Wahlergebnis zu diskutieren.
Während einer Demonstration in Halle am Montag schossen Unbekannte mit einer Druckluftwaffe aus einem Wohnhaus auf die Teilnehmenden und verletzten einen 25-Jährigen. Die Polizei sicherte Spuren und überprüfte mehrere Mehrfamilienhäuser, fand jedoch zunächst keine Hinweise auf den Schützen. Der Staatsschutz ermittelt. Der verletzte Mann erhielt vor Ort medizinische Hilfe und musste nicht ins Krankenhaus.
Dutzende Demos angekündigt
Für die kommenden Tage sind mehr als 30 weitere Demonstrationen angekündigt, die Hälfte davon am Wochenende. Unter anderem finden bundesweit sogenannte Prüf-Demos statt, die ein Verbotsverfahren gegen die rechtsextreme AfD einfordern.
In den vergangenen Jahren gab es mehrmals große Demonstrationswellen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, unter anderem nach Enthüllungen über Treffen zwischen AfD-Politiker*innen und anderen Neonazis, bei denen rassistische Abschiebepläne diskutiert wurden.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert