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Entlastung in MilliardenhöheSpeicherausbau senkt laut Studie Kosten der Energiewende

Der Anschluss von mehr Batteriespeichern würde das Stromsystem um Milliarden entlasten. Das zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts.

Der massive Zubau von Batteriespeichern würde zu erheblichen Entlastungen bei den Kosten für das Stromsystem führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) und weiterer Organisationen.

„Wir wollen, dass die strompreisdämpfende Wirkung der Erneuerbaren auch zum Zuge kommt“, sagte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser bei der Präsentation der Studie am Mittwoch. „Speicher entlasten das Netz in Phasen hoher Einspeisung.“ Gleichzeitig könnten sie bei Bedarf erneuerbaren Strom ins Netz einspeisen.

Der Hintergrund: An Tagen mit viel Sonne, Wind und gleichzeitig niedrigem Verbrauch sinken die Preise an der Strombörse stark, mitunter unter null. Dann müssen Er­zeu­ge­r:in­nen dafür zahlen, dass sie Strom ins Netz einspeisen. Solar- und Windanlagen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Förderung erhalten, bekommen trotzdem eine Vergütung. Das macht die sogenannten Hellbrisen teuer. Steigt der Energiebedarf und die Erzeugung sinkt, etwa in heißen Sommernächten, steigen die Preise dagegen sehr stark.

Diese Effekte können mit einem Ausbau von Speichern gemildert werden, so die Au­to­r:in­nen der Studie. Der Einsatz zusätzlicher Batterien mit einer Leistung von 20 Gigawatt und vier Stunden Laufzeit hätte im Zeitraum von Anfang Januar 2025 bis Ende Mai 2026 zu volkswirtschaftlichen Einsparungen von 5,6 Milliarden Euro geführt. Umgerechnet auf ein Jahr wären das 3,9 Milliarden Euro.

Zubauhemmnisse abbauen

Die Entlastung wäre durch höhere Marktwerte der Erneuerbaren, geringere EEG-Förderkosten, gedämpfte Spotmarktpreise und einen günstigeren Stromkosten-Saldo im europäischen Handel zustande gekommen. Aktuell gibt es nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft Batteriespeicherkapazitäten von 6 Gigawatt mit ein bis zwei Stunden Laufzeit.

Die Politik muss dafür sorgen, dass aus Anfragen Projekte werden

Ursula Heinen-Esser, BEE

Hemmnisse beim Speicherzubau müssten abgebaut werden, forderte Heinen-Esser. Bislang seien die Wartezeiten lang. „Die Zahl der Netzanschluss-Anfragen seitens der Erneuerbare-Energien-Branche zeigen: Der Markt steht bereit“, sagte sie. „Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass aus Anfragen auch Projekte werden.“

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13 Kommentare

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  • Schade, das Thema Erneuerbare Energien und Speicher hätte mehr verdient als ein Gefälligkeitsgutachten für eine Lobbyorganisation.



    Warum lässt man für eine solche Studie bewusst die entstehenden Kosten für den Kauf, Unterhalt, Infrastruktur der Speicher weg ? Die Summen über die Einsparungen die hier genannt werden sind also nur möglich wenn die Speicher, wie von Zauberhand, plötzlich da sind ohne das jemand dafür zahlen musste. Gibt es auch eine Studie die das beachtet, und wie ist dann das Ergebnis ??

    • @Günter Witte:

      Soll das heissen, das Fraunhofer Institut sei eine Lobbyorganisation? Im Ernst? Da hat aber jemand ganz und gar nicht verstanden was Lobbyismus bedeutet: Einflußnahme auf die Politik mit dem einzigen Ziel der Gewinnmaximierung des Unternehmens. Und das soll das Fraunhofer Instituut so praktizieren? Absurd!

      • @Perkele:

        Es geht um den Auftraggeber dieser Studie, dem Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) und das ist sehr wohl eine Lobbyorganisation.

      • @Perkele:

        "Soll das heissen, das Fraunhofer Institut sei eine Lobbyorganisation?"



        Nö. Aber der BEE und "weitere Organisationen", die die Studie in Auftrag gegeben haben. Und wohl nicht ganz ohne Einfluss auf das Studiendesign waren.



        Da hat das Fraunhofer-Institut eben geliefert, was bestellt wurde.

      • @Perkele:

        Es geht doch darum, wer die Studie in Auftrag gegeben hat. Bekannterweise richten sich die Ergebnisse öfters mal im Sinne des Auftraggebers.



        Auch wenn ich das Ergebnis im Grossen und Ganzen nicht anzweifle, darf/muss man immer genau hinschauen. Würden Sie ja bei einer entsprechenden Studie zu Gaskraftwerken auch.

  • „Speicher entlasten das Netz in Phasen hoher Einspeisung.“



    Falsch. Speicher KÖNNEN das Netz in Phasen hoher Einspeisung entlasten. Aber nur, wenn sie entsprechend zentral gesteuert werden. Sonst machen sie aus Haifischzähnen Sägezähne und verschärfen dadurch die Netzprobleme.



    "Gleichzeitig könnten sie bei Bedarf erneuerbaren Strom ins Netz einspeisen."



    Also "gleichzeitig" können sie das schon mal gar nicht tun, sondern nur zeitversetzt. Dass sie damit konventionelle Kraftwerke kannibalisieren und damit deren Strompreis in die Höhe treiben, bleibt unberücksichtigt. Die sind ja nach wie vor unverzichtbar, und ihre Fixkosten müssen auf eine geringere Stromproduktion umgelegt werden.



    Es sind diese Ungenauigkeiten, die wohl einem positiven Framing dienen sollen, die an der Glaubwürdigkeit derartiger Auftragsstudien kratzen.

  • Ob der Markt wirklich bereit steht... Wage ich zu bezweifeln. Außer man versüßt den Deal wie bei Intel. Und ob sich das dann lohnt.

    Aber die Grundaussage ist natürlich richtig. Wir brauchen Puffer. Ob mit Batterien oder einen Stausee Kraftwerk. Nur sollten wir tunlichst es weiter vermeiden unseren eh schon vergleichsweise sehr teuren Strom noch teurer zu machen.

    • @Duplozug:

      Sie haben völlig recht, das ist die zentrale Frage. Eigentlich wollte ich den Artikel wieder einmal zerlegen, aber diesmal stimmt wohl alles. Bei 200 €/kWh kosten die 80 GWh Speicherkapazität rund 16 G€, Amortisation in vier Jahren. Der Speicher ist in diesem Modell bewußt so klein gehalten, daß er voll ausgelastet wird. Wenn er die 20 GW ein Viertel der Zeit liefert (25 % Laden, 25 % Entladen, 50 % Stillstand) dann sind das 40 TWh/a oder 40 Milliarden Kilowattstunden. Für die genannten 4 G€/a Nutzen erbringt jede davon im Mittel 10 Ct. Mit Blick auf die Preiskurven an der Strombörse scheint das plausibel.



      Wenig überraschend zeigt die Studie auch, daß bei einer weiteren Vergrößerung der Speicher deren Gewinn rapide absinkt. Von 80 GWh (20 GW mal 4 h) auf 320 GWh (40 GW mal 8 h) steigt der Gesamtnutzen über die betrachteten 17 Monate von 5.6 G€ auf nur 7.1 G€.



      Genau das ist auch der Grund, warum sich Speicher für viele private Kleinanlagen (und für mich) derzeit nach meiner Schätzung nicht lohnen.

  • Ich bin mir sicher, dass es solche "Studien" auch von der Gaslobby gibt.

    • @ludwig_777:

      Sie haben völlig recht. Genau deshalb ist es unerläßlich, jedes dieser Ergebnisse selbst nachzurechnen. Immerhin ist die Quelle diesmal lobenswerterweise verlinkt, das ist leider nicht immer so.



      Eigentlich bezahle ich mein volles Abo (nicht bloß "zahl ich") ja in der Erwartung, genau das würden die Redakteure vor dem Abschreiben der Pressemitteilung bereits selbst tun, aber dieser Traum ist dann offensichtlich doch zu viel erwartet.

  • Diese Erkenntnis ist nicht wirklich überraschend. Leider ist sie noch nicht in der Regierung angekommen.

  • Diese Aufforderung wird Frau Reiche nicht befolgen können. Sie darf es nicht, denn damit wären die Fossilmonster gar nicht zufrieden. Eine Verstimmung oder gar einen Bruch mit ihren Lobby-Auftraggebern kann sie sich nicht leisten, dann wäre ihre Karriere gefährdet. Und der Kanzler? Der denkt genauso.

  • das wäre toll