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Sechs Tote in JugendhilfeeinrichtungRechte Hetze nach Schüssen in Stade

Nach den Schüssen in einem Mutter-Kind-Heim in Stade mit sechs Toten sind drei Tatverdächtige festgenommen. Die AfD versucht, die Tat zu nutzen.

Sechs Tote – darunter vier Frauen – und laut Polizei eine einstellige Zahl von teils schwer Verletzten: Nach einem Schusswaffenangriff auf eine Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade hat die Polizei drei Tatverdächtige verhaftet. Bei dem mutmaßlichen Schützen handelt es sich um einen Mann, eine der anderen festgenommenen Personen soll eine Frau sein. Zum Hintergrund der Tat äußerten sich die Behörden bis Redaktionsschluss nicht, die Polizei schloss lediglich einen Zusammenhang mit „Clan-Kriminalität“ aus. Der Spiegel berichtete, es gebe Hinweise auf eine „Beziehungstat“ mit „persönlichem Bezug“ zu der Einrichtung.

Die ersten Schüsse fielen laut Polizei kurz nach 12 Uhr am Montag in der sozialen Einrichtung in der Dankerstraße in der Stadener Innenstadt. Medien zitierten Augenzeugen, laut denen die Polizei die Täter habe stellen können und sie mit Schüssen an der Flucht per Auto gehindert habe. Bei der Einrichtung, die zum Tatort wurde, handelt es sich um ein Heim für Mütter und ihre Kinder in schwierigen sozialen Lagen. Laut dessen Website nimmt die Einrichtung auch Kinder auf, die vom Jugendamt aus ihren Familien genommen werden.

Die Innenstadt von Stade war am Montagnachmittag weiträumig abgesperrt. Die Polizei sprach von einem Großaufgebot, das im Einsatz sei.

Rechte Desinformation auf Social Media

Obwohl am Montagnachmittag noch nichts Genaues über Hintergründe oder Motivlage bekannt war, verbreiteten Rechtsextreme und Hetzportale weitläufig Desinformationen über verschiedene Social-Media-Plattformen. Ohne etwas über den Kontext zu wissen, verbreitete AfD-Politiker Maximilian Krah eine Meldung zu der Tat in Stade auf X und schrieb dazu: „Deutschland ist bunt und vielfältig geworden – dank Merkel und ihren Epigonen. Nur die AfD wird es wieder heilen!“

Die Polizei warnte vor Fehlinformationen und Gerüchten in Whatsapp-Gruppen und sozialen Medien. „Die Darstellungen entsprechen nicht dem derzeit polizeilich bestätigten Sachstand“, schrieb die Polizei Stade, um verbreiteten „unbestätigten Informationen zu der Einsatzlage in der Dankersstraße“ zu widersprechen. Die Polizei bat darum, „keine ungeprüften Meldungen, Sprachnachrichten oder Gerüchte“ zu verbreiten.

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