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Studie zu globalem WaldverlustFleischproduktion zerstört die Urwälder

Eine neue Studie zeigt, wie sehr Rindfleisch die globale Entwaldung vorantreibt. Klar wird aber auch: Die Emissionen aus Waldverlust wurden überschätzt.

Regenwald wird abgeholzt, um Platz für Viehzucht und Landwirtschaft zu schaffen Foto: Pond50/imago
Lalon Sander

Aus Berlin

Lalon Sander

Rindfleisch ist der weltweit größte Treiber landwirtschaftlich bedingter Entwaldung. Das zeigt die Plattform „Deforestation Footprint“, die auf einer kürzlich in „Nature Food“ veröffentlichten Studie basiert. Auf Rindfleisch entfallen demnach 39 Prozent, gefolgt von Palmöl mit 9 Prozent und Sojabohnen mit 5 Prozent.

Den Daten zufolge gingen zwischen 2001 und 2023 weltweit 128 Millionen Hektar Wald durch landwirtschaftlich bedingte Entwaldung verloren. Mehr als 80 Prozent davon lagen in den Tropen. Insgesamt wurden so 50 Milliarden Tonnen CO2 emittiert.

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Den Autoren zufolge bestätigt die Studie die große Wirkung der Fleischproduktion, zeigt aber auch mehrere übersehene Treiber der Entwaldung. Die Daten zeigen, dass Grundnahrungsmittel wie Mais, Reis und Maniok zusammen mit 11 Prozent mehr Entwaldung verursachen als exportorientierte Kulturen wie Kakao, Kaffee und Kautschuk mit weniger als 5 Prozent. Die Entwaldung durch Grundnahrungsmittel konzentriere sich nicht wie bei Palmöl oder Soja auf einzelne Hotspots, sondern verteile sich über große Teile der Welt.

„Die Debatte über Entwaldung hat sich stark darum gedreht, wie Menschen in reichen Ländern wie unserem mit ihren Rohstoffimporten Entwaldung verursachen, und das ist absolut wichtig anzugehen“, so Studienautor Martin Persson. „Aber ein großer Teil der Entwaldung wird durch Agrarproduktion für Binnenmärkte angetrieben.“ Um die Entwaldung wirklich zu verringern, sei deshalb auch Handeln in den Erzeugerländern nötig.

Geschätzte Emissionen niedriger als gedacht

Die Daten enthalten auch eine gute Nachricht: Die Studie schätzt die durch Entwaldung entstandenen Emissionen auf weniger als die Hälfte von früheren Schätzungen. Das führen die Autoren auf bessere Daten zurück, nicht auf weniger Entwaldung. „Selbst wenn die Zahl niedriger ist als frühere Schätzungen, verursacht die landwirtschaftlich getriebene Entwaldung immer noch rund 5 Prozent der gesamten Kohlendioxid-Emissionen der Welt“, so Autor Chandrakant Singh.

Das sei durch neu entwickelte Methoden möglich geworden. Studien zur Entwaldung seien oft auf einzelne Produkte oder Länder fokussiert, so Singh. „In unserer Studie haben wir umfangreiche Satellitendaten zur Landnutzung mit Agrarstatistiken so kombiniert, dass wir ein bisher umfassendstes und genauestes Bild davon erhalten, was die weltweite Entwaldung antreibt“, sagte Singh.

Den Autoren zufolge ist die Studie die bislang umfassendste globale Erhebung zu rohstoffgetriebener Entwaldung. Ihr Modell deckt 179 Länder und 184 Rohstoffe ab. Sie betrachtet ausdrücklich nur landwirtschaftlich getriebene Entwaldung. Andere wichtige Treiber wie Bergbau und Energiesektor fehlen noch und sollen erst in künftigen Analysen berücksichtigt werden.

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