Kinder fragen, die taz antwortet: Wie viele Häuser gibt es auf der Welt?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Edda, 4 Jahre alt.
So ziemlich in allen Ecken unserer Erde leben Menschen. Und wo sie siedeln, bauen sie auch Häuser. Nicht nur zum Wohnen, auch zum Arbeiten und Lernen, zum Einkaufen und Feiern, zum Versammeln und Verstauen. Ständig entstehen neue Gebäude. Viele werden wieder abgerissen, wenn man sie nicht mehr braucht. Daher weiß niemand so ganz genau, wie viele Häuser es eigentlich insgesamt gibt.
Eine Gruppe Forschender einer Universität in München hat aber versucht, es herauszufinden. Dabei wurden von Satelliten aus dem Weltall Hunderttausende Fotos der ganzen Welt gemacht. Damit hat die Gruppe eine Weltkarte erstellt und nachgezählt – natürlich mit Hilfe eines Computers. Insgesamt hat sie so ungefähr 2,75 Milliarden Bauten entdeckt. Das sind 2.750.000.000.
Es gibt also sehr viele Häuser auf der Welt. Die Fotos stammen jedoch aus dem Jahr 2019. Es kann gut sein, dass sich die Zahl der Häuser seitdem schon wieder verändert hat, vermutlich ist sie gestiegen. Was man sicher weiß: Die Gebäude sind sehr ungleichmäßig verteilt. Allein in Asien steht etwa die Hälfte aller Häuser. In China soll es mehr Gebäude geben als in Europa und Nordamerika zusammen.
Es gibt übrigens noch dreimal mehr Menschen als Häuser auf der Welt. Denn viele Menschen teilen sich ein Zuhause – wie viele, das ist sehr verschieden. In Deutschland wohnen im Schnitt nur gut zwei Menschen in einem Haushalt zusammen. In manchen Ländern Afrikas sind es neun: Eltern, Kinder, Großeltern, Tanten und Onkel leben dann unter einem Dach.
Wobei auch nicht jede Familie ein eigenes Haus hat. Viele leben in Wohnungen. Gerade in großen Städten gibt es riesige Häuser mit sehr vielen Wohnungen darin. Da leben dann mitunter mal Hunderte Menschen in einem Haus. Und umgekehrt gibt es eben Häuser, in denen niemand wohnt, wie Schulen, Bahnhöfe, Supermärkte. Du siehst: Das ist alles sehr kompliziert.
Andere Forschende haben vor ein paar Jahren übrigens etwas Erstaunliches ausgerechnet. Sie sagen: Alles, was Menschen jemals gebaut haben, ob Häuser, Straßen oder Brücken, wiegt zusammen mehr als alle Lebewesen der Erde, mehr als alle Frauen, Männer, Kinder, Bäume, Tiere. Der Mensch hat inzwischen also mehr auf der Erde erschaffen als die Natur selbst. Darum wird das Zeitalter, in dem der Mensch die Erde verändert, auch Menschen-Zeitalter genannt. Das Fremdwort dafür ist Anthropozän.
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