Kinder fragen, die taz antwortet: Wie sind Ohren gebaut?
Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Clara, 5 Jahre alt.
Foto: Andreas Pulwey/imago
Bei einem Geräusch gerät immer irgendetwas ins Schwingen oder Vibrieren – sei es eine Gitarrensaite, eine Tischplatte beim Draufklopfen oder die eigenen Stimmbänder. Und das bringt auch die Luft drumherum zum Schwingen. In Wellen breitet sich das Geräusch dann aus. So wie Wellen auf einem See, wenn man einen Stein reinschmeißt. Alles, was wir hören, sind also Wellen in der Luft, sogenannte Schallwellen. Wir können sie nicht sehen, aber manchmal fühlen. Wenn du zum Beispiel eine Hand nah vor einen lauten Lautsprecher hältst, spürst du, wie die tiefen Bässe gegen deine Hand drücken oder dass dein Bauch kribbelt.
Ein Teil dieser Wellen wird von unseren Ohrmuscheln eingefangen. Die sind ein bisschen so gebaut wie ein Trichter, sodass sie die Schallwellen ins Ohr leiten. Formt man die Hand zu einer Schale und hält sie hinters Ohr, klingt alles gleich etwas lauter. Denn die Hand vergrößert den Trichter.
Von der Ohrmuschel gelangen die Schallwellen durch den Gehörgang zum Trommelfell. Das ist eine hauchdünne, gespannte Haut, kaum größer als ein Fingernagel. Sie schwingt bei jedem Ton, der auf sie trifft. So wie das Fell einer echten Trommel eben. Hinter dem Trommelfell liegt das Mittelohr. Dort verstecken sich die drei kleinsten Knochen unseres Körpers: Hammer, Amboss und Steigbügel. Diese Gehörknöchelchen haben ihre lustigen Namen von ihrer Form bekommen. Sie reichen die Schwingungen weiter ans Innenohr.
Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!
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Das Innenohr ist von einer Knochenwand geschützt. Darin befindet sich die Gehörschnecke, unser eigentliches Hörorgan. Sie ist spiralförmig aufgewickelt und mit Flüssigkeit gefüllt. In der Schnecke sind Tausende winziger Härchen. Auch die geraten in Bewegung, und zwar abhängig davon, wie hoch oder tief, laut oder leise ein Ton ist. Nun kommt der sich dahinter befindliche Hörnerv ins Spiel. Er schickt blitzschnell eine Nachricht ans Gehirn. Das wandelt daraufhin die Schallwellen in Geräusche und Töne um: Gitarrenklänge, ein Poltern auf dem Tisch oder eine Stimme.
Unser Gehör kann etwa 400.000 verschiedene Töne wahrnehmen. Es gibt aber auch gaaanz hohe und gaaanz tiefe Töne, die wir nicht hören können. Außerdem erkennt das Gehör, aus welcher Richtung die Geräusche kommen.
Übrigens sind unsere Ohren nicht nur zum Hören da. In ihnen steckt auch unser Gleichgewichtsorgan. Es meldet dem Gehirn, wo oben und unten ist. Dadurch fallen wir nicht um, wenn wir stehen. Wir können es aber auch verwirren, wenn wir uns schnell im Kreis drehen.
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