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Kinder fragen, die taz antwortetWarum gibt es keine Bienen im Winter?

Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Clara, 4 Jahre alt.

Den ganzen Frühling waren sie fleißig auf den Wiesen unterwegs. Jetzt sieht man allmählich immer weniger Bienen. Es gibt ja auch immer weniger Blüten, aus denen sie Nektar trinken können. Im Winter schwirren dann gar keine Bienen mehr herum. Wo verschwinden sie alle hin?

Wenn es kalt wird, ziehen wir uns dicke Pullover an und drehen die Heizung auf. Tiere können das nicht. Manche haben ein Fell, Bienen nicht, sie müssen sich auf andere Art und Weise warm halten. Wie alle Insekten sind Bienen wechselwarm. Das bedeutet, dass ihre Körpertemperatur direkt von der Umgebung abhängt. Fallen die Temperaturen draußen, sinkt auch die Körpertemperatur der Insekten. Wärme bekommen Insekten nur von der Sonne. Oder aber von einer guten Behausung!

Honigbienen leben in einem großen Staat mit einer Königin. Den ganzen Frühling und Sommer sind sie fleißig, um für den Winter vorzusorgen und Vorräte anzulegen. Sie fliegen von Blüte zu Blüte und saugen mit ihren Rüsseln Nektar auf. Ist eine Biene richtig vollgetankt, fliegt sie zurück in ihren Stock. Dort gibt sie ihren Nektar an andere Bienen weiter und sucht die nächste Blüte auf. Die Bienen im Stock reichern den Nektar mit weiteren Stoffen an. Der macht ihn für längere Zeit haltbar.

Sie bilden eine Wintertraube

Sobald es keine Blüten mehr gibt und es zu kalt wird, kuscheln sich die Bienen eng in ihrem Stock zusammen – mit der Königin in ihrer Mitte. Wintertraube nennt man das. In dieser Traube versetzen die äußeren Bienen ihren Oberkörper in Schwingung. Die schnellen Bewegungen ihrer Muskeln erzeugen Wärme. Weil das ganz schön anstrengend ist, wechseln sich die Tiere ab: Wer erschöpft ist, krabbelt weiter ins Innere der Traube, ruht sich aus und bekommt Nektar als Belohnung. Dann sind andere Bienen dran mit Zittern und Warmhalten. Darum sieht man keine Honigbienen im Winter. Sie halten ihren Staat warm, bis es draußen wieder wärmer wird.

Es gibt aber auch andere Bienenarten, die nicht in einem Bienenstock leben. Hummeln zum Beispiel graben sich im Boden ein und halten Winterruhe. Es gibt bei uns auch Hunderte Arten von Wildbienen. Die leben meist ohne Staat und Königin. Den kalten Winter überleben sie darum nicht. Ihre Art bleibt aber trotzdem erhalten. Denn sie haben vorher Eier abgelegt, etwa in totem Holz oder Pflanzenstängeln. Aus den Eiern schlüpfen im Frühjahr wieder junge Wildbienen, und das Spiel geht von vorne los.

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