piwik no script img

Zivilgesellschaft in der Türkei „Es mangelt an juristischer Weitsicht“

Empfohlener externer Inhalt

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden, ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Politisches Engagement wird in der Türkei systematisch von der Justiz verfolgt. Canan Coşkun, Gerichtsreporterin, begleitet die Anklagen.

Im Engagement für Gerechtigkeit und Menschenrechte sind Proteste Sprints im Vergleich zur Arbeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen. Sie laufen den Marathon, meist über viele Jahrzehnte. In der Türkei haben NGOs und politischer Aktivismus eine lange Tradition. Allerdings stehen die Akteur*innen, die politische Arbeit leisten, auch seit jeher unter Druck.

Ein Blick in den aktuellen Bericht von Amnesty International zeigt, dass die Situation für viele NGOs und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­t*in­nen aktuell sehr schwierig ist. Etablierte Organisationen wie der türkische Menschenrechtsverein IHD oder prominente Ak­ti­vis­t:in­nen wurden bereits mehrfach von der Regierung unter Druck gesetzt und zu hohen Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt. Die Anwältin und IHD-Ko-Vorsitzende Eren Keskin oder der Menschenrechtsaktivist Osman Kavala sind nur zwei der bekanntesten Beispiele.

In dieser Podcastreihe wollen wir anlässlich der Verhaftung von Ekrem İmamoğlu und der damit ausgelösten Protestwelle auf die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Türkei blicken. In unserer zweiten Folge geht es um die Arbeit von Menschen, die sich für Recht und Gerechtigkeit einsetzen und dabei von Repressionen betroffen sind.

Wir haben hierfür die Journalistin Canan Coşkun eingeladen. Sie ist Gerichtsreporterin und verfolgt Prozesse gegen Jour­na­lis­t:in­nen und politische Aktivist:innen. Darunter auch Verfahren gegen prominente Jour­na­lis­t*in­nen wie Ahmet Şık oder Deniz Yücel.

Und vor kurzem hat sie das Verfahren gegen die Istanbuler Anwaltskammer begleitet. Der Präsident und sein Vorstand wurden inzwischen aus ihren Ämtern entfernt. Über all diese Fälle hat Coskun hundertfach berichtet und ein Buch geschrieben. Es heißt „Vor Gericht – das Justizsystem in der neuen Türkei“. Als Nächstes wird sie den Prozess gegen Ekrem Imamoğlu journalistisch begleiten.

Die Podcast-Reihe „Türkei“ im Format „Freie Rede“ ist ein Projekt der taz Panter Stiftung und wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Die taz Panter Stiftung freut sich über Unterstützung: taz.de/spenden

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare